Wermelskirchen 40 Jahre Laienspiel Hünger

Wermelskirchen · Das "Kind" von Hans-Hermann Lenz feierte am Samstag seinen vierten "runden" Geburtstag. 1971 wurde das erste Stück der Gruppe uraufgeführt. Jetzt trafen sich Ehemalige und schwelgten in Erinnerungen.

Hünger "Dunkelrote Rosen" hieß das erste Theaterstück. Es basierte auf einem Groschenroman, den wir bei einer Jugendfreizeit lesen sollten", erinnert sich Doris Johann an die Anfänge zurück. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Laienschauspieler. "Damals gab Hans-Hermann Lenz dem damaligen Pfarrer Werner Schließke den Roman – mit der Bitte, diesen auf der Freizeit von Jugendlichen lesen zu lassen. Wieder zu Hause wurden wir gefragt, ob wir Lust hätten, die Geschichte auf die Bühne zu bringen", erzählt die Ehemalige, die bis vor drei Jahren immer noch bei großen Aufführungen eingesprungen ist und das Schminken übernahm. Im Januar 1971 war es soweit: "Dunkelrote Rosen" wurde im Gemeindehaus uraufgeführt, und die Gruppe um Hans-Hermann und Uschi Lenz wurde zu einer festen Institution in der Gemeinde.

Erinnerungen wurden wach

Zum Jubiläum dachte sich Uschi Lenz etwas ganz Besonderes aus. Sie hatte ein Theater-Medley aus 40 Jahren Laienspielgruppe zusammengestellt. Diese Szenen sollten von den ehemaligen Schauspielern dargestellt werden, die als Gäste eingeladen waren – und nichts von den Plänen wussten. So war der Spaß programmiert, und es wurden Erinnerungen wach, in denen genüsslich geschwelgt wurde.

Beispielsweise an Wolfgang Ehl, an diesem Abend aus seiner Wahlheimat Türkei angereist, der sich bei der Aufführung des Stückes "Ein Ehemann auf nüchternen Magen" auf der Bühne fast den Daumen mit einer alten Brotschneidemaschine abtrennte, dies aber niemandem sagte, sondern die verletzte Hand in einer Mütze versteckte und weiterspielte. "Dass was nicht stimmte, ahnten wir schon, aber wie schlimm es war, erkannten wir erst, als Blut aus der Mütze tropfte", erzählt Uta Lenz mit Schaudern. "Zum Schlussapplaus war er schon im Krankenhaus", schmunzelt sie.

Auch an besonders lustige Versprecher konnte sie sich erinnern, so zum Beispiel an: "Ich habe meinen Hügel über den Heimweg abgekürzt" oder an die Szene, bei der ein Akteur sagen sollte: "Siehst du nicht, dass ich keine Zeit habe?" aber so im Stück gefangen war, dass er mit Inbrunst rief: "Siehst du nicht, dass ich nicht da bin?" Woraufhin sein Gegenspieler schlagfertig antwortete: "Dann ist ja gut, dass ich nicht gekommen bin!"

Versprecher, Anekdoten und Fotos konnten sich die Gäste in sechs Ordnern anschauen. Nach kurzen Einführungsworten von Uta Lenz und einer Laudatio des Landtagsabgeordneten Rainer Deppe, ließen es sich die über 70 Gäste an dem mehr als reichhaltigen Buffet gut gehen. Bis weit nach Mitternacht wurde gefeiert. Die Geburtstagsfeier war ein voller Erfolg!

frage des tages

(RP)
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