Wenn Spazierengehen nicht reicht

Tag des Hundes in Wegberg : Wenn Spazierengehen nicht ausreicht

Beim Tag des Hundes stellte der Wegberger Hundesportverein sein Kursangebot und seine zahlreichen Aktivitäten vor.

Spazierengehen allein reicht nicht, hat Claudia Janoschka schnell festgestellt. Hundedame Galina möchte gefordert werden. Dafür nimmt ihre Halterin regelmäßig die weite Anreise aus Swisttal bei Bonn in Kauf.

Beim Tag des Hundes demonstrierten die Hovawart-Hündin und ihre Besitzerin, die seit rund drei Jahren Mitglied im Wegberger Hundesportverein ist, dass die Übungen mehr beinhalten können als den bloßen Spaßfaktor. Claudia Janoschka bereitet sich mit Galina auf Prüfungen vor. Aufmerksamkeit und Konzentration würden mit den spielerischen Aufgaben effektiv gesteigert, sagt sie überzeugt.

Auch Vierbeiner mit Einschränkungen und Handicap sowie alte Hunde könnten im Hundesportverein der Grenzlandringstadt gut mitmachen. „Die Aufgaben lassen sich ganz einfach anpassen“, berichtet Janoschka. „Wenn ein Hund nicht über eine Stange springen kann, wird sie eben auf den Boden gelegt.“ Die Anforderungen sind vielfältig. An den einzelnen Stationen auf der weitläufigen Rasenfläche des Vereinsgeländes an der Maaseiker Straße soll ein Deckel mit Kopf oder Pfote weggeschoben werden. Im Behälter darunter befindet sich eine leckere Belohnung für den Hund.

Claudia Janoschka findet die abwechslungsreiche Kombination aus verschiedenen Sportarten gut. Hildegard Joachims (68) aus Schaufenberg zeigt mit Labrador Stella (neun Jahre), wie die Arbeit an der Longe aussieht. Der eigene Garten zu Hause in Schaufenberg ist dafür zu klein. Darum kommt sie regelmäßig zu den Wegberger Hundefreunden. Mitglied muss sie dafür gar nicht sein. Hildegard Joachims hat sich für eine Zehnerkarte entschieden. „Stella hat großen Spaß dabei“, erklärt die Hundebesitzerin.

Vereinsvorsitzende Dorothee Obst kommt dazu, erklärt, dass Longenarbeit, die ihren Ursprung im Pferdesport habe, keine anerkannte Hundesportart sei. Während Hildegard Joachims Stella von der Leine lässt und die Hündin interessiert den auf dem Areal aufgebauten Tunnel erkundet, erläutert Dorothee Obst, dass vor allem auf die Körpersprache des Menschen reagiert werde und der Abstand zwischen Hund und Halter immer weiter vergrößert werde. Das Kreisinnere sei dabei der Regieraum. „Der Hund lernt, dass er außerhalb des Kreisinneren bleibt.“

Schritt, Trab, Galopp – wie beim Pferdesport sind hier verschiedene Gangarten gefordert. Geistig und körperlich werde das Tier dabei gefordert. Kleine Hindernisse werden übersprungen und unterschiedliche Aufgaben erfüllt.

Seit 1981 besteht der Wegberger Hundesportverein an der Maaseiker Straße. Aktuell gehören ihm 22 Mitglieder an, die zum Teil – wie die Vorsitzende Dorothee Obst – aus dem Mönchengladbacher Stadtgebiet stammen. Der Tag des Hundes hat seinen festen Platz im Terminkalender der Vereinsmitglieder. Sie nutzen die Gelegenheit in jedem Jahr am zweiten Juni-Wochenende, um Hundebesitzer mit den zahlreichen sportlichen Betätigungsmöglichkeiten und dem breit gefächerten Kursangebot bekannt zu machen. Damit auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, wird am Vereinsheim gegrillt. In gemütlicher Runde werden bei Bedarf auch Fragen beantwortet.

Vorsitzende Dorothee Obst hat die Menschensuche und die Stöberarbeit zu ihren Schwerpunkten gemacht. Im Rahmen eines sportlichen Spiels begibt sich der Hund auf die Suche. Obst: „Wir verlieren Hautpartikel und Haare, die von Bakterien zersetzt werden. Die Gase, die dabei entstehen, kann der Hund wahrnehmen.“ Solche biochemischen Prozesse könne ein Hund riechen – und die Spur des Menschen aufnehmen, der sich im Spiel vor ihm versteckt oder im Ernstfall verschollen oder vermisst ist.

Mehr von RP ONLINE