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300 Fans feiern Hard-Rock-Göttinnen in Wermelskirchen

„Deep Purple“-Tribute-Band in Wermelskirchen : 300 Fans feiern Hard-Rock-Göttinnen

Die „Deep Purple“-Tribute-Band „Strange kind of women“ aus Italien rockt und rollt feurig wie ein speiender Vulkan im Konzertgarten von Haus Eifgen.

Mit dem stampfenden Rock-Klassiker „Into the fire“ stemmten sie sich vehement gegen den einsetzenden Regen und vertrieben den Schauer erfolgreich – der spätere, starke Regenguss plätscherte erst nach Konzertende vom Himmel. Die „Deep Purple“-Tribute-Band „Strange kind of women“ lieferte vor 300 Besuchern im Konzertgarten des Hauses Eifgen einen fulminanten Auftritt ab. Wie ein speiender Vulkan rockten und rollten die fünf Musikerinnen aus Italien mit ihrem leidenschaftlichen, energiegeladenen Temperament durch die gut zwei Stunden ihres Konzerts: Dass ein schnell ausgetauschtes Kabel an Eliana Cargneluttis Gitarre zu Beginn mit einem Wackelkontakt seinen Dienst versagte, tat dieser Eruption keinen Abbruch. Ein Donnergrollen von Schlagzeug und Bass, ein beständiger Teppich aus breit gefächerten Orgelklängen vom Keyboard, dazu das mit Höhepunkten aus Soli und spitzen Schreien durchdrungene Feuer aus Gitarrenspiel und Gesang von Sängerin Alteria suchte sich wie ein spritziger Lavastrom unwiderstehlich den Weg in jeden Winkel der Gehörgänge des Publikums.

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Gleich eingangs zum „Deep Purple“-Hit „Strange kind of woman“, nach dem sich die Band in der Pluralform benannt hat, konstatierte Sängerin Alteria, die den Kontakt zum Publikum mit einem Misch-Masch aus Englisch und Italienisch fand: „Wir sind eben seltsame Frauen.“ Wer „Deep Purple“ kennt, weiß, dass es den Ur-Vätern des Hardrock nicht an Hits mangelt: So durften „Speed king“, „Highway star“ oder „Smoke on the water“ beim „Strange kind of women“-Konzert in Wermelskirchen nicht fehlen. Ihre Version von „Perfect strangers“ präsentierte das Quintett derart hymnenhaft, dass der Eindruck entstehen konnte, als hätten die „Deep Purple“-Mitglieder dieses Lied einst nur für die fünf Damen aus Italien geschrieben, ihnen in weiser Voraussicht quasi auf den Leib geschneidert.

Wer das Konzert von „Strange kind of women“ im Juli 2019 im Haus Eifgen erlebt hat, wird vor dem jüngsten Auftritt, dessen Termin sich aufgrund der Lockdowns mehrfach verschoben hatte, geahnt haben, dass ihn ein mitreißendes Erlebnis auf musikalisch gekonnt höchstem Niveau erwartet: für „Deep Purple“-Fans ein Genuss, für Hardrock-Freunde ein Muss. Das Publikum klatschte mit Händen, stampfte mit den Füßen, wippte mit den Hüften und jubelte den Akteurinnen auf der Bühne unermüdlich entgegen. Viele Besucher kamen von auswärts, waren zum ersten Mal zu Gast bei der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk) als ehrenamtlichem Veranstalter. Sogar aus Lübeck und Frankreich waren „Strange kind of women“-Fans angereist.

Aus Duisburg war Bernhard Klockhaus nach Wermelskirchen gekommen: „Ich bin seit 40 Jahren Rock- und ‚Deep Purple‘-Fan und muss sagen, dass das die beste ‚Deep Purple‘-Tribute-Band der Welt ist. Die haben ja auch noch wirklich ihren eigenen Stil dabei, das macht fast sprachlos.“ Pralinen, die er den Musikerinnen nach dem Konzert überreichte, brachte Guido Gibbels mit: „Ich bin mit drei Freunden hier, bei der Musik fühlen wir uns direkt wieder jünger.“ Gibbels hatte die Internet-Stream-Übertragung, die die Aufzeichnung des 2019er-Konzert von „Strange kind of women“ während des Lockdowns zeigte, gesehen und war so auf die Band sowie deren Konzert im Haus Eifgen aufmerksam geworden.

An Bass und Schlagzeug präsentierten sich die fünf Italienerinnen mit neuer Besetzung im Vergleich zu 2019: neu dabei waren Chiara Cotugno (Drums) sowie Elettra Pizzale (Bass) neben Eliana Cargnelutti (Gitarre), Margherita Gruden (Keyboard) und Sängerin Alteria, deren Tochter Viola just am Tag des Konzerts im Haus Eifgen ihren 15. Geburtstag feierte.

Obwohl zum Konzertende die Sonne noch nicht untergegangen war, schickten die italienischen Hard-Rock-Göttinnen ihr Publikum mit dem Song „Black Night“ als letzte Zugabe nach Hause. Der Heimweg dauerte allerdings noch ein Weilchen, denn auf CDs, T-Shirts und Plakaten signierten die Musikerinnen noch fleißig und mussten dabei eine lange, aber geduldige Warteschlange „abarbeiten“.