Wegberg: 50 Freiwillige bei der achten Merbecker Müllsammelaktion

Umweltfreundlich handeln : Landschaftspflege im Heimatort

Knapp 50 Freiwillige sammelten bei der achten Merbecker Müllsammelaktion mit Rechen und Zangen auf, was andere achtlos weggeworfen haben. Vor allem außerhalb des Ortes lag viel Abfall.

Bei so manchem Fundstück war fraglich, was sich der Absender dabei gedacht hat. So stieß eine Gruppe der rund 30 Erwachsenen und 15 Kinder am Ortsausgang Richtung Venn auf eine Glasflasche mit abgeschlagenem Mundstück, die auf dem Ast eines Busches aufgesteckt war. Ein paar Meter weiter steckte eine weitere, diesmal unversehrte Flasche. Einige Überreste des zurückliegenden Merbecker Karnevalszugs waren an dieser Stelle sicher dabei, vermutete Sammler Herbert Mielcarek. Der Dorfausschuss hat die Merbecker Müllsammelaktion ins Leben gerufen und lud zum achten Mal unter dem Motto „Saubere Landschaft“ dazu ein.

Eine Aktion, die zeitgleich wie seit vielen Jahren in Schwaam startete. So viele Freiwillige wie nie waren an diesem Morgen zur Kirche St. Maternus gekommen, um sich mit Müllzangen und Mülltüten, die die Stadt Wegberg zur Verfügung stellte, auszurüsten. Weitere Zangen, Schutzhandschuhe und Rechen hatten viele Teilnehmer selbst mitgebracht. Ein Mitglied der Geflügelliebhaber war erstmals mit Traktor und Anhänger gekommen, um gefüllte Müllsäcke oder sperrigen Unrat am Wegesrand aufzuladen. Durch geschickte Aufteilung waren die Helfer schließlich weitflächig im und um den Ort unterwegs. Zwei Gruppen liefen die Straßenseiten in Tetelrath ab, die Geflügelliebhaber sammelten an der Kahrbahn sowie gingen Trupps auf der Arsbecker Straße, Ringstraße, Sankt-Maternus-Straße, am Nopperweg, um den Sportplatz herum, am Friedhof und Richtung Krupploch.

Der Trupp, der die Route nach Venn ablief, sammelte innerhalb des Ortes viele Zigarettenstummel auf. Papier- und Plastikstücke gab es immer wieder in den Grünbereichen, wobei die Menge hinter dem Ortszentrum deutlich zunahm. So lagen Plastikbrett, leere Schnapsflaschen und Scherben neben Gemüseabfall und großer Plastikfolie. Die „saubere Landschaft“, die die Sammler hinterließen, wirkte viel ansprechender als zuvor. „Warum muss das sein, dass so viel Müll in den Wald geschmissen wird“, fragte sich Silvia Wackerzapp vom Vorstandsteam des Dorfausschusses. Bei vorherigen Sammlungen hatte sie am Waldrand nahe der Schwalm Schnapsflaschen und sogar die Windschutzscheibe eines Autos gefunden. „Wir haben hier in Merbeck die Schönheitsfarm und werden sehr stark von Fahrradfahrern frequentiert“, sagte sie. „Ich finde es schöner, wenn sie durchfahren und es sauber ist.“

„Dort, wo die Autos langsamer fahren, sind die meisten Ansammlungen“, sagte Herbert Mielcarek. Ebenso hat er bei Spaziergängen oft gesehen, dass einfach Gemüseabfälle auf die Felder geschmissen werden, was nicht korrekt sei. Erfahrungsgemäß kämen bei den Sammlungen jeweils eineinhalb Kubikmeter Unrat in dem städtischen Container zusammen, berichtete er. Eine positive Entwicklung machte Mielcarek aber auch aus: So haben die Mitarbeiter der Stadt bereits einige Stellen gesäubert. Und: „Im inneren Bereich ist es mit dem Müll auf jeden Fall weniger geworden.“ Eventuell ein Zeichen für ein umweltfreundlicheres Denken, das die Aktiven mit ihren Aktionen herbeiführen möchten.