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Wegberg: Kita-Plätze dringend benötigt

Worte zur Woche : Wegberg benötigt dringend mehr Kita-Plätze

Kindergartenplätze sind in Wegberg Mangelware. Die Entscheidung des Bauausschusses, den Merbecker Kindergarten zu erweitern, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere Schritte müssen folgen.

Die Wegberger Politik hat in dieser Woche vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltsplans 2019 grünes Licht für die Erweiterung des städtischen Kindergartens in Merbeck gegeben. Für knapp eine Million Euro soll Platz für eine dritte Gruppe geschaffen werden, die zurzeit als Übergangslösung in einem Container untergebracht ist. Besonders vonseiten der FDP wurde Kritik an der Höhe der Kosten geübt. Das ist einerseits verständlich, denn die Stadt Wegberg befindet sich weiterhin im Haushaltssicherungskonzept und muss jeden Euro, den sie ausgibt, zweimal herumdrehen. Dennoch ist die Entscheidung richtig und ohne Alternative.

Was die Kindergartenplätze angeht, ist die Situation in der Mühlenstadt so angespannt wie in keiner anderen Kommune im Kreis Heinsberg. Offiziell ist von rund 100 Kindergartenplätzen die Rede, die in Wegberg fehlen. Hinzu kommt jedoch, dass alle 14 Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet überbelegt sind. Rechnet man diese Situation mit ein, muss man von rund 250 fehlenden Kindergartenplätzen in Wegberg ausgehen. Die Situation ist deshalb so dramatisch, weil die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen in Wegberg viel höher ist als erwartet.

Es ist höchste Zeit, dass in einem ersten Schritt durch entsprechende bauliche Maßnahmen aus den Provisorien, wie sie jahrelang an den Kindertageseinrichtungen in Merbeck und Harbeck durch Container geschaffen wurden, dauerhafte Plätze realisiert werden. Zugleich müssen in Gesprächen mit geeigneten Investoren Möglichkeiten gefunden werden, neue Einrichtungen im Stadtgebiet zu verwirklichen. Um die Kosten für die Stadt in einem vertretbaren Rahmen zu halten, sollten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Gute-Kita-Gesetz im Blick haben. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung befindet sich zurzeit im Bundesrat und Bundestag in der Beratung.

Der Bund will bis 2022 durch das Gute-Kita-Gesetz 5,5 Milliarden Euro investieren, um qualitativ hochwertige Kindertagesbetreuung zu gewährleisten. Bei ihren Bemühungen, das Defizit bei den Kindergartenplätzen aufzuarbeiten, könnte die Mühlenstadt eine Finanzspritze gut gebrauchen. Das Gesetz soll Anfang 2019 in Kraft treten.

michael.heckers@rheinische-post.de