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Wegberg: Erste Ziegenmilch-Käserei im Kreis Heinsberg

Verkauf direkt am Hof : Erste Ziegenmilch-Käserei im Kreis Heinsberg

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit ist die kleine Produktionsstätte für Ziegenkäse abgenommen und mit Ab-Hof-Verkauf in Betrieb. Die Kleine Farm stellt zurzeit auch Käse für das Kürbisfest am 2. September her.

Das Herzstück der kleinen Produktionsstätte ist der Käsekessel. Er fasst maximal 50 Liter Ziegenmilch und erwärmt sie schonend durch einen Wassermantel. Ein integriertes Rührwerk hält die Masse in Bewegung und erspart Produzent Martin Schreder Zeit. Die Ziegenmilch-Käserei ist seit einer Woche abgenommen und in Betrieb – und gleichzeitig hat das Ehepaar Christiane und Martin Schreder ihren Ab-Hof-Verkauf für unterschiedliche Ziegenkäsesorten auf ihrem Selbstversorgerhof „Kleine Farm Rickelrath“ gestartet. Sie stellen zurzeit auch Ziegenkäse für das Kürbisfest am 2. September (10 bis 18 Uhr) her, an dem sie sich mit offenem Hof beteiligen.

Das Ehepaar und in erster Linie Gärtnermeister Martin Schreder bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Käseherstellung mit. Über 30 verschiedene Ziegenkäsesorten produzierte er zuvor in seiner Küche für den Eigenbedarf und gab sein Wissen in Seminaren weiter. „Von der ersten Idee, eine Käserei mit Ab-Hof-Verkauf einzurichten, bis zur Fertigwerdung sind zwei Jahre vergangen“, blickt er auf die zurückliegende Zeit zurück, „wir hatten zunächst mit dem Amtsveterinär gesprochen, da wir bereits Käseseminare gegeben haben.“ Dieser stand dem Vorhaben sehr aufgeschlossen gegenüber und regte an, ein Nebengebäude entsprechend dafür zu nutzen.

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„Es gibt im ganzen Kreis Heinsberg keine weitere Ziegenmilch-Käserei“, betont Schreder. Für ihn stellen vor allem die sahnige Konsistenz der von eigenen Ziegen gewonnenen Milch, eine gute Verträglichkeit auch bei Allergikern sowie die natürliche und nachhaltige Herstellung große Pluspunkte dar. Im Frühjahr und Herbst handelt es sich um reinen Heumilch-Käse, während die Tiere im Sommer zusätzlich frische Kräuter finden.

Erste Abnehmer waren am Eröffnungstag auch bereits hergekommen. „Es ist ein ganz anderer Geschmack, da es Rohmilchkäse ist und sich darin viele Bestandteile befinden, die im industriell hergestellten Käse nicht mehr vorhanden sind.“ Jede Menge Handarbeit steckt in den regionalen Erzeugnissen. So stellt Martin Schreder an diesem Tag etwa einen Weichkäse für das Kürbisfest her. Nachdem er die Milch mit Ziegenlab dickgelegt und hat nachkäsen lassen, füllt er den sogenannten Bruch mit einem Becher in die bereitstehenden Formen. Darin wird er 36 Stunden lang abtropfen und im Anschluss eineinhalb Wochen ruhen. Danach wird Martin Schreder sie mit Kräutern, französischer Buchenasche oder Pfeffer veredeln sowie einen Teil in Natura belassen.

Sein Sortiment umfasst halbfesten Schnittkäse, Weichkäse, Cremebällchen und halbfesten Schnittkäse nach Feta-Art. Während des Kürbisfestes wird es auf der Kleinen Farm weitere handwerkliche Artikel zu erwerben geben. Ein befreundeter Hof verkauft bei ihnen Wollsachen, Rohwolle und Wollstränge. Zudem bietet eine Dame gefilzte Hausschuhe in allen Variationen an. Christiane Schreder ist mit selbst gefärbten und teilweise handgesponnenen Wollsträngen und handgestrickter Ware dabei. Darüber hinaus hält das Ehepaar Erfrischungen, selbst gemachte Fruchtaufstriche, verschiedene Essige und Siruparten für die Besucher bereit.