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Wegberg: FC Wegberg-Beeck trauert um Günter Stroinski

FC Wegberg-Beeck : Trauer um Günter Stroinski: Beecks Boss ist tot

Der Vorsitzende des FC Wegberg-Beeck verstarb nach langer und schwerer Krankheit am Samstagabend. Er wurde 67 Jahre alt.

Sein größter Wunsch ging nicht mehr in Erfüllung: Die Feiersause zum 100-jährigen Vereinsbestehen des FC im August hätte Günter Stroinski zu gerne noch erlebt. Doch nach langer und schwerer Krankheit ist Beecks Boss am frühen Samstagabend verstorben. Mit seiner Familie trauert auch eine große Fußballgemeinde – Günter Stroinski war am Mittel- und Niederrhein bekannt wie ein bunter Hund.

„Er war nicht einfach nur ein großer Sponsor, sondern vor allem immer mit ganz viel Herzblut dabei. Der Verein war sein sportliches Lebenswerk, und daher hat er sich hier auch stets um die vielen kleinen Dinge gekümmert“, sagt Beecks Ehrenvorsitzender Helmut Pappers, der Günter Stroinski von allen im Verein am längsten kennt – seit Ende der 80er Jahre.

Da stieg der hemdsärmelige Unternehmer beim damaligen SC Beeck ein. An dessen erstes Sponsoring kann sich Pappers noch gut erinnern: „Wir wollten einen Spieler vom SV Golkrath verpflichten. Der SV forderte für den aber 1000 Mark Ablöse. Die wollten wir nicht zahlen. Die übernahm dann Günter mit den Worten, dass das quasi sein erster Jahresbeitrag sei.“

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Die Summen wurden rasch wesentlich größer – Basis für viele herausragende Erfolge, mit denen sich der Verein weit und breit in die erste Reihe von Amateurklubs katapultierte. Nach etlichen Aufstiegen feierte der Verein dann einen ganz besonderen Triumph: Vor 1200 Zuschauern gewann der FC am 21. Mai 2008 im Beecker Waldstadion das Mittelrheinpokalfinale gegen Borussia Freialdenhoven 3:2 und zog damit in den DFB-Pokal ein.

Dort spielte Beeck am 9. August 2008 gegen den damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen (1:4) – vor knapp 9000 Zuschauern im Mönchengladbacher Borussia-Park. Womit nebenbei Beeck Borussias 2004 errichtete neue Heimstätte DFB-pokaltechnisch einweihte – die Profis hatten bis dahin noch kein Pokalspiel im Borussia-Park absolviert. „Dieser Tag war mein schönster Tag beim FC, aber nicht der schönste meines Lebens. Das ist und bleibt der Tag meiner Hochzeit“, pflegte Günter Stroinski zu sagen.

Den Tod seiner Frau Brunhilde im Juni 2015 hat er daher auch nie so recht verwunden. Dazu kamen einige eigene Erkrankungen, die er aber meisterte. Aus dem Tagesgeschäft hatte sich Günter Stroinski schon einige Zeit vorher ein gutes Stück zurückgezogen – das wusste er bei langjährigen Vertrauten wie Geschäftsführer Thomas Klingen und Trainer/Sportlicher Leiter Friedel Henßen in sehr guten Händen.

„Für mich steht heute die Welt still. Ich habe Günter Stroinski so viel zu verdanken, durfte durch ihn im Fußball eine Menge erleben“, teilte tiefbewegt Klingen aus dem Urlaub mit. „Günter konnte durchaus mal eine harte Schale haben, doch darunter verbarg sich ein weicher Kern. Er hat vielen Menschen geholfen, war ein sozialer und auch sensibler Mensch“, sagt Henßen.

Stroinski förderte massiv aber nicht nur den Seniorenfußball, sondern genauso engagierte er sich im Nachwuchsbereich. „Er konnte sich auch sehr über einen Sieg der E 2 freuen – eben nicht nur über Erfolge der Ersten Mannschaft“, sagt Josef Küppers, Vorsitzender des Spielausschusses des Fußballkreises Heinsberg und zuvor selbst viele Jahre in Beeck tätig. Keine Frage, der FC Wegberg-Beeck war für Günter Stroinski nie ein Spielzeug, sondern der sportliche Lebensinhalt – und das über drei Jahrzehnte hinweg mit ungebrochener Leidenschaft.

Als sein sportliches Hauptlebenswerk hat Günter Stroinski, zweifellos der „Mister FC Wegberg-Beeck“, aber zeitlebens das für rund 1,5 Millionen Mark errichtete und im Juni 1998 eröffnete Waldstadion angesehen. Dazu gibt es eine Anekdote, die ihn am allerbesten charakterisiert und von seinem jahrzehntelangen Mitstreiter Herbert Stevens überliefert ist: „Im Vorfeld des Baus waren wir da auch mal bei einer großen Bauunternehmung in Heinsberg und haben der unser Vorhaben geschildert. Der Mitarbeiter hat den Günter daraufhin irritiert gefragt, warum er sich nicht einfach eine Yacht leisten, sondern stattdessen ein richtiges Fußballstadion bauen wolle. Da hat der Günter geantwortet, dass er sich mehr für Fußball als für eine Yacht interessiere.“