Wegberg: Voller Mond über dem Meinweg-Gebiet

Wegberg : Voller Mond über dem Meinweg-Gebiet

Auf den Vollmondwanderungen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die Natur von ihrer stillen mystischen Seite zu erleben. Wanderführer Dirk Heinen bietet sie seit zweieinhalb Jahren an. Ein außergewöhnliches Erlebnis.

Auf die Idee gekommen, Wanderungen bei Vollmond anzubieten, ist der Referent des Naturparks Schwalm Nette, Dirk Heinen, aufgrund seines eigenen Tagesrhythmus. Er arbeitet im Schichtdienst und ist deshalb auch regelmäßig nachts mit dem Hund in den Wald gegangen. Der Vorschlag, geführte Touren auch in der Dunkelheit durchzuführen, kam aus seiner Familie.

Seit zweieinhalb Jahren bietet er Vollmond-Wanderungen an, bei denen er mit größeren Gruppen loszieht und ihnen seine Wege durch das Meinweg-Gebiet zeigt. Am Donnerstag war es wieder soweit: Ein runder heller Mond versteckte sich zunächst hinter einem Wolkenschleier, als die Spaziergänger nach und nach am Treffpunkt Wanderparkplatz Deutsches Eck am frühen Abend eintrudelten. Erwartungsvolle Stimmung herrschte unter den rund 20 Leuten, die sich auf die ungewöhnliche Tour begeben wollten.

Elke Dieck war schon mal mitgegangen und freute sich, dass diesmal auch andere Dalheimer dabei waren. Kinder waren diesmal nicht gekommen, wohl aufgrund der Schule am nächsten Tag. "Besonderen Spaß machte unser Ausflug auf dem Rückweg", erinnerte sie sich, "da sind wir auf den gut sichtbaren Mond zugegangen." Vorher hatte er im Rücken der Gruppe gestanden. Besonders in den Momenten, in denen nicht viel geredet werde, nehme man die Umgebung sehr intensiv mit allen Sinnen wahr. Dirk Heinen gibt noch ein paar Hinweise, wie sich alle verhalten sollten. "Wir wollen möglichst ohne Taschenlampe gehen", meinte er, und einen Teilnehmer wählte er aus, der den Abschluss der Gruppe bildete.

Er geht auf seinen Vollmondwanderungen immer den gleichen Weg, der sich als besonders geeignet heraus gestellt hat. "So wandern wir auf vielen Freiflächen, was sehr stimmungsvoll ist", sagte er, "wenn man durch einen dichten Fichtenwald läuft, sieht man nicht viel, aber der Gang durch einen Eichenwald wirkt da schon mystischer." Insgesamt zehn Kilometer war die Strecke lang. Die Wanderung dauerte zweieinhalb Stunden. Vor allem auf breiten Wegen sollte es entlang des Eisernen Rheins durch den Klostergarten des ehemaligen Klosters St. Ludwig, bis auf die Freifläche des Honingsbergs mit Blick auf die Windräder von Waldfeucht gehen. Kurz vor dem Weg, der zum Elfenmeer in den Niederlanden führt, ist Wendepunkt und der Rückweg steuert auf den Mond und erneut das Kloster zu. "Ein sehr gegensätzliches Erlebnis ist es, nach einer ganzen Weile Aufenthalt im stillen Waldgebiet das goldene Tempelgebäude der Vereinigung 'Maharishi', die seit vielen Jahren im St. Ludwig Kloster ansässig ist, aufzusuchen. Davor stehen blau beleuchtete Elefanten", berichtet Heinen.

Die Teilnehmer hatten bei klarem Himmel die besten Voraussetzungen für ein eindrucksvolles meditatives Naturerlebnis, zu dem regelmäßig mehr Frauen als Männer kommen.

(cole)
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