Wegberg-Arsbeck:Einwohner helfen bei Entwicklung eines Handlungskonzepts mit

Auftakt Integriertes Handlungskonzept Arsbeck : Einwohner entwickeln Arsbeck weiter

Rund 170 Bürger und weitere Gäste kamen zur Auftaktveranstaltung, um ihre Meinungen, Ideen und Wünsche zur zukünftigen Gestaltung ihres Ortes einzubringen. Ein Planungsbüro erstellt ein integriertes Handlungskonzept.

Wie viele andere Kommunen steht Wegberg mit seinen Außenorten vor großen Herausforderungen. Es sind in Arsbeck vor allem die Ortsdurchfahrt nach Bau der Umgehungsstraße sowie der demografische Wandel, für die es geeignete Maßnahmen geben sollte. Um einen Überblick zu bekommen, hat die Stadt jetzt das Planungsbüro MWM aus Aachen beauftragt, ein Handlungskonzept zu erstellen. Darin vorgesehen: Entscheidungen zur Ortsentwicklung sollen mit den Bürgern abgestimmt, Investoren und Fördermittel einbezogen werden. Zur Auftaktveranstaltung kamen 170 Menschen in die Grundschule, um Meinungen, Ideen und Wünsche einzubringen.

„Wir möchten Sie einladen, mit uns die Zukunft von Arsbeck mitzubestimmen“, begrüßte Bürgermeister Michael Stock die Anwesenden. Technischer Beigeordneter Frank Thies war ebenfalls gekommen. Jan Siebenmorgen (MWM) moderierte und stellte bisherige Aktivitäten vor. So sind Mitarbeiter für eine Bestandsaufnahme seit März mehrfach im Ort gewesen. Diese sollte mit dem Publikum im Dialog verfeinert werden. Ein wichtiger Termin stelle dabei der 30. September dar – bis dahin muss das Antragsformular ausgefüllt und das Handlungskonzept abgegeben sein, um Fördermittel des Landes erhalten zu können, sagte er.

Julian Ueckert stellte städtebauliche Stärken und Schwächen des Ortes vor. Dabei ist die Bevölkerung seit 2009 um sechs Prozent gewachsen. Eine eigene Nutzungskartierung hatten sie im Bereich von Bahnhaltestelle bis Friedhof, ehemaligem Fußballplatz und Wasserturm erstellt. Positiv seien etwa Blickachsen auf Bauwerke wie Kirche und Wasserturm, zentral gelegene Gebäude des Gemeinbedarfs, gute Nahversorgung und relativ wenige Leerstände. Das anliegende Naturschutzgebiet habe riesiges Potenzial, wobei es an Orientierung fehle. Als Schwächen machten die Planer die Dominanz von Verkehrsflächen im Ortskern und dort die fehlende Außengastronomie, die uneinheitlichen Fassaden auf der Endstraße, schwierige Verkehrssituation auf Heuchter- und Kampstraße sowie auf letzterer die konfliktreiche Parkplatzsituation aus.

Auf vier Stellwänden sammelten die Referenten Stichworte zur Einschätzung der Bürger, die sich teils mit der der Planer überschnitten. Positiv wurden Bahnanschluss, Schule, Wohnqualität, Wald- und Naturnähe oder aktive Vereine hervorgehoben. Eher negativ bewertet: fehlende Fuß- und Radwege oder Treffpunkte wie ein Café mit Außengastronomie, das geringe Nachmittagsangebot für Kinder und Jugendliche, mangelnde Sauberkeit und Steinwüsten in Vorgärten oder fehlende Toilette auf dem Friedhof.

Ein konkreter Vorschlag ging dahin, von der Ampelkreuzung aus über den vorderen Teil der Heuchterstraße sowie auf der Kampstraße Einbahnstraßen einzurichten und größere Flächen im Zentrum zu pflastern. Wird dieses Konzept durch die Städtebauförderung positiv bewertet, finanziere das Land einen Teil und die Stadt den anderen, führte Siebenmorgen aus. Der Prozess der Ortsbild-Veränderung erstrecke sich voraussichtlich über fünf Jahre. Wenn man Maßnahmen formuliert und die Kosten aufgestellt habe, könne man darüber sprechen, ob, was, wann und wie umgesetzt wird, bekräftigte Bürgermeister Stock.

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