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Wegberger Wochenmarkt soll noch attraktiver werden

Auszeichnung mit dem Heimatpreis : Wochenmarkt soll noch attraktiver werden

Für die fünf ehrenamtlichen Organisatoren des Mühlenmarkts in Wegberg gibt’s jetzt den Heimatpreis – Motivation für weitere Ideen.

Bürgermeister Michael Stock gehört längst zu den treuen Stammkunden. Freitags nach Dienstschluss im Rathaus der Mühlenstadt bummelt der Wegberger Verwaltungschef regelmäßig über den Mühlenmarkt, kauft an den Ständen ein, nimmt sich Zeit für Gespräche. Frische Produkte aus der Region, kombiniert mit einem kulturellen Angebot sowie unterschiedlichen Aktionen – das Konzept der Markt-Arbeitsgemeinschaft als Untergruppe der Bürgerinitiative Wegberger Innenstadtentwicklung kommt gut an.

Reisebüro-Inhaberin Birgit Scholz und ihre Mitstreiter Gabi Peterek sowie Karsten Toemmler-Stolze – insgesamt fünf Mitglieder gehören der AG an – haben sich kurz vor den Osterfeiertagen einiges einfallen lassen. Sie verteilen bunt gefärbte Ostereier, die sie immer wieder in die mitgebrachten Kescher nachfüllen, um den Abstand zu den Beschenkten zu wahren. Die anhaltende Pandemie erfordert viel Einfallsreichtum und kreative Ideen von den ehrenamtlichen Organisatoren, die sich beim Verteilen der 200 farbenfrohen Hühnerprodukte kaum eine Pause gönnen.

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In der Wegberger Fußgängerzone herrscht reges Treiben, coronakonform selbstverständlich. Auf das Einhalten der Maskenpflicht achtet Marktmeisterin Sabine Wilhelm. Hin und wieder spricht sie Passanten an, bittet sie höflich, die mitgebrachten Mund-Nasen-Bedeckungen aufzuziehen oder vom Fahrrad abzusteigen. „Wir haben für die nächste Zeit so einige Ideen, die wir aber zum Teil wegen Corona zurzeit nicht umsetzen können“, verrät Birgit Scholz.

Neuen Auftrieb gibt dem ideenreichen Quintett der Markt-AG der Gewinn des Wegberger Heimatpreises, den der Erste Bürger am 9. April beim nächsten Mühlenmarkt in der Fußgängerzone offiziell überreichen wird. Das Geld, das mit dem Heimatpreis verbunden ist, soll der Finanzierung neuer Aktionen dienen: 2500 Euro. „Wir möchten neues Leben in die Innenstadt holen“, erläutert AG-Mitglied Karsten Toemmler-Stolze die Beweggründe der fünf Organisatoren. Das wichtigste Thema bei den Zusammenkünften sei die Belebung des Marktes, der nicht mehr morgens, sondern freitags nachmittags stattfindet.

Besonders in den Wintermonaten sei dieses Vorhaben nicht ganz einfach gewesen. Frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln, Eier, Honig, Gewürze, Staudenpflanzen, Ziegenkäse und Bio-Brot gehören auf dem Wegberger Mühlenmarkt zum ständigen Angebot der teilnehmenden Händler, die laut Toemmler-Stolze zum Teil nach dem Wochenmarkt im nahe gelegenen Erkelenz ihre Verkaufsstände in der Wegberger City aufbauen. Zurzeit gibt es für kulturelle Darbietungen wenig Möglichkeiten. Band-Auftritte und besonders Gesangsdarbietungen sind während des Lockdowns nicht erlaubt. Dabei steht Gitarrist und Sänger Chris Mikel aus Mönchengladbach-Rheydt bereits in den Startlöchern. Der Musiker aus der Vitusstadt möchte auf dem Wegberger Mühlenmarkt auftreten, hat den fünf Mitgliedern der ausrichtenden Markt-AG bereits eine feste Zusage gemacht.

Organisatorin Gabi Peterek ist gelernte Sozialpädagogin. Sie möchte möglichst bald ein Klang-Orchester gründen, an dem sich die musikbegeisterten Besucher des Wegberger Mühlenmarktes auch ohne Vorkenntnisse beteiligen können. Mit verschiedenen Rhythmus-Instrumenten wie Dosen-Rasseln oder Schellen-Kränzen sollen sich die musisch interessierten Passanten zu einem temporären Mitmach-Ensemble zusammenfinden, dirigiert von Gabi Peterek.

Auch für den Muttertag ist bereits etwas in Planung. Dann werden Birgit Scholz, Gabi Peterek und Karsten Toemmler-Stolze gemeinsam mit ihren Mitstreitern einige kleine Überraschungen für die Mütter auf Lager haben. Auch ein Kinderflohmarkt ist vorgesehen. Wie Birgit Scholz ankündigt, sollen auch die örtlichen Vereine in Zukunft stark in den Mühlenmarkt eingebunden werden. Die evangelische Kirchengemeinde wolle sich mit fair gehandelten Produkten beteiligen. Auch die Erich-Kästner-Schule habe bereits ihr Interesse signalisiert.

Wegen der Corona-Krise musste die geplante Markt-Rallye zum einjährigen Bestehen der wöchentlichen Verkaufsveranstaltung erst einmal auf Eis gelegt werden - weil die Antworten auf die kniffligen Fragen an den Ständen zu finden gewesen wären und die erforderlichen Abstandsregeln dabei eventuell nicht einzuhalten gewesen wären. Als kreative Alternative wurde ein Innenstadt-Quiz mit Fragen zum Herunterladen aus dem Internet angeboten: Wie viele Kinder spielen am Brunnen in der Fußgängerzone und ergeben zusammen ein Kunstwerk? Und wie heißt der kleine Bach? Präsentkörbe im Wert von 20, 30 und 50 Euro gibt es dabei zu gewinnen.