Wegberg: Zauberhafte keltische Harfenmelodien

Wegberg: Zauberhafte keltische Harfenmelodien

Die Zuhörer erlebten mit Harfenist Tom Daun ein außergewöhnliches Kammerkonzert. Es versetzte sie in die Zeit "Von Mönchen, Barden und Elfen". Tom Daun ist europaweit einer der führenden Vertreter von traditioneller Harfenmusik.

Die Ausstattung von Harfenist Tom Daun war einfach, aber umso wirkungsvoller. Zwei keltische Harfen hatte er für das Konzert zu seinem Programm "Von Mönchen, Barden und Elfen" in die schmucke Kipshovener Kapelle mitgebracht, auf denen er ohne technische Verstärkung alte keltische, schottische oder europäisch-barock geprägte Melodien vortrug. In einer solchen Klangstärke und -vielfalt, dass sich mancher Zuhörer im voll besetzten Raum in der Pause und im Anschluss bewundernd darüber äußerte.

Die gute Akustik der Örtlichkeit trug dazu bei, dass die Musikstücke voll zur Geltung kamen. Selbst zwischenzeitlich leise und zart angestimmte Töne konnten ganz ihre klangliche Wirkung entfalten. Es war das 49. Kammerkonzert, das der Kulturförderkreis Opus 512 veranstaltete. Auf die Jahrtausende Jahre alte Tradition des Harfenspiels wies Opus-512-Geschäftsführer Heinrich Heinen zu Beginn hin. Der Schwerpunkt des Vortrags reichte nicht ganz so weit zurück, sondern lag im 18. Jahrhundert, was an der Auswahl der Stücke lag. So ließ Daun, der "Master of Music" der Universität Edinburgh und einer der führenden Vertreter von traditioneller und historischer Harfenmusik europaweit ist, vor allem Kompositionen des irischen, blinden Virtuosen Turlough O'Carolan (1670 bis 1738) hören. Inspiriert von traditioneller Musik und europäischer Barockmode hatte dieser romantische, tänzerische oder melancholische Weisen verfasst.

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Beim Konzert gab Daun ausführliche Informationen zum jeweiligen Hintergrund, so dass die Zuhörer während des Spiels geistig die geschichtlichen Begebenheiten einbeziehen konnten. So zur Begegnung O'Carolans mit seiner großen Liebe Eleonor Plunkett, der er nach 40 Jahren wieder die Hand reichte. Oder es waren die Einflüsse aus Italien durch die Begegnung mit einem Landsmann im Stück "O'Carolan´s Concerto" zu hören. Zauberhaft kam die Legende vom alten blinden Musiker daher, der sich in einer Schaffenskrise befand und von den Elfen eine schöne Melodie geschenkt bekam: dargestellt in "Shebeg Shemor". Dagegen zeichneten sich die Beiträge zum Abschluss des Konzerts durch große Traurigkeit und Tragik aus. Eine Bandbreite, die die Harfe gut abdeckte. Tom Daun ließ vor allem die große keltische Harfe an diesem frühen Abend hören. Nur einmal griff er zum kleineren Exemplar, das in früheren Zeiten gängiger war. Es war bei Reisen besser zu transportieren. Durch Umlegen kleiner Stifte konnten daran die Saiten und damit die Klänge gebremst werden - ein Effekt, der sich durch schwingende Töne deutlich äußerte.

Seine Instrumente sind 20 und 25 Jahre alt und nach historischer Vorlage gebaut, erklärte der Musiker. Für andere Themen stehen ihm weitere Harfen zur Verfügung. Das Publikum ließ sich ganz auf seinen Vortrag ein und dankte ihm mit herzlichem Beifall für das außergewöhnliche Hörerlebnis. Er ließ die Eigenkomposition "Lady Andrea" und den irischen Gassenhauer "Molly Malone" als Zugaben hören.

(cole)