Wegberg: Historische Bilder der Mühlen in Wegberg in der Geschichtswerkstatt

Geschichtswerkstatt zur Schwalm mit ihren Mühlen : Mühlen am Heimatflüsschen Schwalm

Mehr als hundert Jahre alte Fotografien und Postkarten vom heimatlichen Gewässer mit dessen Flora und Fauna sowie den damals bestehenden anliegenden Mühlengebäuden wurden in der Geschichtswerkstatt bewundert.

„Heem an de Schwalm“ titelte ein Gedicht des Autors W. J. Spehl, mit dem Hans-Peter Jans seine Power-Point-Präsentation zum Thema „Die Schwalm und ihre Mühlen von der Quelle bis Venheyde“ begann. Dass viele Gäste das besprochene Gebiet ebenfalls als ihre Heimat ansehen, wurde im Laufe des Abends deutlich. Aus seinem großen Fundus hatte das Mitglied des Historischen Vereins Wegberg eine große Anzahl Bilder vom Heimatflüsschen Schwalm mit dessen Flora, Fauna und früheren sowie bestehenden anliegenden Mühlengebäuden sorgsam ausgesucht. Zeugnisse von Gegenden und Zeiten, die viele Erinnerungen bei den Anwesenden im voll besetzten Raum hervorriefen.

Zur ersten Geschichtswerkstatt nach der Sommerpause hieß Vorsitzender Hermann-Josef Heinen die Besucher willkommen. Der Verein sei nach wie vor sehr an alten Fotos aus Wegberg und den umliegenden Ortschaften interessiert, betonte er. Die Fotos werden in der Wegberger Mühle eingescannt und innerhalb weniger Minuten an den Besitzer zurückgegeben. Im Weiteren machte der Referent bildlich an verschiedenen Stellen der Schwalm Halt und stellte jeweils ausführlich und anschaulich die geschichtliche Entwicklung von Gewässer und Gebäuden dar. So habe es 1974 noch kein Rheinbraun-Wasser im Quellgebiet bei Geneiken gegeben, kommentierte Jans eine Aufnahme. Bis in die Jahre 1910 bis 1920 reichten dann die Fotos zur Tüschenbroicher Mühle zurück. Ein Besucher erinnerte sich genau daran, im dortigen Jagdzimmer mit Messer und Gabel essen gelernt zu haben – sein Vater war damals in der Gastronomie beschäftigt. Die Kornmühle sei heute komplett restauriert, fügte Beisitzer Klaus Bürger an, in der Mühle mit einem der wenigen oberschlächtigen Wasserräder hätten ehemals in der oberen Etage sechs Ober geschlafen. Während schon in den 1950er- und 1960er- Jahren Kahnfahrten auf dem Weiher auch bei auswärtigen Gästen sehr beliebt waren, erinnerten sich viele der ansässigen, im Vereinsraum Anwesenden bei Fotos vom alten Schwimmbad aus dieser Zeit an eigene Kindheits- und Jugendtage. „Das waren noch Zeiten, als wir da schwimmen gegangen sind“, war ebenso zu vernehmen, wie „Das Wasser war leicht grünlich gewesen“. Es war eine größere Schar von Leuten im kühlen Nass zu sehen. Nach der benachbarten Ölmühle widmete sich Hans-Peter Jans der Bockenmühle in Watern. Sie hatte ursprünglich ein Holzwasserrad und ab den 1950er Jahren ein Metallrad. Das daneben stehende Kreuz war anlässlich der Heimkehr des Sohns, aus dem Krieg im Jahr 1834, erbaut worden, fügte Mitglied Hans Langerbeins an. Er selbst war mit dem Sohn des Müllers Schmitz der Bischofsmühle in Watern aufgewachsen. Diese Mühle lieferte die Ware auf zwei Touren wöchentlich aus.

Ramachers Mühle in Wegberg, heute Rathausplatz (circa 1950). Foto: Repro: Stadtarchiv Wegberg
Die Molzmühle in Rickelrath. Foto: Molzmühle/Hoyer

Nach der Lohmühle war die Wegberger Mühle Gegenstand der Betrachtung. Eine Besonderheit hier: In den 1930er Jahren reichte eine Welle über die Schwalm hinweg und trug den Mahlgang für Futter der Schrotmühle. In den 1960er Jahren hatte zudem die Wegberger Molkerei einen rechts von der Mühle befindlichen Anbau zur Lagerung von Kunstdünger gepachtet. Auch von der Molzmühle zeigte Jans mehr als einhundert Jahre zurückreichende Aufnahmen. Und die Zuhörer brachten eigene heimatliche Erinnerungen an die verschwundene Wegberger Neumühle, an Arbeiten am Flüsschen Schwalm oder an die Pappelter Mühle bei Lüttelforst mit ein.

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