Kooperationsprojekt an der Beecker Straße „Wegberger Höfe“ nehmen Formen an

Wegberg · Durch ein Kooperationsprojekt entstehen an der Beecker Straße Wohnungen für Senioren und Menschen mit Behinderung.

 Das sind die Verantwortlichen des Kooperationsprojekts (von links): Patrick Berger (ViaNobis), Benjamin Gronau, Björn Gronau, Lutz Gronau, Josef Aretz (ViaNobis), Norbert Scheufen (ViaNobis) und Klaus Gronau (v.l.).

Das sind die Verantwortlichen des Kooperationsprojekts (von links): Patrick Berger (ViaNobis), Benjamin Gronau, Björn Gronau, Lutz Gronau, Josef Aretz (ViaNobis), Norbert Scheufen (ViaNobis) und Klaus Gronau (v.l.).

Foto: Michael Heckers

In Zusammenarbeit mit der Katharina Kasper ViaNobis GmbH aus Gangelt realisiert das Wegberger Architekturbüro Gronau Plan GbR mit dem so genannten Kooperationsprojekt „Wegberger Höfe“ zum einen eine ambulante Wohngemeinschaft für erwachsene Frauen und Männer mit Behinderungen mit 18 barrierefreien Wohnungen (Beecker Straße 81) und zum anderen ein Gebäude mit zwei Seniorenwohngemeinschaften für zehn und sechs Personen (Alter Schulweg 5). Die Maßnahme wird als Quartiersmaßnahme durch das Land NRW gefördert. Im Herzen des Quartiers wird im Innenhof der Anlage ein Inklusionstreff betrieben, der Raum für Begegnungen bietet. Bis Ende 2019 sollen die beiden Gebäude, die Platz für insgesamt 34 Bewohner bieten, bezugsfertig werden.

Haus 1, Beecker Straße 81 In diesem Gebäude werden zwei ambulant betreute Seniorengemeinschaften einziehen, einmal für zehn und einmal für sechs Personen. „Dort können Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf einziehen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in der eigenen Wohnung bleiben können oder wollen“, erklärt Josef Aretz von der Katharina Kasper ViaNobis GmbH.

 So soll das abgeschlossene Projekt „Wegberger Höfe“ aussehen. Die Häuser werden im Jahr 2019 bezugsfertig sein.

So soll das abgeschlossene Projekt „Wegberger Höfe“ aussehen. Die Häuser werden im Jahr 2019 bezugsfertig sein.

Foto: Architekturbüro Gronau

Die ambulant betreute Wohngemeinschaft bietet den Nutzern eine Alternative zur stationären Betreuung und ergänzt das Angebot der ambulanten Pflege. Im Unterschied zum Heim gibt es für die Mieter zwischen Vermietung und Pflegedienstleister getrennte Vereinbarungen. Jeder Mieter schließt einen Einzelmietvertrag ab und hat damit alle Rechte und Pflichten eines normalen Mietverhältnisses.

Die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes sollen in der Wohngemeinschaft präsent sein und je nach Pflege- und Hilfebedarf für die Bewohner eingesetzt werden. Die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten werden in der Wohngemeinschaft nach den Möglichkeiten der Bewohner gemeinsam verrichtet. Die Wäschepflege mit waschen, aufhängen, falten und bügeln findet ebenfalls in der Wohngemeinschaft auf Wunsch statt. „Durch die Hauswirtschaft und die Mahlzeiten mit Vor- und Nachbereitung wird der Tag strukturiert und gestaltet“, erklärt Josef Aretz.

Haus 2, Alter Schulweg 5 Im Haus 2 wird bis Ende 2019 eine ambulante Wohngemeinschaft für erwachsene Frauen und Männer mit Behinderung mit 18 barrierefreien Einzelwohnungen verwirklicht. Das Wohnprojekt versteht sich als teilhabeorientiertes, inklusives Angebot der ViaNobis im Gemeinwesen der Stadt Wegberg.

„Wir unterstützen und begleiten die Klienten intensiv bei ihrem Entwicklungsschritt aus dem stationären Wohnsetting in die eigene Wohnung und bieten in der ambulant betreuten Hausgemeinschaft ein attraktives Zuhause mit modernen, funktionalen Räumen und bedarfsgerechten, individuellen Hilfen“, erklärt ViaNobis. Vorgesehen ist, dass jeder Klient einen eigenen Mietvertrag abschließt. Auch Leistungsvereinbarungen zu Betreuung, Pflege und Hauswirtschaft werden individuell abgeschlossen. Der Bereich Arbeit und Beschäftigung soll bei den Begleithilfen der Klienten ebenso Berücksichtigung finden wie die Vermittlung der Teilnahme an einer tagesstrukturierenden Maßnahme.

Ziel des inklusiven Wohnangebots ist die soziale Teilhabe des Einzelnen am Leben in der Gemeinschaft des städtischen Sozialraums mit größtmöglichem Maß an Eigenverantwortung und selbstständiger Lebensführung. Die ambulante Betreuung der Hausgemeinschaft soll die Wohn- und Lebensqualität der Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Behinderung sichern. „Unsere fachliche Begleitung orientiert sich am individuellen Hilfebedarf sowie an den Zielen von Selbstbestimmung, Normalität, Gemeinschaftsfähigkeit und Mitwirkung. Unsere Vision ist, die Klienten als Mitbürger in der Stadt Wegberg zu integrieren“, sagt ViaNobis.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Herbst 2019 abgeschlossen. Ein weiteres Mehrfamilienhaus ist bereits kurz vor der Fertigstellung. Das Architekturbüro Gronau plant, noch in diesem Jahr den Bauantrag für weitere Objekte auf dem Gelände des früheren Begegnungszentrums einzureichen und mit dem Bau im Frühjahr 2019 zu beginnen.

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