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Wegberg: Merz-Valsamidis (Grüne) kandidiert für Bürgermeisteramt

Kommunalwahl 2020 - Bürgermeisterwahl in Wegberg : Grüne Kandidatin mit klarer Kante

Die Wegberger Grünen wählen für die Kommunalwahl am 13. September Christiane Merz-Valsamidis zur Bürgermeisterkandidatin. Die 53-Jährige aus Klinkum will sich vor allem für mehr Konsequenz in der Klimapolitik einsetzen.

Christiane Merz-Valsamidis geht bei der Kommunalwahl 2020 in Wegberg als Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen ins Rennen. Die Mitglieder des Wegberger Orsverbandes wählten die 53-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Klinkum während der Mitgliederversammlung am Mittwochabend (3. Juni) im Forum Wegberg einstimmig.

Frau Merz-Valsamidis, wann haben Sie sich dazu entschieden, für eine Kandidatur zur Verfügung zu stehen?

Christiane Merz-Valsamidis Das war während unserer Klausurtagung im Januar dieses Jahres. Dort bin ich von meinen Parteifreunden auf eine mögliche Kandidatur angesprochen worden. Wenn man wie ich etwas Positives für seine Heimatstadt bewirken möchte, muss man auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Darum habe ich ja gesagt.

Von den 36 Sitzen im Wegberger Stadtrat haben die Grünen zurzeit drei Sitze. Wie lauten Ihre Ziele für die Kommunalwahl am 13. September?

Merz-Valsamidis Was den Stadtrat angeht, wollen wir Grüne zweitstärkste Kraft werden und die Mehrheit des Mühlenbündnisses mit seinen 21 Sitzen brechen. Der Zusammenschluss aus CDU, FDP und der Wählergemeinschaft Aktiv für Wegberg hat zuletzt viele unserer Ziele blockiert. Wir wollten zum Beispiel einen Klimaschutzmanager in Wegberg installieren. Für meine Bürgermeisterkandidatur habe ich mir zunächst zum Ziel gesetzt, es in die Stichwahl zu schaffen. Dann ist alles möglich.

Für welchen Politikstil stehen Sie persönlich?

Merz-Valsamidis Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer klare Kante zeige und eine Haltung habe, die ich konsequent vertrete. Man kann sich auf meine Worte verlassen. Das ist für mich nicht immer bequem, aber ich bin mit mir im Reinen. In der Politik wird meiner Meinung nach zu kurz gedacht. Ich möchte nicht, dass wie bisher von Wahlperiode zu Wahlperiode agiert wird, sondern dass Wegberg seine Ziele projektorientiert erreicht.

Wie beurteilen Sie die Arbeit des amtierenden Bürgermeisters Michael Stock (SPD)?

Merz-Valsamidis Seine Amtszeit seit 2014 war von Anfang an geprägt von den Auswirkungen des Haushaltssicherungskonzeptes, das der Stadt Wegberg enge Grenzen setzt. Davon ausgehend hat er das Maximale herausgeholt, vor allem aber eine neue Transparenz in der Ratsarbeit etabliert und eine neue Qualität der Kommunikation sichtbar gemacht.

Dennoch glauben Sie, dass Sie es besser machen können.

Merz-Valsamidis Ja, weil ich glaube, dass für Wegberg noch mehr möglich ist. Wir brauchen zum Beispiel mehr Konsequenz in der Klimapolitik. Wegberg soll bis spätestens 2050 klimaneutral sein, dafür müssen wir jetzt wesentliche Pflöcke einhauen, zum Beispiel Tempo 30 für die komplette Innenstadt durchsetzen, das Thema Fahrradfahren in allen Belangen stärker fördern und dafür sorgen, dass sich die Bürger mit diesem Thema und mit Wegberg als grüne Stadt identifizieren. Bei der Entwicklung von Wohngebieten sollen grüne Oasen statt Gärten des Grauens geschaffen werden. Es geht in unserer Stadt nicht immer um die maximale Bauauslastung.

Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage könnte Wegberg mehr Gewerbesteuereinnahmen gut gebrauchen.

Merz-Valsamidis Auch bei der Entwicklung von Gewerbegebieten steht für uns Grüne der Nachhaltigkeitsfaktor im Vordergrund, das muss für die Ansiedlung von Gewerbetrieben ja kein Nachteil sein, im Gegenteil. Mit Blick auf das geplante Gewerbegebiet in Uevekoven fragen wir uns schon, ob es unbedingt eine Tankstelle auf einer Fläche sein muss, die eigentlich im Wasserschutzgebiet liegt. Und wir fragen uns auch, ob eine Tankstelle in zehn oder 15 Jahren überhaupt noch gebraucht wird.

Die Stadt Wegberg steuert auf eine Rekordverschuldung zu, die Corona-Pandemie könnte die Lage weiter verschärfen. Wie würden Sie als Bürgermeisterin mit der Situation umgehen?

Merz-Valsamidis Machen wir uns nichts vor: Kommunen wie Wegberg, die unter einer angespannten Haushaltslage leiden, sind auf die Hilfe von Bund und Land angewiesen. Ohne ein Rettungspaket geht es nicht. Die Städte und Gemeinden brauchen ja auch wieder Gestaltungsfreiraum. Dass wir bei den anstehenden Millionen-Investitionen in Wegberg weiterhin verantwortungsvoll mit Geld umgehen müssen, versteht sich von selbst.