Wegberg: "Woher kommen die ganzen Schulden?"

Wegberg : "Woher kommen die ganzen Schulden?"

Landtags-Vizepräsident Eckhard Uhlenberg diskutierte gestern in Wegberg mit Gymnasiasten über politische Themen.

Politik fängt nicht im Parlament an, sondern vor Ort, zum Beispiel in der Schule. Das erfuhren rund 100 Schüler der Grundkurse und des Leistungskurses Sozialwissenschaften aus den Jahrgängen 10 und 11 des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums von Eckhard Uhlenberg, dem Vize-Präsidenten des nordrhein-westfälischen Landtags und früheren Landesumweltminister (2005 bis 2010). "Interesse an Politik wecken" lautete das Ziel der Diskussionsrunde, an der auch der Erkelenzer Landtagsabgeordnete Dr. Gerd Hachen und Wegbergs Bürgermeister Michael Stock teilnahmen.

"Warum hält die Politik an G8 fest?", "Woher kommen die ganzen Schulden, in Wegberg 60 Millionen Euro?" und "Wie wird man eigentlich Politiker?" lauteten einige der Fragen, auf die die CDU-Politiker Uhlenberg und Hachen sowie SPD-Bürgermeister Stock Antworten gaben. Die Gymnasiasten erfuhren, dass Uhlenberg schon als Kind politisch interessiert war und sich mit seinem ältesten Bruder, der ein Anhänger des früheren SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt war, leidenschaftliche politische Diskussionen lieferte. Glücklicherweise sei es ihm später gelungen, Beruf (Landwirt) und politische Karriere unter einen Hut zu bringen, sagte Uhlenberg, der mit seiner Familie auf einem alten Bauernhof im südwestfälischen Werl-Büderich lebt.

Dass zum umstrittenen Thema G 8 (Abitur nach der 12. Jahrgangsstufe) noch wesentliche Rahmenbedingungen fehlen, beklagte Schulexperte Gerd Hachen. Er warnte zugleich vor einer Rückkehr zu G 9, wie sie in der Diskussion von Bürgermeister Michael Stock gefordert wurde. Man müsse stattdessen die wesentlichen Rahmenbedingungen formulieren, damit man auch mit G 8 leben könne, um europaweit wettbewerbsfähig zu sein, meinte Hachen. Uhlenberg ergänzte: "Die Grundsatzentscheidung ist gefallen. Es gibt kein Zurück zu G 8."

Besonders deutlich wurde, dass sich die jungen Leute wegen der Finanznot des Landes sowie der meisten Städte und Gemeinden in NRW große Sorgen machen. Bürgermeister Stock sagte, dass der Schuldenberg in Wegberg vor allem ein Ergebnis politischer Entscheidungen vergangener Tage sei. Jetzt gehe es darum, Weichen zu stellen, damit die Stadt in Zukunft Überschüsse erzeugt und Schulden abbauen kann. Uhlenberg sagte, dass es auf Landesebene wichtig ist, in den nächsten Jahren keine neuen Schulden zu machen.

Weitere Themen waren Braunkohle, Drogen und Flüchtlingspolitik. Moderiert wurde die Veranstaltung von den beiden Schülern Katharina Krzenciessa (16) und Jan Rodriguez (15). Nach der Diskussion trug sich Eckhard Uhlenberg bei einem kurzen Besuch im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein. Eine Stippvisite plante Uhlenberg übrigens auch beim früheren Wegberger Landtagsabgeordneten Felix Becker (FDP), der in Harbeck wohnt. Becker und Uhlenberg verbindet nicht nur viele Jahre der Zusammenarbeit im NRW-Parlament, sondern als passionierte Jäger auch die Leidenschaft fürs Jagdwesen.

(RP)
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