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Steigende Baupreise erschweren Neubau der Wegberger Feuerwache

Steigende Baupreise erschweren Neubau der Wegberger Feuerwache : Kann der Kostendeckel eingehalten werden?

Wegen steigender Baupreise sind die bisherigen Kalkulationen für den Neubau der Feuerwache nicht mehr realistisch. Erdbau- und Landschaftsarbeiten an der Maaseiker Straße laufen nach Plan.

Der dritte Projektbericht der Stadtverwaltung zum Neubau der Feuerwache fiel recht kompakt aus. In den vergangenen Monaten standen die Kosten für das derzeit größte kommunale Bauprojekt Wegbergs immer wieder im Mittelpunkt politischer Diskussionen. Zuletzt hatte die Ratsfraktion der Grünen einen „Mangel an Transparenz“ beklagt und kritisiert, die Bürger würden bewusst im Unklaren über den Status des Projektes in Bezug auf Kosten und Termine gelassen.

In der aktuellen Übersicht, die dem Ausschuss für Wohnen, Bauen, Vergaben und Liegenschaften vorgelegt wurde, teilt die Stadtverwaltung mit, dass die Erdbau- und Landschaftsbauarbeiten planmäßig verlaufen. Die Firma Frauenrath habe die so genannte Gründungssohle des Gebäudes an der Maaseiker Straße fristgerecht fertiggestellt, die Rohbauarbeiten könnten nun folgen. Auf den Flächen der Außenbereiche seien unter anderem der Unterbau für die Parkplätze und Zuwege sowie das Gelände für die späteren Asphalt-, Pflaster- und Pflanzarbeiten vorbereitet worden. Auch die Anschlüsse an den Abwasserkanal und die Trinkwasserleitung seien hergestellt worden.

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Die nun folgenden Erd-, Mauer-, Beton- sowie Holzbauarbeiten wurden EU-weit ausgeschrieben. Die Angebote hat die Verwaltung geprüft und Vergabevorschläge erstellt. Nähere Informationen zu den vorliegenden Angeboten gab es allerdings nur im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. In Vorbereitung befinden sich die Ausschreibungsverfahren unter anderem für die Fenster- und Türanlagen sowie die Dachabdichtungsarbeiten.

Der technische Beigeordnete Frank Thies kann das verstärkte Informationsbedürfnis verstehen, bat aber im Bauausschuss auch um Verständnis dafür, dass konkrete Kostenkalkulationen aufgrund laufender Verhandlungen nicht an die Öffentlichkeit dringen dürften – gerade auch zur Vermeidung von Korruption. Petra Otten von der CDU-Fraktion erinnerte an den Mitte des Jahres beschlossenen Kostendeckel in Höhe von 9,6 Millionen Euro und bat darum, diesen trotz der Unwägbarkeiten durch die Corona-Krise und Materialknappheit einzuhalten.  Dazu Frank Thies: „Wir haben bei jedem einzelnen Schritt die Zeit und die Kosten im Blick.“

„Wann wird die Feuerwache fertig? Was wird sie kosten?“ Diese Fragen wollte Marc Ostendorp (Grüne) beantwortet wissen, was sich aus Sicht der Verwaltung allerdings als schwierig erwies. Die weitere Terminschiene sei abhängig von der Auftragsvergabe und dem möglichen Baubeginn seitens des Rohbauunternehmers. Aufgrund einer nicht vorhersehbaren Baupreisentwicklung – bedingt durch Materialknappheit, Auslastung der Unternehmen und eine corona-bedingt angespannte Personalsituation – sei eine „komplette Aktualisierung der Baukosten über alle Gewerke hinweg erforderlich“, heißt es im Projektbericht. Zudem müsse man davon ausgehen, dass das Preisniveau nicht mehr auf den Stand von Ende 2020 beziehungsweise Anfang 2021 zurückfallen werde. Ein aktualisierter Kostenvoranschlag soll dem Bauausschuss in seiner ersten Sitzung 2022 vorgelegt werden.

Zu Mehrkosten in Höhe von rund 160.000 Euro hatte unter anderem die Umplanung der Feuerwache zu einem Energieeffizienzgebäude 55 Anfang des Jahres geführt. Dadurch wurde aber auch erst ein Zuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 876.850 Euro möglich. Weitere Kosteneinsparungen in Höhe von mehr als 250.000 Euro konnten durch eine verringerte Anzahl von Fenstern im Gebäude, qualitative Abstrichen bei den Wandoberflächen und Fliesenbelägen sowie eine veränderte Auswahl der Außenleuchten erreicht werden. Das Richtfest inklusive Grundsteinlegung plant die Verwaltung für das kommende Frühjahr.