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Wegberg: Ulrich Henschel als neuer Pfarrer der evangelischen Gemeinde eingesetzt

Gute Wünsche für Ulrich Henschel : Gemeinde wieder mit eigenem Pfarrer

Ulrich Henschel, der neue evangelische Pfarrer für Wegberg, ist in sein Amt eingesetzt worden. Herausforderungen heutiger Zeiten und die große Bedeutung eines freundschaftlichen Miteinanders kamen im Gottesdienst zur Sprache.

Acht Monate nachdem Pfarrerin Ute Leppert in den Ruhestand verabschiedet worden war, betrat mit Ulrich Henschel ihr Nachfolger in der Evangelischen Kirchengemeinde Wegberg die Friedenskirche an der Martin-Luther-Straße. Beim Festgottesdienst zur Einsetzung Henschels war Ute Leppert ebenso dabei wie dessen Familie und viele Gäste.

Nach Begrüßung durch Pfarrer Robin Banerjee der evangelischen Gemeinde Schwanenberg, der den Wegberger Gemeindemitgliedern ein gutes Zusammenleben mit ihrem neuen Pfarrer wünschte, übernahm Superintendent Jens Sannig das Wort, der seine Ausführungen in Worte des Paulus aus dem 1. Timotheus-Brief einbettete: „Der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt.“ Für den Pfarrdienst sei ein erfahrener, belastbarer Mensch gesucht worden, erklärte Sannig. Mit guter Mitarbeiterführung, Verhandlungsgeschick in finanziellen Angelegenheiten, stark in der Predigt, bescheiden und mit untadeliger Lebensführung. Am Beispiel des Paulus, der als Saulus ein Lästerer und Verfolger war und zum Paulus bekehrt zum Verfolgten und Niemand wurde, legte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Jülich die besondere Wirkung des Wortes Gottes dar. „Die Menschenfreundlichkeit gilt für alle Menschen“, betonte Jens Sannig ein Merkmal des Geistes der ersten Gemeinden, und es wurde die ursprüngliche Exklusivität aufgegeben. „Das ist das Faszinierende am christlichen Glauben bis heute.“ Inzwischen habe die Begeisterung der Anfänge vielleicht nachgelassen und es werde eine zurückgehende Zahl der Kirchenmitglieder prognostiziert. Aber: „Falls wir glauben würden, dass sich die Menschen nicht vom Wort Gottes anstecken lassen, würden wir die Stelle nicht besetzen müssen.“ Toleranz, Mitmenschlichkeit und Klimaschutz spielten eine wichtige Rolle, und die Kirche habe eine Menge zu Grundfragen des Lebens zu sagen. Von der jungen Generation, wie beispielsweise der „Digital Church“ in Aachen, nehme sie dabei Anregungen auf: Etwa alte Formeln wegzulassen, der Spiritualität des Einzelnen Raum zu geben und für das, was gepredigt wird, zu leben. Nach Zustimmung durch Ulrich Henschel, den Dienst übernehmen zu wollen und mit dem Presbyterium zusammen zu arbeiten – im Sinne des Versprechens zu seiner Priesterweihe zu Ehren Gottes und zum Wohle der Kirche – setzte Sannig ihn in den Wegberger Pfarrdienst ein.

Nach kurzen, persönlichen Ansprachen seiner Amtskollegen, denen sich das Presbyterium später mit einem Strauß von in der Gemeinde gesammelten guten Wünschen und Zusprüchen anschloss, machte Ulrich Henschel unter anderem mit einer Geschichte seine Lebensauffassung deutlich. Darin kam ein Gast mit einem Suppenstein in ein Haus, dessen Bewohner nichts zum Essen eingekauft hatte. Aus dem mit Wasser gekochten Sud wurde durch das Zutun von Kartoffeln, Gemüse und Gewürzen durch Nachbarn eine schmackhafte Suppe, die in geselliger Runde zu Getränken verspeist wurde. „Gottes Willen wird erfüllt, wo man freundschaftlich miteinander umgeht“, bekräftigte Ulrich Henschel seine Botschaft an seine neue Gemeinde.

Eingezogen war Ulrich Henschel in Begleitung von Amtskollegen der umliegenden Gemeinden, Superintendent Jens Sannig sowie dem katholischen Pfarrer Huu Duc Tran. Der Gottesdienstes wurde vom Kirchenchor unter Leitung von Christoph Schnitzler sowie Organist Peter Klingen musikalisch gestaltet.