Wegberg: Heimatpreis erstmals vergeben

Heimat-Preis ging an drei engagierte Vereine mit besonderen Projekten : Gemeinschaft erfolgreich gestärkt

Drei Vereine stellten vergangenes Jahr außergewöhnliche Projekte auf die Beine und wurden nun mit dem Heimat-Preis ausgezeichnet.

Zur Verleihung des ersten Heimat-Preises, den die Stadt Wegberg ausgerufen hat, kamen viele Menschen in das Mühlenmuseum der Schrofmühle: Drei Vereine, die vergangenes Jahr außergewöhnliche Projekte auf die Beine gestellt hatten, waren Preisträger und jeder war durch eine kleine Abordnung vertreten. Dabei ließ sich Quartiersmanager Lothar Esser, der die Veranstaltung organisiert hatte, krankheitsbedingt von Bürgermeister Michael Stock entschuldigen. Dieser überreichte die drei Preise des NRW-Heimatministeriums im Gesamtwert von 5000 Euro an die besonders erfolgreichen Antragsteller.

Das Vergabeverfahren sei mit Ratsbeschluss beendet worden, erläuterte Michael Stock. Er freute sich, dass alle Beteiligten bei der Preisverleihung mit eingebunden werden konnten: So erhielt der Förder- und Museumsverein Schrofmühle, in dessen Räumen die kleine Feier stattfand, eine Urkunde – die Mitglieder hatten eine DVD erstellt, in der die handwerklichen Abläufe in der funktionstüchtigen Öl- und Getreidemühle dargestellt werden. Und ein Sänger des MGV Liederkranz Wegberg – der Verein feierte 2019 sein 100-jähriges Bestehen – erhielt ebenso eine Urkunde. Die im vergangenen Jahr gegründete Dorfgemeinschaft (DG) Wildenrath kam auf Platz drei und erhielt 1000 Euro, der Historische Verein Wegberg erreichte Platz zwei und damit ein Preisgeld von 1500 Euro und an die Spitze gelangte der Heimatverein Wegberg-Beeck, der 2500 Euro bekam. Die Jury sei der Auffassung gewesen, dass der Prozess der Gründung einer Dorfgemeinschaft, die die Beteiligten sehr professionell durchgeführt hätten, zu ehren ist, führte Stock aus. Vorsitzender Christoph Beenen, der mit Schriftführerin Lena Graab und Kassierer Stephan Schröter den Preis entgegennahm, gab einen Einblick in die Aktivitäten: So bildete sich zunächst ein Arbeitskreis, der die Bedarfe im Ort ermittelte und aus dem im August 2019 ein eingetragener Verein hervorging. „Die verschiedenen Arbeitsgruppen werden von der Dorfgemeinschaft koordiniert“, sagte er, „so gibt es jetzt einen Jugendtreff, ist ein lebendiger Adventskalender ins Leben gerufen worden und wird im Interesse von Senioren eine Unterstützung im Alltag angeboten.“

Derweil war es beim Historischen Verein Wegberg die seit zwei Jahren laufende Geschichtswerkstatt, die den Ausschlag für die Vergabe gegeben hatte – als Beweis dafür, dass man eindrucksvoll die Geschichte der Stadt und deren Bedeutung erfahrbar machen kann. Beisitzer Klaus Bürger und Vorsitzender Hermann-Josef Heinen hatten sie ins Leben gerufen, die mit dem kompletten, ebenfalls wichtige Arbeit leistenden Vorstand nach vorne kamen. „Es war uns wichtig, die Bürger wieder in die Wegberger Mühle zu holen und dass sie mit ihren Ideen und Projekten kommen“, betonte der Vorsitzende. Der Verein gehe dabei ebenso in die Außenorte.

Und bei der Mitmachaktion „Beeck wird blau“ sei eigentlich ganz Wegberg blau geworden, fügte Stock an – für die Jury war entscheidend, dass die Idee des Flachsanbaus über den Ortskern hinaus getragen wurde. Georg Wimmers, Vorsitzender des Beecker Heimatvereins und passionierter Mundart-Sänger, war „stolz darauf“, dass er auf Kräfte wie die Geschwister Klara und Heinz Schlömer, die die Idee hatten und umsetzten, zurückgreifen kann. Die beiden hatten sich von einer Künstlerin inspirieren lassen.