Wegberg: Apfel- und Schulfest in der Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg

Apfelfest in der Freien Waldorfschule Dalheim-Rödgen : Rheinische Obstsorten kennenlernen

Die Freie Waldorfschule im Kreis Heinsberg hatte zum Apfelfest eingeladen, das dazu genutzt wurde, die Besucher über die Besonderheiten dieser Schulform und deren Wachstum in Dalheim-Rödgen zu informieren.

Selbst gepressten Apfelsaft trinken, bei der großen Sortenausstellung die zahlreichen rheinischen Apfel- und Birnensorten besser kennenlernen: Die Freie Waldorfschule im Kreis Heinsberg hatte zu ihrem traditionellen Apfelfest eingeladen. Dabei nutzten auch viele Mädchen und Jungen mit ihren Eltern die Gelegenheit, beim offenen Unterricht mitzuerleben, was in einer Waldorfschule anders ist.

„Die Nachfrage ist sehr groß“, erläuterte Geschäftsführer Martin Errenst. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, neben der Turnhalle weitere sechs Klassenräume in zwei Stockwerken entstehen zu lassen. Wie bei allen schulischen Veranstaltungen sei auch beim Apfelfest das Engagement der Mütter und Väter sehr gefragt gewesen. „Mithilfe ist gefragt. Wir haben zum Glück eine sehr starke Elternschaft“, hob Errenst hervor.

Insgesamt 14 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an der Freien Waldorfschule rund 160 Schüler in elf Klassen. Sie alle hatten sich auf das Apfelfest, das gleichzeitig Tag der offenen Tür war, gründlich vorbereitet. Schüler führten die Gäste durch das Schulgebäude, zeigten die Klassenzimmer und die Bereiche für kreatives Arbeiten wie Handarbeiten oder Werken. In der schuleigenen Holzwerkstatt hatten die Waldorfschüler die Ergebnisse aus dem Werkunterricht vorgestellt: Hölzerne Schubladen und Spaten waren hier entstanden. Wie die von Hand betriebene Drechselmaschine funktioniert, erklärten die Kinder und Jugendlichen ihren zahlreichen Gästen ebenfalls. Nebenan im Handarbeitsraum lagen viele bunte Wollknäuel auf den Arbeitstischen. Auch das bei den Schülern sehr beliebte Filzen wurde vorgeführt. Stricken und Nähen stehen ebenfalls auf dem Stundenplan, die Schule verfügt über eigene Nähmaschinen. Die Beweglichkeit der Finger stehe im Zusammenhang mit dem intellektuellen Vermögen, erklärte Errenst diese Förderung.

In der Turnhalle der am Dechant-Ruppertzhoven-Weg gelegenen pädagogischen Einrichtung zeigten die Waldorfschüler, was sie in den vergangenen Wochen und Monaten gelernt haben. „Unsere Schüler lernen früh, sich zu präsentieren“, erläuterte der Geschäftsführer der Schule, die sogar von Schülern bis aus dem Bereich Baesweiler besucht wird. Die Erstklässler hatten ein französisches Gedicht einstudiert, die Mädchen und Jungen aus der Jahrgangsstufe acht führten das Theaterstück „Pension Schöller“ auf.

Gartenbau-Lehrerin Katharina Tumbrinck hatte die Waldorfschüler aus Dalheim-Rödgen bereits vertraut gemacht mit seltenen, alten Sorten, die „Finkenwerder Herbstprinz“ oder „Linnicher Bohnapfel“ heißen. Die engagierte Apfelkundlerin und deren Schüler brachten den Festgästen das fast schon in Vergessenheit geratene Obst näher. Mit den Sechstklässlern verarbeitete Katharina Tumbrinck Äpfel zu Saft. Auch die mit Schokolade überzogenen Äpfel waren ganz nach dem Geschmack der Besucher, die sich über die Besonderheiten der Waldorfschule aufklären ließen.

Drei schuleigene Buslinien bringen die Schüler von zentral eingerichteten Haltestellen in den Kreisen Heinsberg und Viersen kostenlos zur Schule nach Dalheim-Rödgen und am Nachmittag zurück. Es gibt zweistündigen Hauptunterricht, eine Unterrichtsstunde dauert nicht nur 45 Minuten. Über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen konzentrieren sich die Waldorfschüler jeweils auf ein Fach.

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