Flüchtlinge in Wegberg So wird die Unterbringung geregelt

Wegberg · Wie andere Städte auch erwartet die Stadt Wegberg eine steigende Anzahl geflüchteter Menschen. Wie und wo sie untergebracht werden können und was noch zu tun ist, wurde jetzt im Fachausschuss diskutiert.

Blick auf den Eingang der ZUE in Petersholz. Weiter als bis zu diesem Tor kommen Unbefugte nicht.

Blick auf den Eingang der ZUE in Petersholz. Weiter als bis zu diesem Tor kommen Unbefugte nicht.

Foto: Ruth Klapproth

Die Planungen zur Erweiterung der Gebäude auf der Nordstraße, in denen geflüchtete Personen untergebracht werden sollen, schreiten voran. Das beauftragte Planungsbüro ermittelt derzeit die voraussichtlichen Kosten für die geplanten Einzelmaßnahmen. Die Verwaltung wird dann abstimmen, welche der Maßnahmen in welcher Reihenfolge umgesetzt werden sollen.

Zum jetzigen Zeitpunkt leben in den Gemeinschaftsunterkünften insgesamt 162 Personen, maximal weisen die beiden Unterkünfte 227 Plätze auf. Demnach verfügt die Stadt Wegberg – abhängig von der Belegungsart mit Familien oder mit Einzelpersonen — aktuell über insgesamt 50 bis 72 freie Plätze. Im Einzelnen: Die Nordstraße verfügt derzeit über 38 bis 58 freie Plätze und am Philosophenweg finden noch zwölf bis 14 Menschen Platz. „Zu beachten ist hierbei, dass eine 100-prozentige Belegung dieser Plätze sehr unwahrscheinlich ist“, heißt es seitens der Verwaltung. Und weiter: „Bei der Unterbringung von Familien in einzelnen Wohneinheiten kann es sicherlich dazu kommen, dass theoretisch noch weitere Personen dort unterkommen könnten. Allerdings ist das praktisch schwierig umzusetzen beziehungsweise zu vertreten.“ Beispielsweise könne die Verwaltung zu einer fünfköpfigen Familie in einem Zimmer keine alleinstehende weitere Person zuweisen. Hieraus ergibt sich die sogenannte „Von-bis-Belegung“.

Durch die Bezirksregierung wurden der Stadt Wegberg im Jahr 2022 durchschnittlich 0,75 Personen im Monat und im Jahr 2023 durchschnittlich drei Personen im Monat zugewiesen. Im Jahr 2024 wurden bereits bis Ende April 53 Personen zugewiesen, dies entspricht aktuell einem Durchschnitt von 13,25 Personen im Monat.

Derzeit besteht eine Aufnahmeverpflichtung von 331 Personen mit Wohnsitzverpflichtung. Die Quote wird unter Anrechnung der Personen mit Wohnsitzauflage, die in selbst angemieteten Wohnraum wohnen, derzeit zu 62,15 Prozent erfüllt. Es werden daher noch 126 Personen erwartet. Allerdings: Die zu erfüllende Aufnahmequote verändert sich jedoch – abhängig von den gesamten Flüchtlingszahlen — ständig, sodass sich eine verlässliche Obergrenze zur Aufnahme nicht nennen lässt.

Es sei daher davon auszugehen, dass die Zuweisungszahlen in den nächsten Monaten noch weiter steigen werden, da die neu eingerichteten zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes (ZUE) zwischenzeitlich den Zuzug neuer Antragsteller zwischengepuffert hatten, die nun nach Anerkennung nach § 12a FLÜAG als „Flüchtlinge mit Wohnsitzverpflichtung“ für drei Jahre den Kommunen zugewiesen werden. Infolge dessen sei davon auszugehen, dass bei einer Zuweisung in aktueller Anzahl von durchschnittlich 13,25 Personen im Monat (bei zwei Fortzügen im Schnitt je Monat) die städtischen Unterkünfte in etwa fünf bis sechs Monaten ausgeschöpft wären. Deshalb müsse damit kalkuliert werden, dass einzelne Plätze nicht belegt werden können. Demzufolge ist von einer maximalen Belegung im September/Oktober 2024 auszugehen. Die tatsächliche Entwicklung wird durch ein Monitoring überwacht und verifiziert.

Um für mehr Unterbringungsraum zu sorgen, hatte die Verwaltung sich bereits zwei größere Objekte angeschaut, die zum Verkauf stehen. Eines war ungeeignet, das andere könnte eventuell angemietet werden. Im Jugendheim Wildenrath können acht Personen untergebracht werden. „Das hat beim letzten Mal gut geklappt, und es wurde auch als erstes wieder freigemacht“, sagte die Erste Beigeordnete Christine Karneth. Als zweite Maßnahme können Mobilwohnheime/Container angeschafft und auf den noch freien Flächen auf der Nordstraße platziert werden. Dort fänden 60 Personen Platz. Kostenpunkt: 550.000 bis 700.000 Euro. Um weitere 40 Plätze zu schaffen, könnten die bereits vorhandenen Einrichtungen ausgebaut werden. Die Kosten werden derzeit ermittelt. Zudem könnten auch Container auf geeigneten Flächen im Stadtgebiet aufgestellt werden, um 60 Menschen unterzubringen. Das Flächenpotenzial muss noch ermittelt werden. Kostenpunkt: 650.000 bis 800.000 Euro.

Abhängig von der jeweiligen Vorlaufzeit für die einzelnen Maßnahmen ist eine zügige Entscheidung im jeweiligen Fachausschuss erforderlich.