Wermelskirchen: 100 Meilen durch Berlin

Wermelskirchen: 100 Meilen durch Berlin

Ilka und Jasmin Ernhardt stellen sich im August dem berühmten "Mauerweglauf" in Berlin. Dafür haben sie ein Spendenprojekt für den Hospizverein in Wermelskirchen gegründet. Jetzt sind sie auf der Suche nach Sponsoren.

Beim Gedanken an sportliches Laufen graut es vielen Menschen bereits, beim Blick auf einen Marathon ist es dann meistens ganz vorbei. Anders bei Ilka und ihrer Frau Jasmin Ernhardt. Sie wollen mit ihrem Sport sogar einen guten Zweck unterstützen. "Wir laufen beide seit drei Jahren intensiv und haben großen Spaß daran gefunden. Also warum nicht für eine gute Sache", sagt Ilka Ernhardt. Deshalb machten die beiden weiter und nahmen in den vergangenen Jahren schon an verschiedenen Benefizläufen teil.

So entstand die Idee für ein eigenes Projekt. Glücklicher Empfänger der Spenden: der Hospizverein Wermelskirchen. "Man selber geht ja mit offenen Augen durchs Leben. Es kann immer sein, dass ich oder meine Frau später auch einmal auf ein Hospiz angewiesen sind. Deshalb haben wir uns für diese Einrichtung entschieden", erläutert Ilka Ernhardt.

Beim Mauerweglauf im August (hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr) werden die Sportler wieder entlang der Überbleibsel der Berliner Mauer laufen. Foto: Ernhardt / LGM

Das ganz große Ziel der Frauen ist jetzt der 100 Meilen lange "Mauerweglauf" am 12. und 13. August in Berlin. Umgerechnet sind das rund 160 Kilometer - keine kleine Sache. Für den Lauf haben die Teilnehmer 30 Stunden Zeit. Um so ein Pensum leisten zu können, trainieren die zwei Wermelskirchenerinnen mehrmals in der Woche. "Wir machen zwei bis dreimal intensives Kraft- und Lauftraining in der Woche", sagt Ilka Ernhardt.

Dazu kommen als Vorbereitung noch weitere Marathonläufe im Laufe des Jahres. So unter anderem auch der 24-Stunden-Lauf am Seilersee in Iserlohn. Damit hatte im vergangenen Jahr eigentlich alles angefangen. "Durch diesen Lauf konnten wir 2016 mehr als 1200 Euro an Spenden einsammeln. Die haben wir dann direkt an das Hospiz weitergereicht." Danach entstand die Idee, die Spendenaktion größer aufzuziehen.

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Der Hospizverein Wermelskirchen ist natürlich sehr glücklich über die Aktion. "Die waren total begeistert, als wir letztes Jahr mit dem Geld vor der Tür standen", erzählt Ilka Ernhardt. Dieses Mal gingen die beiden Frauen aber vor ihrem Projekt zum Hospizverein und ließen sich ein offizielles "OK" für ihr Spendenprojekt geben. "Das ging ganz einfach. Die wussten ja, dass wir so etwas nicht einfach daher sagen, sondern wirklich Taten folgen lassen", sagt sie.

Als Ziel haben sich die beiden eine Steigerung des Betrags aus dem vergangenen Jahr gesetzt. "Es wäre schon super, wenn wir die 1200 Euro noch einmal toppen könnten. Bei der langen Vorlaufzeit muss das aber auch unser Anspruch sein. Dafür suchen wir jetzt Unterstützer und Sponsoren", erklärt Ilka Ernhardt.

In welcher finanziellen Form unterstützt wird, ist den beiden nicht wichtig. "Ob kleines Unternehmen, Freunde oder eine große Firma. Wir freuen uns über alles." Ein einmaliger Betrag sei genauso toll wie Unterstützung pro Kilometer. Da der Hospizverein in Wermelskirchen komplett von Ehrenamtlern geleitet wird "hilft wirklich jeder Cent", betont Ernhardt. Die ersten 300 Euro aus privaten Spenden seit Start des Projekts im vergangenen November konnten die beiden bereits an Weihnachten 2016 an den Hospizverein übergeben. "Das hat uns in der frühen Phase natürlich besonders gefreut", sagt Ilka Ernhardt.

Alle interessierten Unterstützter können sich entweder per E-Mail an ilka.ernhardt@t-online.de oder unter Tel. 02196 9759620 direkt an die Projektleiterinnen wenden.

(se)