Wegberger Gymnasium kooperiert mit südafrikanischer Organisation

Kooperation mit Südafrika: Gymnasiasten helfen Armen in Kapstadt

Das Wegberger Gymnasium beabsichtigt auch zukünftig, zuverlässiger Unterstützer für arme Menschen im Kapstadter Township „Vrygrond“ zu sein. Das Direktoren-Ehepaar besuchte jetzt die Wegberger.

Der Perspektivwechsel wurde von beiden Seiten als sehr beeindruckend beschrieben. Tauchten die zwölf Schüler der AG „All 4 All“ Südafrika des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums (MKG) mit Leiter und Lehrer Guido Knippenberg, dessen Frau Iris und weiteren Begleitern 2017 für zwei Wochen in die südafrikanische Welt ein, erhielten sie jetzt einen Gegenbesuch. Direktorin Mymoena Scholtz und Ehemann Anwa Scholtz der von den Schülern unterstützten Foundation „Where rainbows meet“ kamen während ihres Deutschlandaufenthalts zu ihnen. Im Zuge dessen schlossen Schule und Foundation eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel, auch zukünftig zuverlässige Partner zu sein.

Schulleiterin Dr. Barbara Tillmanns und Stellvertreterin May Kuchenbecker überreichten den Gästen aus Südafrika zur Festigung der guten Beziehung Präsentkörbe. Sehr froh über den Schritt zeigten sich unter anderem die zwölf bereits in Afrika gewesenen Schüler sowie eine ganze Reihe interessierter Mitschüler, die sich an diesem Morgen über die Arbeitsgemeinschaft und das Projekt informierten. Einige von ihnen werden voraussichtlich bei der nächsten Reise nach Kapstadt in zweieinhalb Jahren, im Jahr 2020, dabeisein.

Ein Präsentationsfilm stellte sehr anschaulich dar, in welcher Umgebung und in welcher Weise die Helfer vor Ort aktiv sind. Im Township „Vrygrond“ mit einer Bevölkerung von etwa 40.000 Menschen herrscht eine Arbeitslosenquote von rund 50 Prozent sowie hat mindestens jeder zweite Erfahrungen mit Gewalt und Kriminalität gemacht. Erschreckend, dass viele Zwei- bis Sechsjährige tagsüber von ihren Eltern in den kleinen Hütten allein gelassen werden, damit diese arbeiten gehen können. Ebenso spielen in den Elternhäusern oft Alkohol- und Drogenmissbrauch eine große Rolle.

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Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen sowie zu ihrer Ausbildung und von erwachsenen Frauen setzt sich „Where rainbows meet“ mit Kindergarten, Kursen, Suppenküche oder Arbeitsbeschaffung ein. Die Gymnasiasten hatten sich bei ihrem Besuch unter anderem mit dem Schnippeln der Zutaten und Kochen der täglich mehreren hundert Mahlzeiten tatkräftig mit eingebracht. „Ihr bekommt einen guten Eindruck vom dortigen Leben, wenn ihr in Afrika seid“, wandte sich Nick Czorniczek (15) an seine Mitschüler, „die Leute in ärmlichsten Bedingungen sind wie ihr.“ Eine der beeindruckendsten Erfahrungen sei für die Wegberger gewesen, dass viele Südafrikaner glücklicher und fröhlicher als sie selbst gewirkt hätten, obwohl sie ärmer waren.

Welche Eindrücke die Gäste von der Schule und Deutschland hätten, wollten die Jugendlichen vom Ehepaar wissen. Der Friede im Land sei toll, betonten beide. Ohne vergitterte Fenster oder Tiere, die weggesperrt seien. Jungen und Mädchen aufgrund längerer Haare zu unterscheiden sei ihnen zunächst schwergefallen. Ebenso mussten sie sich erst daran gewöhnen, dass es keine Schuluniformen gibt. „Denkt nie, dass es schlecht ist, zur Schule zu gehen“, sprach Anwa Scholtz seinen Zuhörern ins Gewissen. Im Township hätten die Schüler sehr viel weniger Unterstützung von ihren Eltern, gehen oftmals hungrig ins Bett und ohne zu essen in dreckiger Kleidung aus dem Haus. „Wir wollen die Regierung dazu bringen, dass sie den Wert der Menschen erkennt“, betonte seine Frau, „wichtig ist bei allem die Liebe – wenn sie da ist, richtet sich alles.“