Großes Schulprojekt in Wermelskirchen Gymnasiasten bringen Kultur auf die Bühne

Wermelskirchen · Tänzerinnen und Musikensembles zeigen genauso ihr Können wie die Theatergruppe und begabte Kunstschüler: Beim Kulturabend am 18. Juni im Gymnasium erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm.

Unter Leitung von Musiklehrer Simeon Brück laufen am Gymnasium die Vorbereitungen auf den Kulturabend.

Unter Leitung von Musiklehrer Simeon Brück laufen am Gymnasium die Vorbereitungen auf den Kulturabend.

Foto: Jürgen Moll

Der Dienstagnachmittag gehört den jungen Kulturschaffenden. Im Gymnasium klingen Melodien durch die Flure, die Theatergruppe ist im Einsatz. Und auch der Schulchor probt Melodien. Das Schulorchester hat sich einen besonders großen Klassenraum im Untergeschoss ausgesucht. Schließlich spielen aktuell mehr als 30 Musiker in dem Ensemble – die Teilnahme ist für Schüler völlig freiwillig.

Auch einzelne Lehrer bringen ihre Melodien in das Orchester ein. Gerade gibt Musiklehrer Simeon Brück den Einsatz für die Abba-Melodie „Mamma Mia“. Die Querflöten starten, die Blasinstrumente eine Reihe dahinter stimmen ein, und schließlich ist Noah am Schlagzeug gefragt.

Auf das Gesicht des Dirigenten zieht ein zufriedenes Lächeln. Als der letzte Ton verklingt, stellt er zufrieden fest: „Das war bisher die beste Version. Es hat wirklich alles geklappt, und ihr habt das Tempo super gehalten.“ Ob sie nicht ein bisschen laut für den Chor seien, fragt eine Schülerin. Simeon Brück erinnert an die Technik, die den Sängern Rückendeckung gibt. In diesem Moment kommt der Schulchor dazu, und gemeinsam drehen beide Ensembles noch eine Runde durch das Abba-Stück.

„Das wird toll“, stellt Simeon Brück anschließend fest und meint damit den anstehenden Kulturabend. Am Dienstag, 18. Juni, laden insgesamt fast 130 Schüler und Lehrer zum Kulturabend ins Pädagogische Zentrum ein – nach der Premiere im vergangenen Jahr nun zum zweiten Mal.

„Wir nehmen das Motto sehr ernst“, sagt Lehrerin Franziska Ovenhausen. „Es ist uns wichtig, dass Kultur in ganz verschiedenen Formen eine Bühne bekommt.“ Damit sei die Musik genauso gemeint wie das Theater oder die Kunst. Deswegen zeigt die Theater-AG eine Szene, und in der Pause können Kunstwerke an den Wänden bewundert werden. „Wir haben auch Schüler ermutigt, artistische Fähigkeiten oder Poesie einzubringen“, erzählt die Lehrerin. Es habe einen E-Mail-Aufruf an alle Schüler gegeben. Und viele haben sich daraufhin gemeldet: Tänzerinnen und Musiker, die Ensembles der Schule, junge Sänger genauso wie der Kurs „Darstellen und Gestalten“. Auch die Technik-AG ist wieder im Einsatz.

Die Musikklassen der Schule haben ihr Abschlusskonzert in diesem Jahr ausgelagert – und laden eine Woche später ins PZ ein (siehe weiterer Beitrag). Denn im vergangenen Jahr sei die Premiere des Kulturabends zwar umjubelt, aber deutlich zu lang gewesen, erinnert Franziska Ovenhausen. 40 verschiedene Auftritte hatten 2023 auf dem Programm gestanden. In diesem Jahr habe man also gekürzt.

Ihrer Philosophie allerdings sind die Initiatoren, zu denen auch der Musikkurs der Q1 gehört, treu geblieben: „Wir wollen den jungen Talenten der Schule eine Bühne bieten“, sagt Franziska Ovenhausen. „Gleichzeitig können wir so auch die Vielfältigkeit an unserer Schule zeigen“. Dazu gibt es eine Rahmengeschichte, die die Schüler vom vergangenen Jahr fortsetzen.

Deswegen wird in diesen Tagen in der Schule geprobt – bevor die große Generalprobe ansteht. Gerade hat Simeon Brück ein Michael Jackson-Medley angestimmt. Nina spielt am Waldhorn mit, Charlotte und Zoé an der Querflöte, Jerome am Saxophon. In der Pause erzählen die vier von ihrer Begeisterung für die Musik. „Ich habe damals in der Grundschule in Dabringhausen beim Instrumentenkarussell das Waldhorn kennengelernt“, erzählt Nina. Inzwischen spielt sie das Instrument seit vielen Jahren und ist gerne Teil des großen Schulorchesters geworden – in ihrer Freizeit spielt sie auch beim Dabringhauser Blasorchester mit.

So ähnlich geht es auch Zoé. „Am liebsten spiele ich im Moment die Abba-Melodie“, erzählt sie. Mit ihrer Querflöte eröffnet sie mit ihren Sitznachbarn das musikalische Spektakel. „Das ist viel spannender als bei anderen Stücken“, sagt sie. Bei „Tage wie diese“ übernähmen die Flöten zum Beispiel den Part der E-Gitarre. „Das ist dann ganz schön langweilig für uns“, ergänzt sie. „Wir spielen immer das gleiche.“

Die vier Musiker stehen am Kulturabend nicht nur im großen Orchester auf der Bühne, sondern auch noch in einem kleinen Ensemble. „Das ist auch mit deutlich mehr Aufregung verbunden“, räumt Charlotte ein. Und dann machen sich die vier auf den Weg in den Nebenraum, um zu üben.