Theaterverein Schwalmbühne Harbeck: Die überfüllte Wohngemeinschaft 2018

Schwalmbühne Harbeck : Ensemble ging ganz in den Rollen auf

Die Laienschauspieler der Schwalmbühne Harbeck präsentierten mit viel Witz ein Stück, in dem Namen und die zugehörigen Personen vertauscht und die Geschlechterklischees auf den Kopf gestellt wurden.

Die elf Schauspieler, Regisseurin Gaby Braun und das Team hinter den Kulissen hatten die Aufführung der Verwechslungskomödie „Die überfüllte Wohngemeinschaft“ von Wolfgang Bräutigam auf den Punkt genau vorbereitet. Trotz personeller Herausforderungen, von denen Vorsitzender Walter Kotlowski im voll besetzten Forum berichtete, konnte die Wohngemeinschaft und damit die Bühne wieder gefüllt und sogar überfüllt werden. Die Akteure gingen bei der Premiere ganz in ihren Rollen auf und bereiteten den Zuschauern mit dem temporeichen Stück viel Vergnügen.

Die Kulisse für die Dreier-Wohngemeinschaft bildete ein geräumiges Esswohnzimmer mit Küche und Zugang zu den Zimmern. Modern gestaltete Wände und ein stilistisch bunt zusammengestelltes Inventar deuteten auf die Jugendlichkeit der Bewohner hin. Und in überzeugender Ausstattung traten darin die Protagonisten auf. Teils mit direkter Ansprache ans Publikum oder sogar Stippvisiten zu ihm stellten sie einen gemeinschaftlichen Bezug her und steigerten so dessen Vergnügen. Die erste Begegnung der Bewohner spielte sich in der Küche ab: Obwohl Reinhard Kraus (Roger Honisch) seiner verzweifelten Mitbewohnerin Evelyn Wimmer (Nadine Kosak) kaum zuhörte und er wenig sagte, fasste er die Begegnung so zusammen: „Evi hört mir eh’ nicht zu, Frauen!“. Den Dritten im Bunde, Werner Theiß (Toni Röttinger) begrüßten beide mit „Tante Werner“ – dessen Auftritt im rosafarbenen Bademantel erhielt Extra-Applaus.

Erfrischend gestaltete sich der Auftritt von Hausmeisterin Olga Sauber (Helga Rögels), die in Pumps ihren ganzen Charme aufbrachte, um ihren alten Schwarm Edgar Hüttinger (Delk Wagner) für sich zu gewinnen und später resigniert in die Gummistiefel wechselte. Der potenzielle Käufer hatte kurzerhand seine selbstbewusste Tochter Alexandra Hüttinger (Jil Röttinger) als seine Freundin ausgegeben, um sich vor der offensiven Hausmeisterin zu schützen. Sehr emotional geriet der Einsatz des Ehepaars Albert (Uwe Steves) und Gerda Kraus (Ulrike Kotlowski). Letztere trank einige Kurze zu viel und erfuhr „Neuigkeiten“, über die sich alle nur wunderten. Und die Auftritte von Alexander (Stephan Schlebusch) und Mutter Dorothea Schrott (Birgit Röttinger) sowie von Einbrecher Jacky Beinbruch (Jasmine Rupp) machten das sehr unterhaltsame Chaos, von dem (Spannung!) nur wenig verraten werden soll, komplett.

Die Technik lag in den Händen von Simon Nöthlichs und Team, die Comicgestaltung übernahm Lia Jakobs, den Bühnenbau Harry Rögels und Team sowie der Malerbetrieb Willibert Bonus die Maler- und Tapezierarbeiten. Marion Jäger, Ingrid Kosak und M2K-Friseure Kohlen waren für Maske und Frisuren, Nicole Kosak und Daniela Koch für die Requisite zuständig. Nadine Hörter und Ingrid Kosak soufflierten.

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