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Wegberger Initiative vermittelt Wohnraum​ an Ukraine-Flüchtlinge

Wegberger Initiative vermittelt Wohnraum für Ukrainer : Viele Hilferufe machen die Not deutlich

Die Initiative „Wegberg hilft der Ukraine“ hat sich zum Ziel gesetzt, geflüchteten Menschen eine sichere Bleibe zu vermitteln. Jetzt wurde eine weitere wichtige Entscheidung getroffen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Zahlreiche Hilfsgüter im Wert von rund 20.000 Euro wurden von ihnen direkt in das ukrainische Kriegsgebiet transportiert. Auf dem Rückweg brachten die Fahrer Flüchtlinge aus dem überfallenen Land mit, die in Gastfamilien im gesamten Stadtgebiet Aufnahme gefunden haben. Jetzt haben sich die Mitglieder der Initiative „Wegberg hilft der Ukraine“ ein neues, ehrgeiziges Ziel gesetzt: weiteren Wohnraum zu beschaffen für die Flüchtlinge aus der Ukraine. Vor allem aufnahmewillige Gastfamilien werden zurzeit dringend gesucht.

Laura Krah koordiniert innerhalb der Wegberger Ehrenamtler-Organisation, die schon bald zum Verein werden will, den Bereich Wohnraum. Die 29-Jährige hofft, dass sich möglichst viele Bewohner der Mühlenstadt bereit erklären, fremde Menschen in ihren eigenen Wohnungen oder Häusern aufzunehmen oder ihnen Räumlichkeiten anzubieten. Während sich anfangs vor allem Flüchtlinge aus dem Süden sowie weiteren umkämpften Regionen des Landes auf den Weg gemacht hätten, seien aktuell vor allem die Bewohner des Donbass unterwegs – zu Fuß, mit dem Zug, im eigenen Auto, weiß die zweifache Mutter. „Diese Menschen wissen oft nicht, wo sie die nächste Nacht schlafen können.“

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Weitere Hilfsgüterkonvois plant die Wegberger Initiative zurzeit nicht; ihr Schwerpunkt soll jetzt die Wohnraum-Vermittlung sein. Denn unzählige Hilferufe gehen ständig bei Laura Krah und ihren ehrenamtlichen Kollegen ein. Als sie die schrecklichen Kriegsbilder sah, beschloss Laura Krah, selbst aktiv zu werden. Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau machte sich kurzerhand auf den Weg nach Düsseldorf, wo vor allem zahlreiche Mütter mit ihren Kindern angekommen waren. In den Düsseldorfer Messehallen sah sie tausende Menschen. „Feldbett an Feldbett“, so beschreibt sie die provisorische Aufnahmemöglichkeit in der Landeshauptstadt, bei der sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. „Als ich das sah, musste ich weinen. Es gab nicht mal Kissen und Decken.“

Laura Krah lernte die 47-jährige Ina und ihren fünfjährigen Sohn Max kennen, die aus dem schwer umkämpften Donbass-Gebiet geflohen waren, verhalf den beiden erschöpften Flüchtlingen zu einer vorübergehenden Unterkunft. Nicht nur die akute Wohnraumvermittlung steht im Mittelpunkt der Ehrenamtler-Initiative „Wegberg hilft der Ukraine“, sondern auch praktische Hilfe und Begleitung als wertvolle Unterstützung im neuen Zuhause auf Zeit. Dafür benötigen Krah und ihre zahlreichen Mitstreiter – die Facebook-Gruppe zählt derzeit fast 1700 Mitglieder – unter anderem Betten, Küchen, Esstische mit Stühlen und vieles mehr.

Von der Facebook-Gruppe zum eingetragenen Verein: Bei einer Mitgliederversammlung wurden vor wenigen Tagen die Weichen gestellt. 60 Euro pro Jahr soll der Mitgliedsbeitrag kosten. Im Vorstand werden neben Laura Krah auch der Dalheimer Versicherungsmakler Andreas Mertens, Fleischermeister Heinz Kohlen aus Klinkum und der pensionierte Lehrer Franz Ingmanns mitwirken. Neben Unterkunftsmöglichkeiten möchte der künftige Verein den notleidenden Ukrainern auch auf andere Weise helfen. Der Wegberger Osteopath Dominik Wagner kümmert sich unter medizinischen Aspekten um die oftmals traumatisierten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Der 37-Jährige betreibt eine eigene Praxis im nahe gelegenen Mönchengladbach.