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14. Kinderstadt startet mit 150 Kids​

Sommerferien in Wermelskirchen : 14. Kinderstadt startet mit 150 Kids

Jungen und Mädchen verwalten sich in den ersten zwei Sommerferienwochen selbst: Dann dürfen sie wählen, arbeiten, einkaufen und nach Herzenslust kreativ tätig sein. Viele Kooperationspartner unterstützen die Macher von der Katt.

Die Vorfreude ist einfach groß. Nach zweijähriger Pause startet am 28. Juni die zweiwöchige Kinderstadt in der Katt. 40 Mitarbeiter warten gespannt auf den Montag, wenn 150 Kinder die Bogenbinderhalle an der Kattwinkelstraße stürmen. Denn dort startet der Tag morgens bis zum 8. Juli fortan in einer großen Bürgerversammlung mit allen Kindern und Mitarbeitern. Dort werden noch einmal wichtige Dinge angesagt oder Fragen beantwortet, ehe es in die 16 Werkstätten geht.

Die 14. Kinderstadt in Wermelskirchen – dieses pädagogische Angebot ist inzwischen Vorbild für viele Nachbarstädte geworden. „Das Original aber sind wir“, strahlt Bürgermeisterin Marion Lück: „Ich bin superstolz.“ Und als Mutter hat sie schließlich selbst Erfahrung: Ihr Sohn besuchte fünf Jahre als Kind die Kinderstadt.

 Einige der Kooperationspartner trafen sich jetzt: (v.l. hintere Reihe), Mario Schwarz (Rockid.one), Paul Mayland (Musikschule), Joachim Wetzel (Ortlinghaus), Kolja Pfeiffer (Jugendbereich Katt), Bürgermeisterin Mario Lück; (v.l. vordere Reihe) Lena Ebel, Annika Gross (Sparkasse), Jacqueline Schmidt (DLRG), Silvia Bock (offene Hilfen Lebenshilfe Service).
Einige der Kooperationspartner trafen sich jetzt: (v.l. hintere Reihe), Mario Schwarz (Rockid.one), Paul Mayland (Musikschule), Joachim Wetzel (Ortlinghaus), Kolja Pfeiffer (Jugendbereich Katt), Bürgermeisterin Mario Lück; (v.l. vordere Reihe) Lena Ebel, Annika Gross (Sparkasse), Jacqueline Schmidt (DLRG), Silvia Bock (offene Hilfen Lebenshilfe Service). Foto: Udo Teifel

Das Angebot ist nach wie vor ein Selbstläufer, auch wenn Eltern für diese zwei Wochen 110 Euro bezahlen; inklusive Frühbetreuung sind‘s 20 Euro mehr. Eigentlich waren in den vergangenen Jahren immer 220 Sechs- bis Zwölfjährige dabei – heuer sind es nur 150. Nachmeldungen sind nicht mehr möglich. „Wir haben kreisweit die Erfahrung gemacht, dass solche Angebote im ersten Lockdown-freien Jahr weniger angenommen werden“, berichtet Kolja Pfeiffer (Jugendbereich Katt). Über die Gründe lasse sich nur spekulieren; Pfeiffer: „Vielleicht müssen wir jetzt wieder Kontinuität reinbringen. Vielleicht hat das den Eltern gefehlt.“

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Ob‘s nun stressfreier abgeht, das werde sich zeigen, lacht er im Pressegespräch mit Kooperationspartnern. Klar ist: Statt 18 Werkstätten werden nun nur 16 angeboten wie Reisebüro, Bank, viele Kreativwerkstätten: Dort wird geschreinert, gebastelt, gemalt oder mit Ton gearbeitet. Neu sind zum Beispiel Tanzen, Illustration und Schreibwerkstatt sowie das Bauen eines ferngesteuerten Autos.

Seit vielen Jahren dabei ist die Firma Ortlinghaus. Die baut zwei CNC-Maschinen auf. Angeleitet von zwei Facharbeitern, können Kinder dort Kreisel fräsen. „Für uns ist die Kinderstadt ganz wichtig“, berichtet Joachim Wetzel. „Viele Kinder bekommen erstmals Kontakt zu metallverarbeitenden Berufen, später machen sie oftmals ein Praktikum und dann eine Ausbildung. Und wir freuen uns auch immer wieder, wenn wir Kinder aus der Kinderstadt dann bei uns im Betrieb wiedersehen.“

Eine, die auch mal in der Kinderstadt als Azubi war, ist Annika Gross, heute Leiterin Marketing Stadtsparkasse. „Wenn Eltern ihren Kindern vermitteln, dass es nur die Direktbank gibt, wollen wir hier zeigen, dass wir als Sparkasse vor Ort sind.“ So wird ein Azubi die Bank betreuen, wo die Katt-Taler eingezahlt werden. Und wie man vor allem mit Geld umgeht. Denn jedes Kind bekommt die gleiche Bezahlung. Die wird auf einer Karte gutgeschrieben, die jedes Kind am Halsband trägt. Und wer etwas kaufen möchte, zahlt dann in Katt-Talern.

Kolja Pfeiffer macht klar, dass Kinder entscheiden, was sie gern machen möchten. Die erste halbe Stunde verbringen sie in einer Werkstatt, und dann können sie wechseln. „Das Schönste ist, dass die Eltern nicht dabei sind. Die Kinder können sich entwickeln und selbst entscheiden, was sie machen wollen.“

Auch in diesem Jahr sind wieder Ausflüge geplant. Zweimal geht es nach Ortlinghaus, die Feuerwehr und das Rathaus werden besucht, zum Stand-up-Paddeln geht es an die Bever, ebenso mit der DLRG: Auch die Kluterthöhle wird besucht, ebenso der Klettergarten in Odenthal. Und am Donnerstag, 7. Juli, dürfen die Eltern auch mal vorbeischauen. Das Abschlussfest hingegen findet am Samstag, 9. Juli, 15 bis 17 Uhr, statt.

Rund 30.000 Euro kostet diese Kinderstadt 2022 – rund 15.000 Euro werden für Sachkosten (auch fürs Essen) gebraucht, rund 10.000 Euro für die Honorare. Rund 6500 Euro geben Sponsoren dazu.