1. NRW
  2. Städte
  3. Wegberg

Wegberg: Abschied von Pfarrerin Ute Leppert

Evangelische Kirchengemeinde Wegberg : Abschied von Pfarrerin Ute Leppert

Mit einem festlichen Gottesdienst und Empfang verabschiedete sie sich offiziell von Gemeindemitgliedern und Gästen.

Pfarrerin Ute Leppert stellte in ihrem Abschiedsgottesdienst von der Bibelgeschichte über Moses, der am brennenden Dornbusch Gottes Auftrag erhielt, dessen Volk aus ägyptischer Gefangenschaft in die Freiheit zu führen, Parallelen zu den Herausforderungen des eigenen priesterlichen Wirkens her. Man mache Examen, absolviere das Vikariat und wieder das Examen und stehe dann vor der Gemeinde – Beängstigendes habe auch die Kirchenarbeit manchmal. Ein weiterer Aspekt der gestellten Aufgabe war die erlangte Freiheit. Diese sollte an diesem Nachmittag in Gestalt der Entpflichtung durch Superintendent Jens Sannig als Pfarrerin und damit der Loslösung von allen Aufgaben eine Rolle spielen.

Den verlässlichen Part Gottes, der dem Hirten Moses bedingungslos zur Seite steht, stellte Ute Leppert im Weiteren heraus. So hatte sie etwa mit ihrem Konfirmandenspruch zum Gottesdienst eingeladen: „Sein Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, hält er gewiss.” Die Hilfestellung für Menschen an verschiedenen Orten sei gleichsam Teil der Arbeit in der Evangelischen Kirche sowie sei Freiheit immer darauf angelegt, sie zu teilen, schloss sie ihre Ausführungen. Pfarrer Jens Sannig ging mit bewegenden Worten auf ihr 28 Jahre währendes Wirken ein. „Du warst eine ganz wichtige Persönlichkeit im Kreis der Kolleginnen und Kollegen in der Kreissynode und im Kirchenkreis“, bekräftigte er, „herzlich, liebevoll, geduldig und bestimmt, klar, deutlich und Orientierung gebend.” Mit einer verständlichen Sprache, die die Menschen liebten – in ihren Predigten und persönlichen Gesprächen. „Die Menschen hier, der Kirchenkreis und ich werden dich vermissen.“ Dass sie zusammen mit ihrem Mann aus Wegberg weggeht, entspreche ihrer Konsequenz im Dienst. Mit einigen Bespielen ging er auf ihr priesterliches Wirken in der Gemeinde ein. Konfirmandenunterricht und das Engagement in Jugendgruppen und Gemeindekreisen nannte er. Ebenso war sie als Seelsorgerin für die Menschen da, hat Kranke besucht und Sterbende begleitet. „Du hast dich für die Nöte der Menschen engagiert, hast gemeinsam mit dem Presbyterium verlässliche Strukturen für Hilfeleistungen aufgebaut und auch so die Liebe Gottes und seine Menschenfreundlichkeit bezeugt.“ Durch den gemeinsamen Dienst sei eine Verbindung entstanden, die auch weiterhin Bestand haben werde. „Sie ist ja ein Teil deiner Lebensgeschichte, so wie auch du nun in die Geschichte dieser Gemeinde hineingehörst“, betonte er. Dann entpflichtete er sie als Pfarrerin der Gemeinde Wegberg und im Kirchenkreis Jülich. „Du bist nun frei von allen damit verbundenen Aufgaben und Pflichten“, sagte er. Nach Dank und Segen applaudierten die vielen Besucher in der kleinen weißen Kirche lange.

Walter Gans, Vorsitzender des Presbyteriums, schloss sich mit persönlichen Worten an. Ute Leppert und er hatten ihr halbes Leben in der Gemeinde als Team gearbeitet und sich immer aufeinander verlassen und einander vertrauen können, führte er aus. 28 Jahre lang sei sie das Gesicht und die Stimme der Gemeinde gewesen – kraftvoll und souverän als Predigerin. Er hob ihren großen Einfluss beim Aufbau von Gemeindesaal, Kindergarten und Flüchtlingsberatungsstelle hervor sowie darauf, die Gemeinde zukunftsfähig zu machen. „Die rund 3000 Mitglieder kennt sie, glaube ich, alle beim Namen“, unterstrich er Ute Lepperts herzliches Engagement. Als Zeichen der Dankbarkeit überreichte er ihr im Namen ihrer Mitarbeiter und engsten Mitarbeiter im Presbyterium einen großen Blumenstrauß. Der Kirchenchor unter Leitung von Christian Schmitz und Organist Peter Klingen hatten den Gottesdienst musikalisch gestaltet. Beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal war Zeit für Grußworte und eine geschichtliche Präsentation.