World Winner 2017 bei World Dog Show: Schönster Großspitz ist "Dark" von Haus Wildenrath

„Dark“ aus Haus Wildenrath: Das ist der schönste schwarze Großspitz der Welt

Der schwarze Großspitz „Dark“ von Haus Wildenrath wurde mit dem Titel World Winner 2017 ausgezeichnet. Die vom Aussterben bedrohte Hunderasse wird in Wildenrath gezüchtet. Katharina Tumbrinck züchtet seit elf Jahren.

Früher auf jedem Bauernhof zu finden, ist der Großspitz inzwischen selten zu sehen. In der Generation unserer Eltern und Großeltern hüteten die Spitze Haus und Hof und passten genau auf, wer zu Besuch kam. Inzwischen ist es fast eine Rarität, einen Großspitz zu sehen.

Vor einigen Jahren hat die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)“ den Spitz auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen in Deutschland aufgenommen. Wobei der Großspitz als „extrem gefährdet“ eingestuft wird.

Im vierten Wurf - dem D-Wurf - der 2012 geboren wurde, war der Welpe Dark (Mitte) mit dabei. Eine junge Frau aus Remscheid, Lydia Vöpel, gehörte zu den Interessentinnen. Foto: Renate Resch

In Schwarz und in Weiß gehören die Hunde mit zur Geschichte in Deutschland. Als eine der ältesten Hunderassen gelten sie mit ihrem langen Fell und der dichten, üppigen Halskrause als sehr pflegeleicht und witterungsunempfindlich. Sie entwickeln eine feste Beziehung zu ihrem Zuhause und sind traditionell Familien- und Hofhunde. Die sehr wachsamen Hunde sind geduldig gegenüber Kindern und zeichnen sich durch ihren gering vorhanden Jagdtrieb aus — sie hüten lieber, als zu jagen.

Katharina Tumbrink züchtet bereits seit 11 Jahren diese schwarzen Hunde. Ihr ehemaliger Wohnort „Haus Wildenrath“ ist Name ihrer Zuchtsätte geworden. Foto: Renate Resch

Katharina Tumbrinck züchtet bereits seit elf Jahren diese schwarzen Hunde. Ihr ehemaliger Wohnort „Haus Wildenrath“ ist Name ihrer Zuchtsätte geworden. Als sie in dieses abgelegene Haus im Wald zogen, suchten sie einen Wachhund und kamen auf die Hunderasse der Spitze. Zunächst entschied sie sich für einen Rüden. Zwei Jahre später kam dann ihre Hündin Dina dazu und der erste Wurf folgte. Ihr ist es ein Anliegen, die Wesensmerkmale der Hunde zu erhalten. „Ich habe Spaß an der Zucht“, sagt Katharina Tumbrinck.

Ihre erste Hündin Dina, die acht Jahre bei ihr lebte, hatte vier Mal Nachkommen. Bei den Züchtern werden die Würfe als Buchstaben in abfolgender Reihenfolge gezählt. Alle Welpen bekommen Namen mit dem Anfangsbuchstaben des Wurfes. Im vierten Wurf — dem D-Wurf — der 2012 geboren wurde, war der Welpe Dark mit dabei. Eine junge Frau aus Remscheid, Lydia Vöpel, gehörte zu den Interessentinnen. Als sie zum ersten Mal auf den Hof kam, saß der kleine Welpe abwartend, etwas reserviert im Hintergrund und sah sie einfach an, neugierig aber etwas skeptisch. Dieser Blick war es, der Lydia Vöpel dann für den kleinen Dark einnahm. „Wer kann bei solchen Fellknäuel schon wiederstehen,“ erzählt sie heute rückblickend.

Ein stattlicher Rüde wuchs heran, wurde in Trainings und Hundeschule ausgebildet und entwickelte sich zu einem geduldigen und außergewöhnlich schönen Hund. Eigentlich hatte die Remscheiderin gar nicht vor selbst zu züchten. Die Begeisterung von Hundeliebhabern hat sie dann jedoch dazu gebracht. Sätze wie „Sie haben so einen tollen Hund, es wäre sträflich, ihn nicht zum Deckrüden zum machen“, hörte sie öfter. Relativ spät, mit 19 Monaten, zeigte sie ihn zum ersten Mal auf einer Ausstellung und hatte sofort Erfolg. Die nächsten Ausstellungen folgten, und so wurde er insgesamt fünf Mal schönster Spitz der Show, bis er Ende letzten Jahres in Leipzig den Titel World Winner 2017 erhielt.

Freude und Stolz empfindet Lydia Vöpel jedoch nicht nur wegen seines Aussehens. Dark von Haus Wildenrath entwickelte sich auch im Wesen zu einem Spitz, wie man ihn sich wünscht. „Ich brauche keine Angst zu haben, dass jemand auf das Grundstück kommt, der da nicht hingehört. Seinen Job aufzupassen nimmt er ernst. Er liebt uns alle, aber wenn er jemanden nicht kennt, bellt er“, weiß sie. Wenn die Besitzer nicht da sind, ist der Hund wachsam, bewacht das Haus und passt auf die Kinder auf. Sind die Erwachsenen zu Hause und bitten die Unbekannten herein, beruhigt sich der Hund. „Er ist ganz ehrlich in seinen Äußerungen“, charakterisiert die Remscheiderin ihn, „er merkt sich, wer mal blöd zu ihm war und wer nett“. Zwischen Erwachsenen und Kindern unterscheidet er, „Kinder sind ja ganz offen von ihrem Wesen“, weiß sie von Kindern, die zu Besuch kommen, und die Dark durchgehend als freundlichen Hund erleben. Auch Freunde und Nachbarn sind kein Problem für ihn, nur bei Unbekannten gebärdet er sich. „Ich kann schon an der Art, wie er bellt hören, wer kommt. Manchmal beeile ich mich ans Tor zu kommen“, sagt sie. Inzwischen hat Dark bereits zweimal gedeckt und ist der Vater von elf Welpen. Sein Sohn Viasalis Ares lebt mit ihm in Remscheid.

Dark ist bereits der zweite Hund aus dem Hause Wildenrath, der den Titel „World Winner“ erhielt. Sein Bruder Bosse gewann ihn 2012 in Salzburg. Für 2017 wurde Familie Tumbrinck mit dem Titel „Top Zuchtstätte des Jahres“ vom Verein für Deutsche Spitze ausgezeichnet.

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