Wegberg vs. Wassenberg: Nächste Runde im Windräder-Streit

Wegberg vs. Wassenberg : Nächste Runde im Windräder-Streit

Die Freien Wähler Wegberg wollen die Bürgerinitiative „Rettet den Birgeler Urwald“ im Kampf gegen die Errichtung von riesigen Windrädern finanziell unterstützen. Der Antrag wurde im Grundsatz begrüßt, aber dennoch abgelehnt.

Nächste Runde im Windräder-Streit: Alle Fraktionen im Rat der Stadt Wegberg sind sich darüber einig, dass der Bau von Windrädern im Birgelener Wald nahe der Dalheimer Mühle mit allen Mitteln verhindert werden soll. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen zu der Frage, wie dieses Ziel erreicht werden soll.Das wurde während der Sitzung des Hauptausschusses im Wegberger Rathaus deutlich.

Ein privater Investor möchte mitten im Birgelener Wald auf dem Gebiet der Stadt Wassenberg an der Grenze zu Wegberg riesige Windräder errichten. Bürger und Umweltschützer laufen gegen dieses Projekt Sturm. Auch die Stadt Wegberg hat sich gegen das Vorhaben ausgesprochen, weil sie ihre im Leitbild der Stadt formulierten Ziele, die unter anderem die Förderung des sanften Tourismus vorsieht, gefährdet sieht. Unmittelbar neben der durch die Stadt Wassenberg frisch ausgewiesenen Konzentrationsfläche für Windenergieanlagen im Birgelener Wald liegt die bei Ausflüglern beliebte Dalheimer Mühle. Dort verläuft auch der Premium-Wanderweg „Birgeler Urwald“ des Naturparks Maas-Schwalm-Nette, die Naturschutzstation Haus Wildenrath mit Naturlehrpfad im Naturschutzgebiet Helpensteiner Bachtal und oberes Schaagbachtal ist nicht weit entfernt. Einige Anwohner aus Wegberg-Wildenrath haben sich ebenfalls gegen das Projekt ausgesprochen. Ein bereits beim Kreis Heinsberg eingereichter Genehmigungsantrag für Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von 240 Metern (Nabenhöhe 161 Meter) und einer Leistung von 5,3 Megawatt wurde kürzlich wegen nicht kompletter Unterlagen an den Antragssteller zurückgesandt.

Die Freien Wähler beantragten, die Stadt Wegberg solle eine Klage der Bürgerinitiative „Rettet den Birgeler Urwald“ vor dem Oberverwaltungsgericht Münster unterstützen und 5000 Euro zur Verfügung stellen. „Die Windräder widersprechen unserer Ausrichtung auf die Stärkung des sanften Tourismus. Und dazu sollten uns alle legalen Mittel recht sein, um dies zu verhindern“, argumentierte Fraktionschef Thomas Nelsbach. Während die übrigen Fraktionen diese Argumentation noch ausdrücklich unterstützten, folgten sie dem Vorschlag, 5000 Euro zur Verfügung zu stellen, nicht – und lehnten den Antrag der Freien Wähler ab. „Die Stadt Wegberg befindet sich im Haushaltssicherungskonzept, und wir wollen unser Ziel, den Bau der Windräder zu verhindern, auf anderen Ebenen erreichen“, sagte Georg Gellissen (CDU) und erntete die Zustimmung der übrigen Fraktionen, mit Ausnahme der Freien Wähler. Man müsse sich planungsrechtlich gegen die Errichtung aussprechen, erklärte Gellissen. Man stehe bereits mit dem renommiertesten Rechtsanwalt auf diesem Gebiet in Kontakt. SPD-Fraktionschef Ralf Wolters erklärte, die Stadt Wegberg müsse die richtigen Schritte in dem dafür notwendigen Verfahren machen.

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