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Wegberg bewirbt sich um Bundefördermittel für Sportstätten

Rathaus Wegberg gewährt Einblick : Sanierungskonzept lässt auf Fördergeld hoffen

Hallenbad, Kunstrasenplatz, beleuchtete Joggingstrecke – die Stadt Wegberg hat sich um Fördergeld beworben, um bis zum Jahr 2022 Jugend- und Sportstätten sanieren und umbauen zu können, die sie sich sonst nicht leisten könnte.

Wegberg möchte in Sportstätten wie auch Einrichtungen für Kinder und Jugendliche investieren. Zu entnehmen ist das dem Masterplan und verschiedenen Gutachten, wie dem zur Zukunft des Hallenbads an der Maaseiker Straße. Leisten aber kann sich die Stadt vieles nicht, da deren Kassen ziemlich leer sind und der Haushalt unter Kontrolle höherer Behörden steht. Jetzt erhoffen sich Bürgermeister Michael Stock und Baudezernent Frank Thies, zumindest einen Teil der vorhandenen Wünsche erfüllt zu bekommen. Wegberg hat sich um eine Bundesförderung beworben – und weil zwischen deren Auslobung vonseiten des Bundesinnenministeriums und der Abgabefrist für den Antrag nur knapp vier Wochen lagen, war Eile geboten. „Ich habe von den Mitarbeitern in den vergangenen Wochen ein sehr großes Engagement erlebt und bin überzeugt von unserem Antrag“, erklärte Baudezernent Thies am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Idee Das Bundesprogramm, für das sich Wegberg beworben hat, fördert mit insgesamt 100 Millionen Euro die Sanierung von kommunalen Einrichtungen im Bereich von Sport, Jugend und Kultur. „Eingereicht werden konnten Projekte, die sich eine Kommune sonst nicht leisten könnte – die zueinander in einem räumlichen Bezug stehen, in denen es um energetische Verbesserungen geht, die zu einer Umfeldverbesserung führen und die eingebunden sind in einen angestrebten Wandel, so wie über unseren Masterplan“, erläuterte Thies. Kurzfristig wurde dazu in den Sommerferien im Wegberger Rathaus ein Projektteam einberufen, „da wir denken, um verschiedene Projekte, zu denen es bereits Konzepte oder Gutachten gibt, die von uns derzeit aber nicht zu realisieren wären, eine sinnvolle Klammer bilden zu können und darüber bei der Auswahl der Förderprojekte wahrgenommen zu werden“.

Die Projekte Das Areal, auf dem die eingereichten Vorhaben liegen, erstreckt sich vom Wegberger Hallenbad bis zur Beecker Grundschule. „Hier haben wir es beispielsweise immer wieder mit Vandalismus zu tun. Und wir glauben, sowohl unsere sportlichen Angebote für alle Bürger ausbauen zu können als auch die teils in Sachbeschädigungen fehlgeleitete Energie in den Sport umleiten zu können“, sagte Frank Thies. Für das Hallenbad ist die Attraktivierung des Außengeländes in den Förderantrag aufgenommen worden. Außerdem sollen der Zugang behindertengerecht umgebaut, ein kostensenkendes Lichtkonzept umgesetzt und das Bad einer energetischen Sanierung unterzogen werden.

Für den Aschenfußballplatz am Hans-Gisbertz-Stadion wurde die Umwandlung in einen Kunstrasen beantragt sowie ein zweiter kleiner Platz, der für Kinder und Jugendliche frei bespielbar wäre. „Dieser könnte neben der Skateranlage entstehen“, erklärte Thies. Vorgesehen seien ferner eine Tribüne und Umkleiden. Dazu ergänzte Bürgermeister Stock: „Der Kunstrasenplatz wäre eine Aufwertung für den Schulsport.“

Erweitert hat das Projektteam die politisch bereits beschlossene Teilsanierung der Turnhalle an der Beecker Grundschule. „Wir würden beispielsweise gerne einen gesellschaftlichen Treffpunkt für die Vereine integrieren, aber auch das Dach zusätzlich sanieren“, gewährte Thies am Donnerstag auf Anfrage Einblick in die Themen des Förderantrags, zu denen ferner eine beleuchtete Jogging- und Skaterstrecke zwischen Beeck und der Wegberger Skater-
anlage gehört. „Wir sehen hierin ein neues bindendes Glied zwischen beiden Ortslagen“, erklärte Bürgermeister Stock. Vorgesehen sei, eine Strecke von rund zweieinhalb Kilometern über Wirtschaftswege und entlang des Beeckbachs mit Solarlampen auszuleuchten.

Die Kosten Gerechnet wird in Wegberg mit Gesamtkosten in Höhe von 6,2 Millionen Euro, von denen bei einem positiven Juryentscheid 90 Prozent gefördert würden. Der Eigenanteil läge demnach bei rund 600.000 Euro. Diese Summe könne die Stadt aufbringen, da beispielsweise bei der Turnhalle in Beeck auf bereits in den Kommunalhaushalt eingeplante Kosten aufgebaut werden könnte, erklärte Stock.

Die Politik Aufgrund des kurzen, in den Ferien liegenden Bewerbungszeitraums wird die Politik erst nachträglich informiert. Damit haben Stock und Thies jetzt begonnen. Gemeinsam hoffen sie auf eine positive Unterstützung aus dem Stadtrat, die dem Förderantrag noch bis zum 20. September nachzureichen ist. Dieser umgekehrte Weg ist Thies zufolge „nur beschritten worden, um die Chance auf diese Förderung zu wahren“.

Der Zeitplan Noch in diesem Jahr wird eine Jury über die beim Bundesinnenministerium eingereichten Förderanträge entscheiden. Sollte Wegberg dort ein positives Votum bekommen, könnte die Projektplanung im kommenden Jahr laufen. Anschließen würde sich bis 2022 die Realisierung der Vorhaben an Hallenbad, Turnhalle Beeck und Sportplätzen.