Wegberg: Verdienstkreuz für einen Vorreiter

Wegberg : Verdienstkreuz für einen Vorreiter

Klaus Buyel (72), Pfarrer im Ruhestand, wurde in Wildenrath für seine außergewöhnliche Lebensleistung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Viele Freunde und Weggefährten gratulierten dem Menschenfreund.

Selbst in der Stunde der Würdigung seiner außergewöhnlichen Verdienste blieb Klaus Buyel (72) so bescheiden wie man ihn kennt: "Nicht ich erhalte heute das Bundesverdienstkreuz, sondern wir. Denn ohne Euch wäre ich nichts", sagte der frühere Pfarrer von Arsbeck und Wildenrath. Zuvor hatte er im voll besetzten Wildenrather Pfarrheim von Landrat Stephan Pusch die hohe Auszeichnung entgegengenommen.

Landrat Stephan Pusch (l.) verlieh Klaus Buyel das Bundesverdienstkreuz am Bande bei einer Feierstunde in Wildenrath. Foto: Laaser Jürgen

Der Bundespräsident hat auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Pfarrer i.R. Klaus Buyel aus Erkelenz am 17. Januar 2018 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er würdigt damit Buyels jahrzehntelanges Engagement im sozialen Bereich, vor allem in Ostafrika, aber auch als Feuerwehrseelsorger in Wegberg und Wassenberg. Zur feierlichen Übergabe der hohen Auszeichnung kamen unter anderem Landrat Stephan Pusch, Wegbergs Bürgermeister Michael Stock, Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein, der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, die Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran und Abbé George Rukundo und viele Freunde und langjährige Weggefährten von Klaus Buyel zu einer offiziellen Feier ins Wildenrather Pfarrheim zusammen.

Landrat Stephan Pusch und Bürgermeister Michael Stock blickten auf Buyels außergewöhnliche Lebensleistung. Dabei richtete Stephan Pusch sehr persönliche Worte an Buyel: "Man kann es auf einen einfachen Nenner bringen: Sie leben die Nächstenliebe, sie sind für die Menschen da. Egal wie, egal wo, egal wozu. Nur eine Person war in Ihren Augen unwichtig: Sie selbst."

Buyel habe seine Ziele genügsam, beinahe asketisch, aufopferungsvoll und bisweilen hart gegen sich selbst und mit außergewöhnlicher Beharrlichkeit und Ausdauer verfolgt. "Ich habe selten in einem Ordensvorgang so viele und vielfältige Aufzählungen von Verdiensten und Engagement gelesen wie in Ihrem. Faszinierend, auszeichnungswürdig und vor allem dankenswert", sagte Pusch. Klaus Buyel sei stets ein Vorkämpfer und Vorreiter gewesen: Er habe sich für eine kirchliche Jugendarbeit eingesetzt, wo es um mehr ging, als um Messdiener und Kommunionunterricht. Er habe sich zu einer Zeit für Hilfsprojekte in Afrika eingesetzt, als die wenigsten Menschen in der Heimat wussten, wo Burundi liegt. Buyel habe sich um Asylsuchende und Flüchtlinge gekümmert, als noch keiner ahnte, wie sehr die Gesellschaft dieses Thema einmal beschäftigen werde. "Sie waren dabei immer Menschenfreund und Menschenfischer. Sie haben mit Ihrer christlichen Botschaft die Menschen erreicht, und zwar im besten Sinne, so wie es Nikolaus von Kues einmal ausgedrückt hat: ,Den Nächsten lieben, heißt Gott in seinem Bilde lieben'", sagte Stephan Pusch. Buyel habe es deshalb mehr als verdient, dass die Bundesrepublik Deutschland mit einem symbolischen Dankeschön für eine außerordentliche Lebensleistung auf ihre Weise "Danke" sagt. "Ihnen, lieber Klaus Buyel, gebührt für Ihr Wirken und Schaffen höchster Respekt, Sie haben jede Form von Dank und Anerkennung wahrhaft verdient."

Wegbergs Bürgermeister Michael Stock konzentrierte sich in seiner Laudatio vor allem auf Buyels Engagement für die Feuerwehr. "Sie leben das Ehrenamt eines Feuerwehrmannes, in dem Sie auch nach außen durch das Tragen der Feuerwehrkleidung bei vielen öffentlichen Auftritten zeigen, wie wichtig Ihnen dieser ehrenamtliche Einsatz ist." Stock erinnerte daran, dass Buyel von 1989 bis zu seinem 60. Lebensjahr als aktiver Feuerwehrmann im Einsatz war und seit 2005 der Ehrenabteilung der Löschgruppe Arsbeck angehört. "In einer Situation, so wurde mir berichtet, haben Sie sogar einen Gottesdienst abgebrochen, um Ihre Feuerwehrkameraden bei einem Einsatz zu unterstützen", sagte Stock. Außerdem habe Buyel seine ganz persönliche Art und Weise gefunden, Gerätehäuser und Feuerwehrfahrzeuge einzuweihen, indem er das Wasser aus der Kübelspritze geweiht und damit die Einsegnung vorgenommen habe. Bei Klaus Buyel seien die Grenzen zwischen Beruf und ehrenamtlichen Engagement fließend, dabei sei er immer bescheiden geblieben. "Sie haben unseren Dank verdient und sind ein Vorbild für uns alle", sagte Stock.

Klaus Buyel dankte für die lobenden Worte und sorgte mit seinem typischen Humor und einigen Anekdoten aus der langen Zeit seines sozialen Engagements in Afrika und in der Heimat für viele Lacher. Bei seinen Erzählungen schloss der Pfarrer im Ruhestand viele Weggefährten ein, die ins Wildenrather Pfarrheim gekommen waren, um ihm zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes persönlich zu gratulieren.

(hec)