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Ute Baschab aus Arsbeck bietet Artikel zur kostenlosen Mitnahme an

Geschenkeregal in Arsbeck : Ute Baschab bietet Artikel zur kostenlosen Mitnahme an

Ute Baschab aus Arsbeck macht anderen Menschen eine Freude, indem sie gebrauchte Artikel aller Art zur kostenlosen Mitnahme anbietet. Die Gebrauchtwaren wechseln meist schnell den Besitzer.

Als sie im vergangenen Sommer ihren Keller entrümpelte, kam sie auf die ungewöhnliche Idee: gebrauchte Sachen, die zu schade zum Wegwerfen sind, anderen Menschen zukommen lassen und ihnen damit eine kleine Freude bereiten. Aus dem spontanen Gedanken ist mittlerweile ein gefragter Selbstläufer geworden, der auf große Resonanz stößt. Vor ihrem Haus in der Heiderstraße 20 im Wegberger Ortsteil Arsbeck hat Ute Baschab ihr Geschenkeregal aufgebaut und fest angeschraubt, um zu verhindern, dass es – versehentlich oder beabsichtigt – ebenfalls den Besitzer wechselt.

„Ich wollte mich ursprünglich eigentlich nur von dem Ballast befreien, den ich nicht mehr brauchte“, erinnert sich die 59-Jährige schmunzelnd. Tochter Luise Rausch (23) war schnell begeistert. Inzwischen ist ihr Geschenkeregal auf dem Bürgersteig gut frequentiert. „Wenn ich aufgefüllt habe, sind die Sachen immer schnell weg. Die Nachfrage ist groß“, sagt die Arsbeckerin und stellt fest, dass vier oder fünf Handtaschen binnen Minuten den Besitzer gewechselt haben.

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Nicht nur die eigene Kleidung, auch Kerzenleuchter, Weihnachtsdekoration, Töpfe, Gläser, Bücher, wärmende Schals und Mützen finden umgehend ihre Abnehmer. Nur Lebensmittel sind nicht erwünscht. Diesen Bereich überlässt sie lieber den Foodsharing-Aktiven. Immer wieder kommt es vor, dass an Ute Baschabs Haustür fremde Menschen klingeln und etwas abgeben möchten. Drei von ihnen sind im Laufe der Zeit von Fremden zu guten Bekannten geworden: Nicole Consoir, Alexandra Bartsch und Renate Böhmer liefern regelmäßig getragene Kinderbekleidung sowie Deko-Artikel bei ihr ab.

Über Facebook teilt Ute Baschab in unregelmäßigen Abständen mit, dass sie ihr Geschenkeregal frisch aufgefüllt hat. Sogar Elektrogeräte werden abgegeben. „Einmal war ein funktionstüchtiger Staubsauger dabei“, erzählt Tochter Luise Rausch. Selbst Handy-Ladekabel und Werkzeuge aller Art werden zur kostenlosen Mitnahme ausgelegt. Auch kleine Abnehmer sind glücklich, wenn das Regal einige unerwartete Überraschungen in der Kinder-Box“ für sie bereit hält. „Sehen Sie mal“, sagt Ute Baschab und hält ein aus Keksen gebasteltes Weihnachts-Häuschen, verpackt in Klarsichtfolie, in ihren Händen. „Das haben mir Kinder aus dem Ort geschenkt, weil sie sich so sehr über meine Sachen gefreut haben.“

Bisher habe sie fast immer nur „tolle Erlebnisse“ vor der eigenen Haustür zu Hause in Arsbeck gehabt. Nur einmal ärgerte sie sich, als sie beobachtete, dass ein fremder Wagen anhielt und ein ihr unbekanntes Paar alles einlud, was im Regal zu finden war. „Haben Sie noch mehr, vielleicht auch Schmuck?“, habe die Frau von ihr wissen wollen. „Es war sofort klar, dass diese Leute das gewerblich betreiben und die Sachen weiter verkaufen wollten“, sagt Ute Baschab verärgert. Und: „Das ist nicht Sinn der Sache.“