Wegberg-Merbeck: Lesung von Gerlinde Helgers zum 150. Jubiläum der Bücherei St. Maternus

150 Jahre Bücherei Wegberg-Merbeck : Abenteuergeschichten in der Bücherei

Zum Jubiläum 150 Jahre Katholische Bücherei St. Maternus Merbeck las Gerlinde Helgers aus ihrem Buch „Ins Blaue hinein“. Darin geht es um abenteuerliche Geschichten, denn sie und ihr Mann erobern die Welt gern auf dem Fahrrad.

Schon vor Jahrzehnten haben die Buchautorin Gerlinde Helgers und ihr Ehemann das Fahrradfahren als Reisemöglichkeit entdeckt und radeln seitdem durch die Weltgeschichte. Die bisher erlebten Geschichten hat die gebürtige Willicherin in ihrem Buch „Ins Blaue hinein“ festgehalten – und im Rahmen einer Lesung anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Katholischen Bücherei St. Maternus Merbeck vorgetragen. „Ich denke, das Jubiläum ist ein Grund zum Feiern, und es gibt nichts Schöneres, als es mit solch einer Lesung zu tun“, eröffnete die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Bücherei Walburga Stahl die Veranstaltung.

Gemeinsam leiten sie und ihre Kollegin Hella Heinrichs die Bücherei in den Räumen des alten Pastorats neben der Kirche, die insgesamt 4000 Bücher, Bildbände, Zeitschriften, CD und DVD führt. Da ist für jedermann etwas dabei und lädt viele Bücherwürmer zum Schmökern ein, die sich die Bücher und andere Medien kostenfrei mittwochs von 15.30 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr ausleihen können. In den 150 Jahren Bestehen hat die Bücherei ihren Platz nie verlassen und hat den Wandel von lediglich religiöser zu ebenfalls moderner Literatur durch Hella Heinrichs geschafft, die diesen Prozess antrieb. Besonders viel Wert legen sie heute darauf, den Kindern die Welt der Bücher nahezubringen, was zu Beginn mit Schwierigkeiten verbunden war, da das Angebot der Kinderecke in der Bücherei nicht gut angenommen wurde. „Wir mussten überlegen, dass die Bücher zu den Kindern kommen“, erzählt Walburga Stahl und führt aus, dass sie daraufhin Bücherkisten im Merbecker Kindergarten und der Erich Kästner Grundschule eingeführt haben, an denen sich die Kinder bedienen dürfen. Insgesamt werden ungefähr 150 Kinder erreicht.

In gesellig kleiner Runde, bei einem Tässchen Kaffee und Keksen, konnte die Reise von Gerlinde Helgers auf ihrem Fahrrad, ausgestattet mit Packtaschen und Zelt, in das grüne Norwegen beginnen. Dabei lautete die Devise: „Gucken, was sich ergibt, das Grobe wird geplant, aber man ist nicht festgelegt“.

Insgesamt 600 Kilometer in drei Wochen legte das Ehepaar gemeinsam bei Wind und Wetter zurück: „Wir haben es gerade noch in einen Heuschober geschafft“, erzählt die ehemalige medizinische Fachangestellte Helgers, nachdem sich die beiden erst vor zwei Stunden auf den Weg gemacht hatten. Mit Übernachtungen am Flussufer, Campingplatz-Desastern und täglichem Zirkeltraining durch die norwegischen Plateau-Landschaften – alles haben sie im Land der Wikinger miterlebt.

Doch alles begann 1983 im Familienurlaub an der Ostsee, wo sie von ihren Vermietern der Unterkunft inspiriert wurden, da dieser samt Sohn von Basel bis zur Ostsee geradelt ist, was sie sehr beeindruckte: „Wir durften bei den Erzählungen dabei sein, es ist wie ein Samenkorn gewesen“, schwelgt Gerlinde Helgers in Erinnerung. Nach einigen kleineren Touren sind sie dann 1996 von ihrem damaligen Heimatort Elmpt bis an die Ostsee gefahren: „Es ist ansteckend wie ein Virus, es ließ uns nicht mehr los.“