Beste Stimmung in Wegberg Büch rockt den Start ins Schützenfest

Wegberg · Das Rockfestival im Zelt gehört in Büch inzwischen genauso zur Tradition wie das Schützenfest selbst. Zur 31. Auflage sorgten drei Coverbands mit Gitarrenriffs und lauten Bässen für beste Stimmung.

Die Band Crossing Decades war der Opener des Abends und eine gute Wahl, da die Zuschauer gleich von den groovigen und mehrstimmigen Rocksongs mitgerissen wurden.

Die Band Crossing Decades war der Opener des Abends und eine gute Wahl, da die Zuschauer gleich von den groovigen und mehrstimmigen Rocksongs mitgerissen wurden.

Foto: Ruth Klapproth

Wenn die Kirmes beginnt, ist das in Wegberg-Büch nicht zu überhören – denn traditionell wird das Schützenfest durch das Rockfestival im Zelt an der Anton-Raky-Straße eingeläutet, welches der Spielmannszug Büch und der Schützenverein gemeinsam präsentieren. Die drei diesjährigen Bands heizten ihrem Publikum im und vor dem Zelt mit den Highlights der Rockgeschichte ein und sorgten so schon zum Festauftakt für ausgelassene Stimmung und beste Laune.

Den Start machte die sechsköpfige Band Crossing Decades rund um Sofia Kaumanns (Gesang) und Patrick Kaumanns (Gesang und Gitarre), die ausgewählte Rockhits der Siebziger bis heute zum Besten gab und so bei jeder Generation im Zelt einen Nerv trafen. Ob mit Songs von Guns N’ Roses, Nirvana oder U2 – die Band ließ ihren kraftvollen Sound für sich sprechen und ließ das erste Drittel des Rockfestivals wie im Fluge vergehen.

Die zweite Coverband im Line-Up, Straight Ahead, hat sich mit Leib und Seele den Klassikern der Rockgeschichte verschrieben. Als „Happy Heppener“ stand Hans-Leo Heppener, der Vorsitzende des Bücher Spielmannszugs und Organisator des Rockfestivals, am Keyboard mit auf der Bühne, während Leadsänger Klaus Holten die Fans vor der Bühne zum Mitmachen animierte. Das war nicht schwer zu bewältigen – Evergreens wie „Beds Are Burning“ von Midnight Oil, „Rebel Yell“ von Billy Idol oder Peter Gabriels „Sledgehammer“ ließen das Publikum tanzen und laut mitsingen. Auch das übrige Programm, das von AC/DC über Dire Straits bis zu den Ärzten reichte, las sich wie ein „Who’s Who“ der Rockgrößen und ließ die Spielfreude der Band im Nu auf das Publikum überspringen.

Der Abschluss des Abends lag in den Händen der Heinsberger Band Songs I Wish We Wrote, die sich mit Covern der Foo Fighters, Killers, Kings of Leon und Volbeat vor allem den vergleichsweise jüngeren und alternativen Rockhits zuwendeten.

„Wir stellen die Bands für den Abend immer so zusammen, dass für jeden was dabei ist“, betonte Heppener. Zudem werde großen Wert darauf gelegt, Nachwuchsbands eine Bühne zu bieten. „Es gab schon einige regionale Bands, die von Büch aus gestartet sind und jetzt Erfolge feiern“, erzählte er stolz. „Wir haben so viele Beispiele von Jungs, die als Kinder vor der Bühne standen, als Teenager eine Band gründeten und später dann selber im Zelt aufspielen konnten.“

Das Rockfestival in Büch blickt auf eine lange Geschichte zurück. „Bevor es das Festival hab, wurden am Freitag immer Rockabende veranstaltet. In einem Jahr kam es dann so, dass sich vier Rockbands gemeldet hatten, unter denen allen Mitglieder im Spielmannszug waren und die alle spielen wollten. Anstatt irgendwen zu bevorteilen, wurde so die Idee geboren, ein Festival aus der Veranstaltung zu machen“, erinnerte sich Heppener zurück. „Letztendlich haben aber bereits unsere Väter in den Sechzigern schon Beatabende am Kirmesfreitag auf die Beine gestellt, die damals schon super beliebt waren. Nach der Discozeit der Siebziger wurden dann 1987 die Rockabende veranstaltet – das Rockfestival ist zwar gewissermaßen ‚mein Baby‘, aber die Vorgeschichte hier in Büch existiert schon viel länger“, fügte er hinzu.

Büch zählt nur rund 400 Einwohner – doch das Rockfestival ist überregional und das älteste im Kreis Heinsberg. „Ich sage dann immer: Wir locken mit dem Festival regelmäßig mehr Leute her, als Büch Einwohner hat, teilweise sogar mehr als doppelt so viele – Düsseldorf und Köln schaffen das nicht“, lachte Heppener. Am meisten freue er sich über das Feedback des Publikums: „Es ist alles so persönlich, ich bekomme Rückmeldungen von Wildfremden, treffe aber auch jedes Jahr viele EX-Bücher hier wieder. Es ist einfach zu einer Institution geworden, die die Mitglieder der Schützen und Spielmänner zusammenschweißt.“

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