Stadtmarketing Wegberg: Manfred Vits (63) geht in den Ruhestand

Wegberg: Von Kultursommer bis Winterzauber : Manni macht das schon

Mehr als 500 Veranstaltungen hat Manfred Vits für die Stadt Wegberg organisiert. In wenigen Tagen geht er in den Ruhestand.

Nein, mit Uli Hoeneß lässt sich der leidenschaftliche Fußballfan und treue Anhänger von Borussia Mönchengladbach nicht gerne vergleichen. Dennoch klingen die Worte von Manfred Vits (63) wenige Tage vor seinem Ruhestand ein wenig wie die des Bayern-Präsidenten: „Ich bin hier noch lange nicht fertig“, sagt Manfred Vits, der seit 2006 über 500 Veranstaltungen für die Stadt Wegberg organisiert hat, und der im Februar seine letzten Arbeitstage im Wegberger Rathaus hat.

Sei es Musikfrühling oder Kultursommer, Blasmusik oder Blues, Kabarett oder der legendäre Winterzauber mit der Eisbahn vor dem Wegberger Rathaus – wo „Manni“ seine Hände im Spiel hat, ist stets was los. Freude machte ihm die Arbeit für die Mühlenstadt auch aus dem Grund, weil er stets ein hervorragendes Verhältnis zu seinem Kollegen aus dem Stadtmarketing-Team, Stadtsprecher Ulrich Lambertz, pflegte. Als Cheforganisator im Team des Stadtmarketings ließ Vits die Leute bei Booster, Montevideo oder Die Toten Ärzte auf dem Rathausplatz feiern. Er machte die Eisbahn vor dem Wegberger Rathaus zum Schauplatz der skurrilen Weltmeisterschaft im Bierkasten-Curling, die Wegberg sogar bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Auch „auf eigene Kappe“ und für „seinen“ SC Wegberg, bei dem Manfred Vits seit stolzen 31 Jahren Vorstandsarbeit leistet, organisierte er Konzerte mit mehreren Tausend Besuchern.

In bester Erinnerung dürften vielen Wegbergern die Open-Air-Veranstaltungen in den 1990er Jahren an der Motte Ophover Mühle sein. Ab 1995 holte Manfred Vits fünfmal Brings nach Wegberg, außerdem die Höhner. Kultstatus hat bis heute der von Vits und den Mitgliedern des SC Wegberg 1994 organisierte Auftritt von BAP mit Wolfgang Niedecken auf dem Rasenplatz an der Ophover Mühle. Als „absolutes Highlight“ bezeichnet Vits das Grenzlandring-Event im Jahr 2005 mit den Bläck Föss, das er zusammen mit seinem Freund Uwe Vogel organisiert hat. Im gleichen Jahr hatte Vits die Höhner an der Angel, die aus Gründen des Gebietsschutzes nicht in Wegberg auftreten durften. Kurzerhand nahm Vits Kontakt zur Stadt Heinsberg auf. Dort sollte der Auftritt der Höhner vor 4500 Menschen zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland den Erfolg des damals noch in den Kinderschuhen steckenden Public Viewings beim „Sommermärchen“ beflügeln. Vits holte die Queen Revival Band ins Kunstwerk Wickrath, die Veranstaltung vor jeweils 1600 Leuten war jedes Mal ausverkauft. Auch das von ihm zwischen 1996 und 2006 organisierte Rock- und Oldie-Festival in der Viersener Festhalle (1200 Plätze) erfreute sich beim Publikum größter Beliebtheit.

„Ich muss heute nicht mehr bei jeder Veranstaltung dabei sein“, sagt der Mann, der in seinem Leben mehr als 900 Veranstaltungen organisiert hat. „Ohne meine Frau Heidi, die das mitgemacht hat, wäre das alles nie möglich gewesen“, sagt Vits. Mit Blick auf den bevorstehenden Ruhestand freut er sich jetzt auf mehr gemeinsame Zeit mit seiner Frau und Enkelkind Mina (3).

Doch wer ähnlich redet wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß, hat noch was in der Hinterhand: „Ich werde mich politisch engagieren“, kündigt Vits an. Als Vereinsmensch möchte er sich für eine faire Behandlung der Vereine und für einen Ausbau der Kultur engagieren. „Ich kann mir übrigens auch vorstellen, bei der Organisation von Konzerten weiterhin behilflich zu sein oder im Winter bei der Bierkasten-Curling-WM nochmal die ein oder andere Moderation zu übernehmen – aber nicht mehr als verantwortliche Person“, sagt Vits.

Gut möglich also, dass das Wegberger Stadtmarketing-Team auch in Zukunft auf die 1500 Kontakte zurückgreifen kann, die Manfred Vits als Eventmanager über die Jahre in seinem Smartphone gespeichert hat. Die Ideen gehen ihm jedenfalls nicht aus. Für 2020 könne er sich eine Veranstaltung mit dem Titel „Lachende Mühlenstadt“ gut vorstellen. „Das müsste funktionieren“, sagt der Mann, der noch lange nicht fertig hat. Manni macht das schon. Auch im Ruhestand.