1. NRW
  2. Städte
  3. Wegberg

Wegberg: Unterwegs mit dem Nachtwächter

Wegberg : Unterwegs mit dem Nachtwächter

Karl Küppers führt seine Gäste bei seinen Nachtwächter-Wanderungen zu interessanten Orten im Ortskern von Wegberg. Bei seinem Spaziergang in der Dunkelheit hält Küppers jede Menge interessante Informationen zur Geschichte bereit.

Für den abendlichen Rundgang ist Karl Küppers standesgemäß ausgerüstet: In historischer Kluft, mit Stangenwaffe und Laterne, stellt er die uneingeschränkte Autorität in der Gruppe der Geschichtsinteressierten dar. Bei Kerzenschein und zeitweilig einzelnen Taschenlampenlichtern soll es zu den prägenden Plätzen der Stadt Wegberg gehen.

Aufgrund der Dunkelheit ist es ein Leichtes, sich ganz auf die erhellten Stellen zu konzentrieren. "Der Beruf des Nachtwächters ist vor etwas mehr als 200 Jahren still zu Ende gegangen, davor war er ein vielgefragter Mann," erklärte Küppers, im Alltag unter anderem Vorsitzender des Historischen Vereins, seinen Zuhörern zu Beginn in der Wegberger Mühle. Beim Rundgang durch die Stadt habe er für Sicherheit gesorgt und Wache gehalten.

Ob in der Stadt Wegberg, deren Wappen Küppers um den Hals trägt, noch alles in Ordnung ist, soll die Gruppe im weiteren Verlauf herausfinden. Auf eine im Jahr 1966 vollendete tausendjährige Geschichte blickt Wegberg zurück, sieben Jahre später wurde aus der Gemeinde Wegberg eine Stadt, deren Fläche 85 Quadratkilometer umfasst. Am Stadtpark mit Weiher machten sie als erstes Halt. Im Dunkeln galt es, das Ehrenmal der Stadt Wegberg aufzuspüren und den kleineren Gedenksteinen für die Harbecker Feuerwehrleute oder für die vom Baum erschlagene Frau Aufmerksamkeit zu schenken.

Ein paar Schritte weiter untermalt die Schwalm mit stetem Plätschern das Geschehen. Der Schwalmverband habe festgelegt, dass sich die Quelle der Schwalm in Geneiken befinde und sie in Wegberg auch bereits ihren Namen trage, erläutert der Nachtwächter. Fußbach habe er früher geheißen, da dieses Gewässer zu Fuß durchquert wurde. Aus dem Zentrum kommend stößt der Beeckbach zu ihm.

In der Fußgängerzone beziehungsweise Hauptstraße zieht Küppers seine Gäste ganz in alte Geschichte und Geschichten hinein. Von der mehrfachen erstaunlichen Nutzung des Alten Rathauses, einem in einem Wohnhaus gefundenen Schatz oder Anekdoten aus einer der ehemals 24 ansässigen Wirtschaften wusste er ebenso zu berichten wie von der ersten Poststelle aus dem Jahr 1840 oder dem ersten blechernen Briefkasten, den es 15 Jahre später gegeben hat. Vor dem ehemaligen Karmeliterkloster stehend lässt er die Zeiten wieder lebendig werden, in denen die ersten Karmeliter vor rund 160 Jahren nach Wegberg kamen — im Hintergrund bilden die Klänge von der modernen Eislaufbahn einen reizvollen Kontrast.

Auch beim Kontrollgang zu Krankenhaus, Lungenliegestation, Altem Friedhof oder durch dunkle Gassen hin zur Burg Wegberg weiß Küppers Vieles von lange zurückliegenden Begebenheiten zu berichten. Beruhigt durch die vorgefundene sichere Situation in der Innenstadt sammeln sich schließlich alle am Lagerfeuer hinter dem prachtvollen Herrenhaus.

(cole)