Wegberg: Schwalmbühne studiert „Die (un)heimlichen Dickmacher“ von Bernd Kietzke ein

Schwalmbühne Harbeck plant urkomisches Stück : Schauspiel über (un)heimliche Dickmacher

Bei der Schwalmbühne Harbeck sind die Rollen für das neue Stück verteilt worden. Regisseur Toni Röttinger verspricht ungewöhnliche Theater-Erlebnisse: Das Publikum kann die Inszenierung ansehen und gleichzeitig ein Fitness-Studio besuchen.

Nach und nach treffen sie ein – Akteure der Schwalmbühne Harbeck, Souffleusen, Kulissenbauer, Maskenbildner. Jeder hat etwas mitgebracht zum gemütlichen Grillabend unter freiem Himmel: Salate, Fleisch, Würstchen, Baguettes. Dieser Abend hat bei den Hobbymimen aus der Grenzlandringstadt – insgesamt 55 Mitglieder gehören dem Verein an – eine lange Tradition. Es ist der Abend, an dem die Rollen für das neue Stück verteilt werden.

„Gleich wird das Rätsel gelöst“, kündigt Antonius Röttinger an, den seine Vereinskameraden nur Toni nennen. Als Regisseur der bunt gemischten Truppe bestimmt er nicht nur, welche Bühnenfigur zu wem am besten passt. Röttinger hat seit März rund 45 Theaterstücke gelesen. Sechs oder sieben nahm er in die engere Wahl, reichte die Textmappen weiter an ein vierköpfiges Leseteam, bis schließlich feststand, welchen urkomischen Stoff die Aktiven der Schwalmbühne Harbeck diesmal auf die Bühne bringen werden.

„Die (un)heimlichen Dickmacher“ heißt die Komödie in drei Akten aus der Feder von Bernd Kietzke, mit der das Wegberger Ensemble bei insgesamt sechs Vorstellungen im Forum in der Zeit von Ende November bis Anfang Dezember sein Publikum begeistern möchte. Regisseur Röttinger verspricht ein ganz besonderes Theater-Erlebnis. „Diesmal können unsere Zuschauer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, lautet seine geheimnisvolle Ankündigung. „Sie erleben einen unterhaltsamen Theaterabend und besuchen gleichzeitig ein Fitnessstudio.“

Erzählt wird die turbulente Geschichte der beiden Freunde Norbert Schmidt (gespielt von Matthias Kosak) und Karl Becker (Delk Wagner), die das Vorhaben ihrer Ehefrauen, ihr Gewicht drastisch zu reduzieren, überhaupt nicht gutheißen. Die beiden Männer sind sich einig: Sie mögen ihre besseren Hälften lieber etwas „griffiger“. Ihre größte Befürchtung: dass es auch für sie ab sofort nur noch gesunde Mahlzeiten gibt.

Bei Elke Schmidt (Helga Rögels) bestimmen nun Diäten und sportliche Aktivitäten den Tagesablauf. Davon überzeugt sie auch ihre Freundin Margrit Becker, die von Nadine Hörter dargestellt wird. Schon seit 1985 gehört Matthias Kosak dem Theaterverein an, Ehefrau Ingrid unterstützt die Hobbymimen als Souffleuse. „Ich habe fast immer mitgespielt“, sagt der 67-Jährige stolz. Auf die regelmäßigen Probenabende – meistens zweimal pro Woche – freut sich der Pensionär, der früher als Gewerbeaufsichtsbeamter bei der Bezirksregierung beschäftigt war.

Warum Röttingers Wahl ausgerechnet auf den eher unbekannten Fitness-Schwank fiel? Der Wegberger begründet seine ungewöhnliche Wahl mit der seiner Meinung nach harmonischen Rollenverteilung. So weise die größte Rolle insgesamt 124 Einsätze auf, die kleinste aber immerhin noch 61. „Eine riesige Rolle, die alles dominiert, ist nicht dabei“, verrät Toni Röttinger.

Mehr von RP ONLINE