Wegberg: Neue Flüchtlinge in der Stadt erwartet

ZUE Wegberg-Petersholz nimmt Betrieb wieder auf : Stadt Wegberg rechnet mit steigenden Flüchtlingszahlen

In den städtischen Unterkünften und in der Landeseinrichtung ZUE Petersholz werden demnächst neue Flüchtlinge erwartet.

Insgesamt 83 Flüchtlinge sind zurzeit in den städtischen Unterkünften untergebracht: 54 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft an der Nordstraße in Arsbeck, 14 Personen in der Unterkunft am Philosophenweg in Dalheim und 15 Personen in eigenen angemieteten Wohnungen. Die Gemeinschaftsunterkunft in Gerichhausen ist weiterhin nicht belegt. Das Gebäude muss saniert werden und wird möglicherweise verkauft oder abgerissen. Die CDU hat beantragt, alle Möglichkeiten zu prüfen.

Die Flüchtlingszahlen gehen aus der Statistik hervor, welche die Verwaltung am Dienstagabend im Wegberger Rathaus dem Ausschuss für Bildung, Integration und Soziales vorgelegt hat. Nach einer aktuellen Mitteilung der Bezirksregierung Arnsberg liegt die derzeitige Aufnahmeverpflichtung, die im Rahmen der Wohnsitzverpflichtung nach den Bestimmungen der Ausländer-Wohnsitzregelungsverordnung ermittelt wird, für die Stadt Wegberg bei 223 Personen.

Der Zuweisungsplan der Bezirksregierung Arnsberg sieht vor, dass zwischen 17. Juni (25. Kalenderwoche) und 4. Oktober (40. Kalenderwoche) die ersten 80 Personen in Wegberg eintreffen sollen. Da diese Personen Bleiberecht haben und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Jobcenter) erhalten oder unmittelbar eine Arbeit aufnehmen, ist eine Vermittlung in privaten Wohnraum das vorrangige Ziel der Stadtverwaltung.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen stellt die Verwaltung fest, dass eine zeitintensive Betreuung des Personenkreises, der einen Aufenthaltsstatus in Deutschland besitzt und in eigenen angemieteten Wohnungen in Wegberg wohnt, weiterhin erforderlich ist. Die Verwaltung beabsichtigt noch in diesem Jahr, ein überarbeitetes Integrationskonzept vorzulegen, das diese Tatsache angemessen berücksichtigt. Nicht nur die städtischen Unterkünfte bereiten sich zurzeit auf Neuankömmlinge vor, auch in der landeseigenen Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in Wegberg-Petersholz werden neue Flüchtlinge erwartet. Wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten war die Unterkunft im Januar 2019 vorübergehend geschlossen worden. Rund 390 Flüchtlinge wurden auf andere Landeseinrichtungen verteilt.

Der damalige Betreiber aus Duisburg soll Steuerschulden in Millionenhöhe haben. Die Bezirksregierung Köln hat mittlerweile mit der ORS Service AG aus Freiburg einen neuen Betreiber gefunden. Der Vertrag ist vorerst auf drei Jahre festgesetzt, jedoch mit der Option, diesen um ein Jahr zu verlängern.

Am 27. Mai hat die ZUE Wegberg-Petersholz den Betrieb wieder aufgenommen. Zurzeit sind dort nach Angaben der Bezirksregierung Köln rund 100 Menschen untergebracht. Die Maximalbelegung der Flüchtlingseinrichtung liegt bei rund 800 Personen, es gibt außerdem eine Notreserve von weiteren 590 Plätzen auf dem Gelände der früheren Wohnsiedlung der britischen Streitkräfte.

Die ZUE war während des großen Flüchtlingszustroms nach Deutschland am 1. September 2015 zunächst als Notunterkunft in der früheren Britenwohnsiedlung nahe des ehemaligen Flugplatzes der Royal Air Force Wildenrath eröffnet worden. Dort waren bis Ende Januar 2017 vom damaligen Betreiber, der Johanniter Unfallhilfe (JUH), insgesamt 1620 geflüchtete Menschen betreut worden. Nach einem Ausschreibungsverfahren wurde die JUH aus wirtschaftlichen Gründen als Betreiber der ZUE Petersholz nicht mehr berücksichtigt.

Der Verein Zukunftsorientierte Förderung (ZOF) hatte den Betrieb in der ZUE Wegberg-Petersholz zum 1. Februar 2017 übernommen. Ende 2018 wurden von der Bezirksregierung alle bestehenden Vertragsverhältnisse zum Betreuungsdienstleister gelöst. Die Bezirksregierung begründete diesen Schritt mit Steuerschulden in Millionenhöhe und nicht bezahlten Sozialabgaben. Zudem wurden die Selbstreinigungskräfte des Vereins angezweifelt.

Seit dem 27. Mai (Wiedereröffnung) wird die ZUE Wegberg-Petersholz von der ORS Service AG aus Freiburg betrieben.

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