1200 Jecken feierten in der Dabringhausener Mehrzweckhalle

Karneval in Dabringhausen : Das närrische Herz schlägt bei „Wir unter uns“

1200 Jecken feierten das über vierstündige Programm bei der Krönung des Saal-Karnevals in Dabringhausen.

In großen Lettern im Bühnenhintergrund verkündet in der Mehrzweckhalle Dabringhausen ein Spruch das Motto der diesjährigen Karnevalssession im Dorf: „Am schönsten isset, wenn et schön is“. Dieses vielsagende Lebensgefühl fand beim „Wir unter uns“-Abend vom Dabringhausener Festausschuss seinen Niederschlag wie durch eine Linse gebündelte Sonnenstrahlen. Als Krönung der närrischen Saal-Veranstaltungen vor dem heutigen Rosenmontagszug steht fest: „Am schönsten isset, wenn ‚Wir unter uns‘ is.“ Das einzigartige „Wir unter uns“-Gefühl, das 1200 Feierfreudige ins Dawerkusener „Gürzenich“ zog, brachte Heiko Winterhagen, Jungfrau im Dreigestirn der vergangenen Session, im Publikum sitzend auf den Punkt: „Mein Herz ist bei allen, die hier heute Abend auf der Bühne stehen.“

So dürfte es allen Närrinnen und Narren im Publikum ergangen sein, denn die Jecken-Schar feierte von der ersten Minute an tanzend, schunkelnd, lachend, jubelnd und tobend das über vierstündige Bühnenprogramm – einer „Aufwärm-Phase“ bedurfte es nicht. Mit schmissigen Klängen sorgte das Dabringhausener Blasorchester für einen standesgemäßen Einstand beim Einzug von dem Festausschuss-Vorsitzenden Peter „Zausel“ Eickhoff und Moderator Andreas Büngen. Die „Kleinen“ und „Mittleren“ der Grunewalder Tanzgarde tanzten unter rhythmischem Klatschen des Publikums und machten deutlich: Die Grunewalder brauchen sich keine Nachwuchssorgen zu machen, denn da standen knapp 30 junge Tanzmariechen auf der Bühne. Vor dem Auftritt sagte Tanzmariechen Lilly Schulte (13 Jahre) noch: „Ich bin ganz schön nervös“ – beim Auftritt war von „Lampenfieber“ nichts mehr zu spüren. Dass die Grunewalder auf jecken Nachwuchs zählen können, ist gut, denn bei der „großen“ Tanzgarde hören vier Tänzerinnen nach der aktuellen Session aus zeitlichen und beruflichen Gründen auf. Eine von ihnen ist Janina Moritz, die zuletzt für die Choreografien der modernen Showtänze verantwortlich zeichnete und seit Kindesbeinen bei den Grunewaldern tanzt. Ihr zu Ehren kamen bei „Wir unter uns“ als Überraschung alle Grunewalder Tanzoffiziere und Tanzmariechen auf die Bühne – auch ehemalige – und tanzten zu Michael Jacksons „Beat it“ noch ein Mal den ersten Tanz, den Janina Moritz kreiert hat.

Tosender Applaus begleitete die Tänze der Tanzgarde Rut-Wiess, der Löher Schwestern, der Lecker Mädchen vom Löh, der Löher Flurschäden und natürlich des Dreigestirns Prinzessin Rosa, Prinz Axel und Bauer Frank nebst Altstadtgarde und Jecken Wiewern im Gefolge. Für eine Abwechslung vom von Show- und Gardetanz geprägten Programm sorgten die 55 Senioren der Grunewalder Karnevalsfreunde, die als Hänneschen und Bärbelchen die Bühne enterten und eine Hommage an die kölsche Lebensart abgaben. Dabei präsentierten sich die Grunewalder, die im kommenden Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern, in den typischen Domstadt-Farben Rot-Weiß-Schwarz. Das Grunewalder Grün-Weiß ließen die Akteure dennoch nicht außer Acht, denn einige von ihnen trugen grün-weiß-gestreifte Strümpfe. „Das ist Ehrensache“, stellte der Grunewalder Christian Haasbach fest.