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Wermelskirchen: 175 000 Euro für Klimaschutz

Wermelskirchen : 175 000 Euro für Klimaschutz

Die Stadt hat zwar kein Geld. Sie soll aber einen größeren Betrag für Klimaschutzprojekte ausgeben. Dies soll aber nur geschehen, wenn ein Dritter für die Finanzierung gefunden wird. Ein Förderantrag wird zurzeit vorbereitet.

Die Stadt Wermelskirchen hat zwar kein Geld (übrig). Den Klimaschutz soll sie sich aber trotzdem etwas kosten lassen: Das regt der Technische Dezernent Dr. André Benedict Prusa an. Insgesamt sollen 175 000 Euro für die Erarbeitung einer Gebäudetypologie (-kataster) mit Energiewerten und Informationen zur Energieeinsparung, für externe Beratungsleistungen, Bürgerinformationen über örtliche Handwerker, Förderprogramme und Energieberatungsangebote; ein Solarkataster und eine Windenergiepotenzialstudie ausgegeben werden. Das Geld, das die Stadt aber bekanntermaßen nicht hat, soll "von Dritten" kommen.

Eine handschriftliche Anmerkung auf der Vorlage zum Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr verdeutlicht: "Zusätzliche Haushaltsmittel können nicht ohne Nachweis der Wirtschaftlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Es ist eine alternative Finanzierung durch Dritte erforderlich!", heißt es dort. Prusa hat denn bereits auch angekündigt, einen Förderantrag im Rahmen des "Wissenschaftsjahres 2012/Zukunftsprojekt Erde" zu stellen. Wie wir berichteten, war der Dezernent beim Auftakt des von Bildungsministerin Annette Schavan initiierten Projektes in Berlin mit dabei. Denn Wermelskirchen beteiligt sich als eine von nur 27 Städten bundesweit an dem Ganzjahresprojekt.

Die Stadt als Vorbild

So steht auch die für den 5. März anberaumte Sitzung des Fachausschusses ganz im Zeichen dieses Projektes und seiner Thematik: des aktiven Klimaschutzes auf kommunaler Ebene. "Energetische Erneuerung braucht Impulse. Die Stadt hat dabei eine Vorbild- und Anschubfunktion!", betont Prusa. In der Ausschusssitzung will er denn auch die Handlungsfelder einer "Klimaarbeit in Wermelskirchen" aufzeigen. Dazu gehört eine so genannte Klima-Kiste, wie sie in Schulen anderer Städte bereits im Einsatz ist.

Die Klima-Kisten werden vom Bundesumweltministerium für Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführende Schulen zur Verfügung gestellt. Sie enthalten Messgeräte und Materialien für Klimaschutzprojekte, für die Analyse des Energieverbrauchs, den CO2-Gehalt in der Luft und für vieles mehr. Da der Klima- und Umweltschutz zu den größten Herausforderungen der Zeit gehören, soll die Beschäftigung mit diesem Thema auch im Schulalltag verankert werden — so die Intention des bundesweiten Projektes.

Energie auf der Tagesordnung

Der Dezernent wird zudem im Ausschuss die Politiker und möglicherweise eine interessierte Öffentlichkeit über die BEW-Studie "Konzept einer 100prozentigen erneuerbaren Energieregion" informieren. Thematisiert werden auch Klimatechnologien als Impuls für den Mittelstand, wobei es um Gebäudesanierungen mit der Nutzung erneuerbarer Energien gehen soll.

(RP)