Wegberg: Märchencafé zweimal im Jahr als neues Angebot im Europäischen Volkstrachtenmuseum Beeck

Besucherzahlen in Beecker Museen steigen : „Es war einmal“ im Trachtenmuseum

Im Museum für Europäische Volkstrachten fand die erste Ausgabe des „Märchencafés“ statt. Erzählerin Gabriele Claßen stellte über Geschichten den Bezug zu den Ausstellungsstücken des Museums her.

Seit ewigen Zeiten sind es Geschichten und Sagen, die uns von klein auf unterhalten und in aufregende Traumwelten entführen. Spätestens seit den Niederschriften der Gebrüder Grimm machen Märchen einen nicht zu unterschätzenden Teil unseres Kulturgutes aus, werden in immer neuen Variationen wiedergegeben und erfreuen sich gerade bei Kindern großer Beliebtheit.

Inmitten des Museumshofes sitzt die Frau, die das Erzählen von zauberhaften Geschichten zu ihrem Beruf gemacht hat: Auf dem Rücken geflügelter Worte nimmt die gelernte Märchenerzählerin Gabriele Claßen, selbst in bunt schimmernden Samt gekleidet, die Kinder um sie herum mit in die märchenhafte Welt von imposanten Schlössern und weiten Wäldern, von armen Menschen und Königskindern.

So erzählt sie neben bekannten und beliebten Dichtungen wie „Sterntaler“ und einer etwas frecheren Version der „Prinzessin auf der Erbse“ beispielsweise das Märchen vom Lumpenkind, das vom verhärmten Großvater und Lord vernachlässigt aufwächst und über viele Umwege doch noch das Glück findet.

Die Geschichten, die im Märchencafé erzählt wurden, hatten alle etwas gemeinsam – die ausführlich umschriebene Strahlkraft des Schmuckes und der prächtigen Kleider, die in den Märchen vorkommen. Nur ein Flur trennte die kleinen und großen Zuhörer im Innenhof von den Räumlichkeiten des Museums für Europäische Volkstrachten, in denen in Beeck anhand vieler prachtvoller Ausstellungsstücke gezeigt wird, wie solche Schmuckstücke und Gewänder im echten Leben der unterschiedlichen europäischen Völker ausgesehen haben. Die außergewöhnlichen Exponate sind Teil der aktuell laufenden Ausstellung „SchmuckKulturen“ 2.0 und stammen aus der privaten Sammlung der Kölner Ärztin und Ethnologin Irene Steiner.

Das Pilotprojekt „Märchencafé“ startete aufgrund des Ferienbeginns noch mäßig besucht. Georg Wimmers, Vorsitzender des Heimatvereins Wegberg-Beeck und Leiter der beiden Beecker Erlebnismuseen, möchte den Märchennachmittag im Trachtenmuseum künftig zwei Mal im Jahr anbieten und vor allem die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter aus Beeck stärker einbeziehen. „Die Idee ist, das Museum familienfreundlicher zu gestalten und zu einem Ort der Begegnung zu machen, der für alle Altersklassen zugänglich ist“, sagte Wimmers. Gerade im Vergleich zum Flachsmuseum sei das Trachtenmuseum leider noch recht unbekannt in der Region. Das soll durch Veranstaltungen wie diese geändert werden.

Während die Kinder im Innenhof von Gabriele Claßen mit wundersamen Märchen, Gesang und Basteleien unterhalten wurden, hatten die Eltern und Großeltern Zeit, an einer fachkundigen Führung teilzunehmen. Gregor Laufenberg, Mitglied des Heimatvereins und neben Steiner Kurator der Ausstellung, gestaltet einstündige Führungen durch „SchmuckKulturen 2.0“ sowie die ständige Sammlung des Museums und gibt Einblicke in die persönlichen Geschichten der ehemaligen Träger. Im Anschluss an Führung und Märchenstunde sorgten Kuchen und Getränke im Hofcafé für einen gemütlichen Ausklang.

Auch über das Angebot des Märchencafés hinaus möchte der Heimatverein den Museumshof zum Beispiel für Veranstaltungen musikalischer Art nutzen, die in Verbindung mit Museumsführungen stattfinden sollen. „Zum Einen möchten wir diesen schönen Hof und das Museum mehr beleben und in Szene setzen“, erklärte Wimmers. Zum Anderen sei es ihnen wichtig, dass ihre Gäste sich beim Besuch in den Beecker Museen gut aufgehoben fühlen und gerne wiederkommen. „Die Besucherzahlen steigen, das zeigt uns, dass unser Prinzip funktioniert.“

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