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Wegberg: Erinnerung an Christian Macharski mit Geburtstagslied

Erinnerung an verstorbenen Comedian : Geburtstagslied für Christian Macharski

Der Historische Verein und Sänger Manfred Müchen erinnern an den verstorbenen Kabarettisten. Der Klinkumer wäre nun 52 Jahre alt geworden.

Am 3. Juni würde er 52. Es ist sein erster Geburtstag, den seine Familie, Freunde und Fans ohne ihn verbringen müssen. Vergessen haben sie ihn nicht. Deshalb haben sich Hermann-Josef Heinen, Vorsitzender des Historischen Vereins Wegberg, und der Klinkumer Stimmungssänger Manfred Müchen, bekannt als langjähriges Mitglied der Band „Klötschköpp“, etwas einfallen lassen, um den im Dezember 2020 plötzlich verstorbenen Comedian Christian Macharski auf besondere Weise zu ehren.

Beim Digitalisieren alter Videoaufnahmen, die den beliebten und unvergessenen Kabarettisten in seiner kultigen Paraderolle als Landwirt und Ortsvorsteher Hastenraths Will auf dem Bauernhof seiner damaligen Nachbarn in Rath-Anhoven zeigen, kam Heinen, der selbst aus Rath-Anhoven stammt, die Idee. „Die Aufnahmen wurden 2012 vom WDR gemacht“, berichtet Heinen. Zu dem Zeitpunkt sei Christian Macharski schon sehr bekannt gewesen und habe sich für einen Fernsehauftritt in der Karnevalszeit bei dem Sender beworben. Die obligatorische „Berufskleidung“ des gebürtigen Klinkumers für die umfangreichen Dreharbeiten, die einen ganzen Tag bei der Bauersfamilie Mennen in Anspruch nahmen und später auf 60 Sekunden reduziert wurden: plumpe Gummistiefel, olivgrüner Parka und das derbe Karohemd – so kannten und liebten die Menschen aus der Region Hastenraths Will alias Christian Macharski.

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Die alten Aufnahmen aus Rath-Anhoven sind nun im Heimkino-Bereich des Historischen Vereins aus der Mühlenstadt zu sehen. Pünktlich um Mitternacht wurden sie an Christian Macharskis Geburtstag freigeschaltet. Zusätzlich hat Hobbysänger Manfred „Manni“ Müchen, der den verstorbenen Künstler noch als kleinen Kinderprinz der KG Sonn Männ in Erinnerung hat, ein passendes Lied beigesteuert. „Ein Liedchen wäre eine feine Sache“, bat ihn Vereinsvorsitzender Heinen. Müchen versprach: „Ich mache mir mal Gedanken.“ Hermann-Josef Heinen: „Zwei Stunden später war das Lied fertig.“ Dafür adaptierte Müchen Udo Lindenbergs Song „Er machte sein Ding“. Denn auch Christian Macharski habe immer sein Ding gemacht, sagt Heinen. Was ihm besonders positiv in Erinnerung geblieben ist: Er habe nie auf das Leben auf dem Land und die Menschen hier herabgeschaut. „Bei allen Lachern spürte man die tiefe, herzliche Verbundenheit zu unserer Region und zu ihren Bewohnern“, hat der frühere Berufsschullehrer der Zeche Sophia-Jacoba festgestellt. Erster Zuschauer des ungewöhnlichen Video-Zusammenschnitts war Christians Vater Arnold Macharski. Seine erste Reaktion: „Eine tolle Sache, einfach nur schön.“

Was Hermann-Josef Heinen ganz besonders freute: Arnold Macharski habe ihm gesagt, dass dies die ersten Bilder seines verstorbenen Sohnes Christian seien, die er sich anschauen könne, ohne Traurigkeit zu empfinden. Ohne die enge Absprache mit dem Angehörigen habe man das Video nicht veröffentlichen wollen, sagt Hermann-Josef Heinen. Mit einem Nachruf, den die schockierten Karnevalisten der Klinkumer KG Sonn Männ kurz nach dem Bekanntwerden des abrupten Todes veröffentlichten, wurde das Geburtstagsvideo ebenfalls angereichert. Darin erinnern die Karnevalsjecken an Christian Macharskis erste „Gehversuche“ in der heimischen Bütt während der fünften Jahreszeit, an seine Session als Kinderprinz in dem Ort, in dem er auch seine letzte Ruhe auf dem kleinen Friedhof gefunden hat. Das typische Dorfleben habe er immer sehr gut auf humorvolle Weise dargestellt, ohne sich über jemanden lustig zu machen, sagen die Karnevalisten, die ihn kannten und seinen erfolgreichen Werdegang auf zahlreichen Comedy-Bühnen verfolgten. Vereinsvorsitzender Hermann-Josef Heinen und Stimmungssänger Manfred Müchen hoffen nun, dass das außergewöhnliche Geburtstagsvideo möglichst oft aufgerufen wird auf der Homepage des Historischen Vereins aus Wegberg.