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Wermelskirchen: 30 Kinder pflanzen einen Buchenwald in Eckringhausen

Wermelskirchen : 30 Kinder pflanzen einen Buchenwald in Eckringhausen

Bei der Akademie "Plant for the Planet" wurden die Kinder am Samstag zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ausgebildet.

In einem abgeholzten Eckringhauser Waldstück haben etwa 30 Kinder am Samstagnachmittag 300 kleine Bäume in die Erde gesetzt. Dort sollen sie mindestens 100 Jahre lang wachsen. Ausgehend von der Aktion "Plant For The Planet", bei der die Firma Kreuder sowie das Unternehmen Parador aus Coesfeld mitwirkten, wurden die Kinder zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ausgebildet.

Bevor es nach Eckringhausen zum Baumpflanzen ging, trafen sich die Teilnehmer im evangelischen Gemeindezentrum am Markt. Jugendliche, die bereits als Botschafter für "Plant For The Planet" fungieren, hielten Vorträge und organisierten Spiele, bei denen die Kinder lernen konnten, das komplexe Thema "Klimawandel" besser zu verstehen. Außerdem nahmen sie an einem Rhetoriktraining teil, um anschließend selber Vorträge halten zu können.

Chantal Zulauf half fleißig beim Pflanzen der Bäume. "Es interessiert mich, etwas mit Bäumen zu machen. Mein Papa macht auch viel mit Holz", sagte die Zehnjährige. Ihre Mutter wurde auf die Aktion aufmerksam und erklärte Chantal, das sei etwas ganz Tolles. "Und es ist auch so toll, wie Mama gesagt hat", berichtete Chantal erfreut. Lena Apke (17) aus Bonn, Botschafterin für "Plant For The Planet", besuchte bereits 15 Aktionstage.

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Die Veranstaltung in Wermelskirchen gefiel ihr, weil nicht nur ein einzelner Baum symbolisch gepflanzt wurde, sondern gleich 300. "Meist finden die Aktionen im Frühjahr und Herbst statt, weil da die beste Pflanzzeit ist", sagte Lena. Johannes Lemke (21), ebenfalls Botschafter, verbringt ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei "Plant For The Planet" in Hamburg. Ihren Hauptsitz hat die Organisation bei München.

Bevor das Eckringhauser Waldstück abgeholzt wurde, wuchsen dort vor allem Fichten. Diese wurden jedoch von Borkenkäfern befallen und mussten entfernt werden. An den Buchen, die nun wachsen sollen, ist der Käfer nicht interessiert, erklärte Försterin Kristina Kalmbach. Sie holte die kleinen Bäume von der Baumschule Bosman ab, wo sie zwei Jahre lang gewachsen waren.

In 100 Jahren, wenn einige Bäume geerntet werden sollen, könnten aus ihrem Holz Papier oder Stützbalken für Wohnhäuser gefertigt werden. In den anderen Buchen sollen Spechte oder Fledermäuse ein neues Zuhause finden. "Wenn es hier keine Menschen gäbe, wäre die gesamte Gegend voller Buchen", berichtete Kalmbach. Zu den 300 Buchen pflanzt der Besitzer des Waldstücks künftig weitere Bäume - 1000 sollen es insgesamt werden. Damit es ein richtiger Wald wird, werden die Ränder mit Sträuchern versehen.

(meli)