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Wegberg: Sommerfest an Haus Wildenrath sehr gut von Familien besucht

Sommerfest an Haus Wildenrath : Werbung für Bienen und andere Insekten

Die kleinen Tiere standen beim Sommerfest an Haus Wildenrath im Mittelpunkt: Mit Infoständen, Insektenhotels bestücken, Keschern und Führungen kamen die Besucher ihnen näher.

Auch auf kleiner Fläche ist es möglich, gute Lebensbedingungen für Insekten, Vögel und weitere Gartenbewohner zu schaffen. Ecken mit Holz, Insektenhotels, Wildblumen, Kräuter oder Blühwiesen bieten Unterkunft und Nahrung, war an den Infoständen und Mitmachstationen beim Sommerfest an Haus Wildenrath zu erfahren.

29 Stände waren rund um die Naturschutzstation sowie auf dem Gelände bis zum oberen Teich aufgebaut, wovon 17 externe Aussteller wie ein Falkner aus Mönchengladbach, der Brühler Hof mit Bioweinen, Wildstauden-Züchter Backhaus aus Heinsberg oder der Imkerverein Wegberg waren. Sowohl bei den Führungen am Samstag als auch der Ausstellung am Sonntag zeigten vor allem viele Familien großes Interesse an den Angeboten. Den Insekten, die im Mittelpunkt standen, und deren Lebensweise kamen sie auch mit dem Bestücken von Insektenhotels oder beim Keschern näher.

Rüdiger Lenkeit, Vorsitzender des Trägervereins, war von der guten Resonanz begeistert. „Wir sind erstaunt, dass bereits eine ganze Menge los ist“, sagte er mittags, „vor 11 Uhr sind die ersten schon gekommen, und die meisten kommen mit Kindern.“ Der Zuspruch sei größer als im vergangenen Jahr, als es erstmals ein Sommerfest gab.

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Tags zuvor hatte es bereits drei Führungen gegeben. 15 Besucher schauten sich das Naturtheaterstück mit Pauline Bongers an und 20 kescherten im Anschluss und schauten sich das Leben im Teich an, blickte Naturschutzstation-Geschäftsführerin Brigitta Szyska zufrieden zurück. 30 Junge und Ältere ließen sich danach vom Biber-Fieber anstecken und schauten sich Werke des Baumeisters an. So hat er den kleinen Douwe Bach ein Stückweit neu gestaltet, einen kleinen Damm darin errichtet, und am Hausteich ist sein Bau zu sehen. Später begaben sich 15 Leute auf Erkundungstour zu Fledermaus und Glühwürmchen.

Unter dem Motto „Insekten – kleine Tiere ganz groß“ hatten die Veranstalter ein aktuelles Thema aufgegriffen. Wichtig an Pflanzen für Insekten und damit auch für Vögel und weitere Tiere ist alles, was einheimisch ist und blüht, war zu erfahren. Christrose, Winterlinge, Wiesenpflanzen im Frühling, Hochstauden im Sommer und Astern im Herbst sorgen für Nahrung im ganzen Jahr. Brennnesseln oder pflegeleichte Blühwiesen, die ein Mal im Frühjahr gemäht werden, sorgen zudem für gute Lebensbedingungen. Je mehr Vielfalt und Struktur ein Lebensraum hat, desto mehr Lebewesen sind darin zu finden, betonte Szyska. An Infoständen und mit Mal-Aktionen stellten Mitglieder des Nabu-Kreisverbandes Heinsberg und Stadtverbandes Mönchengladbach Lebensräume wie Wiese, Gewässer, Wald und Boden vor. Eberhard Holtappels ließ Interessierte in ein Modell eines Insektenhotels schauen: In den verschieden großen Röhren legen die Wildbienen zunächst das befruchtete Ei ab, aus dem sich eine Arbeiterin entwickelt. Dazwischen lagert die Biene als Nahrung für die Larven Pollen ein, und nahe des Ausgangs schlüpfen die Männchen aus. Rohlinge für Insektenhotels hatte die Wildenrather Lebenshilfe-Wohnstätte angefertigt: Die Bewohner luden Besucher dazu ein, sie mit Schilf-, Bambus- und Holunderzweigenbündeln sowie Naturlehmputz und Tannenzapfen zu füllen und so weitere Unterkünfte für fleißige Insekten im eigenen Garten zu schaffen.