Wushu-Akademie bietet Kampfkünste für Körper und Geist

Wushu-Akademie Wegberg : Kampfkünste für Körper und Geist

Nachwuchs ist willkommen: Die Wushu-Akademie bietet Bewegungskünste wie Shaolin Kung Fu oder Wing Chun an.

Die spürbare Abnahme des Interesses von Kindern und Jugendlichen an Vereinsaktivitäten ist eine Erscheinung der Zeit, die auch Wushu-Meister und Akademie-Vorsitzendem Herbert Corsten sowie seinem Team zu schaffen macht. Da Ganztagsbetreuung und Schulunterricht teils bis in die Nachmittagstunden gehen, hätten die jungen Leute weniger Zeit, sagt er. Dazu komme die intensive Handy- und Computernutzung und weniger der Sport als Ausgleich in der Freizeit.

Eine Tatsache, die er bedauert, und der er das Angebot der Wushu-Akademie als sportliche Möglichkeit entgegen halten möchte. Hier sind die drei chinesischen Kampfsportkünste Shaolin Kung Fu, Tai-Chi und Wing Chun unter einem Dach vereint, was einmalig im Kreis Heinsberg ist.

Wushu stellt dabei eine Jahrhunderte Jahre alte chinesische Kampfkunst dar. Sie gilt als Mutter aller Kampfsportarten. So widmet sich das Shaolin Kung Fu den Bewegungstechniken und -Formen. Bei letzteren handelt es sich um festgelegte Bewegungsabläufe von Angriff und Abwehr – wie in einem Kampf gegen einen imaginären Gegner. Dazu kommen Techniken der Selbstverteidigung. Tai-Chi war ursprünglich eine Kampfkunst und hat sich zur Gesundheitsbewegungskunst entwickelt. Und die Kampfsportkunst Wing Chun zielt nur auf die Selbstverteidigung ab – es handelt sich um eine effektive Nahkampf-Methode, deren Einstudieren viel Geduld erfordert. „Man lernt bei den Kampfkünsten, mit Geist und Körper umzugehen“, erläutert Herbert Corsten. Selbsterkenntnis und Selbstvertrauen spielten dabei ebenso eine große Rolle wie Koordination und Motorik. „Die Ausübung ist ziemlich anspruchsvoll – ein Wert, den wohl viele nicht erkennen.“

Nun hat der Verein seine Aktivitäten erweitert und bietet mittwochs von 18 bis 19.30 Uhr Modernes Wushu unter der Leitung von Meister Kai Jansen an. Die jüngsten Teilnehmer der Montag bis Donnerstag stattfindenden Kurse sind die „Drachenkinder“ im Alter von fünf bis sechs Jahren: Sie erhalten eine Kung-Fu-Einführung.

Kai Jansen begann im Alter von sechs Jahren mit Kung Fu, das sich bei ihm als Lebenseinstellung etabliert hat. Er nahm ab 2004 erfolgreich an Meisterschaften in den Kategorien Kampf und Formenlauf teil. Seit 2008 ist er als Kursleiter für Wushu in Nettetal, Mönchengladbach und jetzt auch in Wegberg tätig. Regelmäßige Reisen nach China mit täglichem Training unter namhaften Meistern erweiterten sein Wissen über diese Kunst. Großmeister Herbert Corsten kam mit 19 Jahren zum Polizeisportverein Mönchengladbach und lernte Jiu Jitsu. Dort war er von den Fähigkeiten seines Lehrers fasziniert und wollte dessen Stand erreichen. Er studierte Karate bis zum 1. Dan, Jiu Jitsu bis zum 3. Dan und Shaolin bis zum Großmeister 7. Dan. Außerdem holte er im Tai-Chi mehrere deutsche Meistertitel und war im Jahr 2000 Europa-Cup-Sieger in der Schwertform.

1994 gründete Herbert Corsten die Wushu-Akademie Wegberg, die 2005 in die neuen Räumlichkeiten am Siemensweg zog. „In einem Verein geht es nicht nur um den jeweiligen Sport, sondern auch um geselliges Zusammenleben, Gemeinschaftsgefühl, Solidarität und Kommunikation“, betont Corsten, „ein Verein ist eine Solidargemeinschaft, in der man sich miteinander verbunden fühlt.“ Nicht zuletzt bietet er einen Ausgleich zu Schule und Arbeit und trägt dazu bei, die Konzentration zu stabilisieren.

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