Wegberg: Forstarbeiten für intakte Biotope

Beecker Wald : Forstarbeiten für intakte Biotope

Die Aufräumarbeiten nach dem Sturmtief Friederike nehmen viel Zeit in Anspruch. Zurzeit sind es vor allem Maßnahmen gegen Borkenkäfer und Pilzerkrankungen.

Es sind zwei 30 Meter hohe Buchen, die von einem Pilz befallen sind. Risse in der Rinde zeigen den jeweiligen Krankheitsstand an. Beim rechten der beiden Baumriesen ist zudem die Baumkrone fast vollständig entlaubt. Um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern in dem rege frequentierten Waldgebiet am Grenzlandring nahe dem Wegberger Ortsteil Beeckerwald zu gewährleisten, ist Forstmaschinenführer Markus Corres mit einem beauftragten Forstwirt im Einsatz. Im Rahmen einer Verkehrssicherungsmaßnahme in Zusammenarbeit mit der Stadt Wegberg sollen die Bäume gefällt werden.

Die planerischen und organisatorischen Aufgaben hat Förster Claus Gingter übernommen. Die beiden Forstarbeiter sind bestens aufeinander eingespielt. Markus Corres bringt den Kranvollernter vor dem linken Baum in Stellung und fixiert den Stamm mit dem aufgesetzten Kopf. Die Krafteinwirkung beim Zufassen ist durch ein Schütteln bis in die oberen Blätter nachzuvollziehen. Jetzt ist für den Forstwirt die Voraussetzung gegeben, mit der Motorsäge den Stamm über dem Boden unter sicheren Umständen einzuschneiden. Entsprechend der Fallrichtung, die zuvor besprochen wurde.

Revierförster Claus Gingter arbeitet im Beecker Wald mit Forstmaschinenführer Markus Corres Hand in Hand. Foto: Forstverwaltung/Ulla Giesen

Als er mit der Motorsäge fertig ist, drückt der Maschinenführer den kompletten Baum um. Anschließend leistet die Motorsäge beim Entfernen der Äste weitere Dienste, bevor sie den Stamm in etwa zwei Meter und 40 Zentimeter lange Abschnitte teilen wird. Später werden diese mit Lastkraftwagen abtransportiert. „Die Verkehrssicherungsmaßnahme ist damit für uns in diesem Bereich abgeschlossen“, sagt Markus Corres, nämlich dann, wenn beide auch die zweite Buche gefällt haben.

Zuvor waren sie einige Hundert Meter weiter in der Nähe eines Brunnens des Kreiswasserwerkes mit Aufräumarbeiten beschäftigt: Einzelne Bäume waren umgefallen. „Das ist wichtig, damit der Borkenkäfer diese nicht angreift“, erklärt der Forstmaschinenführer, „der Käfer geht von den liegenden auch auf die stehenden Bäume über.“ Er sucht sich stets Fichten aus.

Ein Hauptgrund für die Arbeiten der vergangenen Monate war Sturmtief Friederike, weiß Förster Claus Gingter rückblickend zu berichten. Das Sturmtief hatte am 18. Januar enorme Schäden verursacht – vor allem in den Wochen und Monaten danach waren Besuche in den Waldgebieten mit erhöhtem Risiko aufgrund von abstürzenden Ästen aus großer Höhe verbunden. „Es waren überwiegend Nadelgehölze und alte Pappeln, die faul waren“, beschreibt Claus Gingter das Ausmaß.

Im ganzen Kreis Heinsberg waren die Forstarbeiter bis vor kurzem mit Aufräumen beschäftigt. Dabei ist der Staatsförster der Revierförsterei Wassenberg auch im Auftrag der rund 400 Waldbesitzer der Forstbetriebsgemeinschaften Wegberg und Wassenberg aktiv. Diese besitzen rund 1800 Hektar Wald von insgesamt 5500 Hektar Fläche. Seine Hauptaufgabe besteht darin, ihnen kostenlos mit Rat und Anleitung etwa zur Beschaffung von Landesfördermitteln zur Seite zu stehen. Darüber hinaus fallen die Bewirtschaftung mit Wirtschaftsplan und Holzverkauf in den Zuständigkeitsbereich des Staatsförsters. „Die Mitgliedschaft ein einer Forstbetriebsgemeinschaft ist freiwillig, und ich kann nur jedem Waldbesitzer dazu raten“, betont der seit 25 Jahren tätige Förster. Auch angesichts von 4000 bis 5000 Besitzern kleinerer Waldflächen mit durchschnittlich 2000 Quadratmetern, die ihm bisher unbekannt sind und unter denen sich hauptsächlich die Restfläche aufteilt. In öffentlichen Bereichen besteht laut Gingter eine persönliche Haftung bei Schäden, was viele nicht wüssten.

In seiner Funktion als Staatsförster wacht Gingter zusätzlich im nördlichen Kreis Heinsberg darüber, dass alle Gesetze eingehalten werden. Zu schaffen macht dem Wald die große Trockenheit, erklärt Claus Gingter, sie beschädigt den Altbestand des Waldes und die Aufforstungen der vergangenen drei Jahre. Meist handelt es sich um Brandstiftung, wenn Feuer ausbricht, beispielsweise durch weggeworfene Zigarettenkippen.

Eine weitere Aufgabe der Forstarbeiter im Sommer ist die Kulturpflege. Der Förster stellt zudem im August die Finanz- und Arbeitspläne für das nächste Jahr auf. Und von Ende Oktober bis März wird hauptsächlich gepflanzt und Holz geschlagen.

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