Wegberger Persönlichkeit Peter Wilms gründete Schuhfabriken in Arsbeck, Dalheim und Wassenberg

Vortrag über Wegberger Persönlichkeit : Schuhfabrikant produzierte in Dalheim

Peter Wilms ist eine echte Wegberger Persönlichkeit: Vor mehr als hundert Jahren gründete er eine Schuhfabrik und produzierte nacheinander in Arsbeck, Dalheim und Wassenberg Schuhe.

Schuhfabrikant Peter Wilms ist der Erste, den der ehemalige Vorsitzende des Historischen Vereins, Dietmar Schmitz, in einer neuen Vortragsreihe als eine der „Wegberger Persönlichkeiten“ vorgestellt hat. Die Darstellung von Wilms’ geschäftlichem Tun vermittelt auch einen Eindruck von der Tätigkeit als Schuster sowie der Menschen, die in den Schuhfabriken arbeiteten. Die Berufsbilder Schuhmacher und Schuster entstammen dem Gerberberuf. Die Bedeutungen „zusammenschustern“ und „zuschustern“ werden in dem Zusammenhang auch benutzt.

Peter Wilms wurde 1866 geboren und zog zwischen 1869 und 1872 nach Klinkum. Im Jahr 1894 heiratete er Anna Maria Derichs in Arsbeck. Eine zweite Hochzeit erfolgte 1931 mit Käthe Wilms aus Myhl. Peter Wilms hatte schon 1894 als Schuster auf dem Hof in Klinkum gearbeitet. Zwei Jahre später erhielt er den Gewerbeschein für eine Schuhfabrik. Erste Arbeiten in der Schuhfabrik folgten in einem Anbau eines Wohnhauses auf der heutigen Helpensteiner Straße in Arsbeck. Doch die Räumlichkeiten dort wurden schnell zu klein, sodass der Fabrikant 1903 die Textilfabrik von Frenken in Dalheim ankaufte.

An dieser Stelle eröffnete er seinen eigenen Betrieb – im Jahr 1905 war er unter der Hausnummer 227 zu finden. Peter Wilms zog sein eigenes Verkaufssystem auf und erweiterte nach dem Ersten Weltkrieg die Produktpalette. Im Jahr 1933 hatte er 70 Mitarbeiter und er stellte während des Zweiten Weltkriegs in der Fabrik Filzstiefel für die Soldaten her. Später wurde die Fabrikation auf das Areal der Firma Krahnen und Gobbers nach Wassenberg verlegt. Dieser Bereich wurde 2001 abgerissen. 1953 folgte die Insolvenz von Peter Wilms. Das Betriebsgelände in Dalheim ging 1967 in den Besitz der Firma Leeser über.

Fotografien zeugen von den einzelnen Arbeiten, die in einer Schuhfabrik anfielen. So stanzten die Mitarbeiter das Leder, steppten es oder nähten es an die Sohle. Dabei erhielten Fabrikschuster im Jahr 1927 für 18 Stunden Arbeit einen Wochenlohn von 13 Mark. Die Besonderheit, die Peter Wilms später im Programm hatte, war der elegante Herrenschuh der Marke „Silberschild“.

Ein anderer bedeutender Schuster in Dalheim war auch Heinrich Gisbertz. Darüber hinaus gab es in der Zeit kurz vor der Jahrhundertwende bis in die 1970er-Jahre fünf Schuhfabriken in Rath-Anhoven, über die Geschichtskundler Hans Reiner Jansen geforscht hat. Diese Fabriken waren mit weniger als 40 Mitarbeitern recht klein. Im Einzelnen sind Joseph Vossen, Wilhelm Dahmen, Josef Brunen und Anton Simons als Hauptbetreiber zu nennen.

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