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Vanessa Deckers aus Arsbeck betreibt die Yoga-Schule Shivas-Garten

Yoga-Studio in Arsbeck : Dem Geist Ruhe und Befreiung bringen

Wer hätte ihn nicht gerne, den geschmeidigen und kraftvollen Körper? Yoga ist eine Möglichkeit auf dem Weg dorthin. Vanessa Deckers aus Arsbeck praktiziert Yoga mehr als 15 Jahre. Sie betreibt eine eigene Yoga-Schule.

Inzwischen ist Vanessa Deckers Yoga so vertraut, dass sie die Hatha-Yoga-Lehrer-Ausbildung gemacht hat und eine eigene Yogaschule mit Namen Shivas-Garten leitet. Die junge Frau mit den langen Rastazöpfen und der bunten indischen Bemahlung auf ihrem Arm sitzt im Schneidersitz in ihrem Übungsraum. Mit ruhiger Stimme erklärt sie für ihre Schüler die Bewegungsabläufe der sogenannten Asanas, den Körperübungen, die mit langsamen, fließenden Bewegungen und dem Halten der Übungen, den Körper kräfigen und dehnen. Seit Mai 2013 finden die Kurse in ihrem eigenen, großen Yogaraum statt. Zunächst startete sie mit zwei bis drei Kursen, mittlerweile finden zehn Kurse pro Woche statt plus einzelne Workshops zu unterschiedlichen Themen.

Zum Yoga gekommen ist sie wie viele Menschen – über Rückenschmerzen. Damals, mit Mitte 20, hatte sie sich mit einer Werkstatt für Fahrzeugaufbereitung selbstständig gemacht. Zum Teil arbeitete sie mit schweren Werkzeugen und Maschinen, was ihr Rücken sie deutlich spüren ließ. Darüber besuchte sie ihren ersten VHS-Kurs Yoga und lernte es kennen. Als die Nachricht sie überraschte, dass sie schwanger war, musste sie aus verschiedenen Gründen ihre erfolgreiche Werkstatt aufgeben.

Die Idee, selbst Yoga-Lehrer zu werden, trug sie mehr als ein Jahr mit sich herum, bevor sie sich endgültig dazu entschloss. Eine solche Ausbildung dauert etwa viereinhalb Jahre und ist sehr teuer. 2009 war es dann soweit, sie hatte ihren Abschluß bei der GGF (Gesellschaft für Geisteswissenschaftliche Fortbildung) in Düsseldorf und unterrichte selbst – zunächst an der Schule ihres Yogalehrers. „Es ist ungeheur schwer, gute Räume zu finden“, weiß sie. „Dann hat man mal ein Pfarrheim, das kalt ist und nach Karneval ungeheuer nach Bier riecht, oder eine Schule, wo erst alle Tische und Stühle weggeräumt werden müssen oder noch Kaugummi am Boden klebt.“ So entschloss sie sich 2012 zum Bau ihrer eigenen Yogaschule.

In Arsbeck ist Vanessa Deckers aufgewachsen. In dem Haus gegenüber dem Golfplatz hat sie ihre Kindheit verbracht. Da liegt es nahe, auch ihre Yogaschule auf dem Gelände zu errichten. Es liegt sehr außerhalb, aber ist auch sehr ruhig und es gibt genug Platz. Der Name Shiva, den sie dafür gewählt hat, bedeutet in Sanskrit „Glückverheißender“ und Shiva ist einer der Hauptgötter des Hinduismus.

Bis 22 Uhr ist sie an manchen Tagen in ihrer Yogaschule. Die zehn unterschiedlichen Kurse, auch am Vormittag, sind auf sehr verschiedene Menschen männlich sowohl wie weiblich ausgerichtet. Ihre älteste Schülerin ist 81 Jahre alt. „Jeder kann ganz individuell entscheiden, wie intensiv er die Übungen macht und wie anstrengend er seine Stunde haben möchte“. Anfänger, die eine bestimmte Asana noch nicht so lange halten können, gehen aus der Übung heraus – Fortgeschrittene halten sie länger. Es ist Vanessa Deckers wichtig, die Eigenverantwortung für den Körper zu fördern, um selbst spüren zu können, wann es für jeden selbst gut und genug ist und wo die persönliche Grenze erreicht ist. „Ich möchte, dass die Leute weiterkommen, dass sie etwas lernen – es ist eine Yogaschule“. In jedem Monat gibt es ein Thema, eine neue Übung. Jede sogenannte Asana braucht Vorbereitung und muss entwickelt werden. Letzlich können die Teilnehmer die Übungen dann auch zu Hause selbst machen.

Yoga hat viel mit Bergwandern zu tun. „Zuerst kommt die Arbeit, dann die Entspannung“. Für die Yogalehrerin ist der wache, klaren Zustand nach der Anstrengung mit dem Berggipfel zu vergleichen. Der Körper ist erschöpft, doch man kann in die Weite blicken. Ebenso helfen die Atemübungen dazu dem Geist Ruhe und Befreiung zu bringen. Doch auch mit dem Sitzen am Meer und dem Lauschen der Wellen kann man das meditative Yoga vergleichen.

Die Bewußtheit für den eigenen Körper brachte Vanessa Deckers noch zu anderen Stationen in ihrem Leben. So entdeckte sie, wie wichtig das Barfußgehen für die Füße ist. Seit April 2018 ist sie barefood-movement-coach und leitet Menschen an, wie sie ihre Fußmuskulatur stärken können und und zu einem anderen Erleben und Fühlen gelangen.

Momentan macht sie eine Ausbildung zur Rohveganen Ernährungsberaterin. „Um Körper, Geist und Seele zusammenzuhalten, gehört Ernährung einfach dazu“, weiß sie. „Mit diesen drei Dingen fühle ich mich gerüstet, um anderen helfen zu können“.