Stadt Wegberg ist gegen den Bau von Windrädern im Birgelener Wald

Wegberg spricht sich gegen Projekt im Birgelener Wald aus : Streit um Windräder: „Das ist ein Skandal“

Im Streit um die geplante Errichtung von vier 240 Meter hohen Windrädern im Birgelener Wald verschärft sich die Tonlage. Die Stadt Wegberg spricht sich gegen das Vorhaben aus. Die CDU ist fest entschlossen, notfalls zu klagen.

Die Stadt Wegberg spricht sich erneut gegen die Genehmigung der vier Windenergieanlagen aus, die im Birgelener Wald an der Stadtgrenze von Wassenberg und Wegberg errichtet werden sollen. Das wurde während der Sitzung des Hauptausschusses im Wegberger Rathaus deutlich. Die Wegberger CDU-Fraktion schlägt vor, gegen das Vorhaben zu klagen, sollte es genehmigt werden.

Ein privater Investor möchte mitten im Birgelener Wald nahe der Dalheimer Mühle vier 240 Meter große Windräder errichten. Die Herstellungskosten werden pro Windrad auf 3,55 Millionen Euro, also insgesamt auf 14,2 Millionen Euro beziffert. Jedes Windrad wird auf einem Betonfundament mit einem Durchmesser von rund 27 Metern gebaut. Die Pläne liegen zurzeit öffentlich aus und sind unter dem Punkt „Öffentliche Bekanntmachungen“ auf der Internetseite des Kreises Heinsberg (www.kreis-heinsberg.de) abrufbar.

Die Stadt Wassenberg hat die 540.000 Quadratmeter große Konzentrationsfläche im Birgelener Wald für den Bau von Windenergieanlagen ausgewiesen. In Wegberg stößt das Projekt auf breite Ablehnung. Anwohner und Umweltschützer laufen Sturm gegen das Vorhaben. Die Stadt Wegberg spricht sich dagegen aus, weil es dem Leitbild der Mühlenstadt widerspreche, das unter anderem die Förderung des sanften Tourismus vorsieht. Der Premium-Wanderweg Birgeler Urwald des Naturparks Maas-Schwalm-Nette verläuft entlang der ausgewiesenen Konzentrationsfläche. Die Gegner des Projekt argumentieren unter anderem mit Sicherheitsbedenken: Sollte eines der geplanten Windräder Feuer fangen, könnte es im Birgelener Wald zu einer Katastrophe kommen, sagen sie.

Auch die Bürgerinitiative „Rettet den Birgeler Urwald“ möchte das Vorhaben mit allen Mitteln verhindern. Ihre Mitglieder rechnen vor, dass ein Windrad mit 240 Metern Höhe die Fläche von 1,5 Fußballfeldern benötige, die verdichtet werden und dauerhaft frei von Pflanzen bleiben müssen. Hinzu kämen Zuwegungen, die wie Autobahnen den Wald zerteilten und im Falle des Wassenberger Windparks eine Zuleitung für die Stromkabel mit fünf Kilometern Länge. Energiegewinnung sei unsinnig, wenn sie genau das zerstört, was man eigentlich durch sie bewahren will, argumentiert die Bürgerinitiative.

Auch für die Wegberger CDU-Fraktion ist die Sache klar: „Das ist in meinen Augen ein Skandal“, sagte Unionsfraktionschefin Petra Otten im Wegberger Rathaus. Der Standort im Birgelener Wald sei die denkbar schlechteste Stelle, um einen solchen Windpark zu errichten. „Wir können doch nicht wertvollen Wald vernichten, um Windenergieanlagen zu bauen, die eine Belastung für Menschen sind“, sagte sie mit Blick auf Anwohner in Wildenrath und Dalheim. Dort ist die Sorge vor einer Lärmbelästigung, vor periodischem Schattenwurf und vor der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die Windräder groß.

Zwischen dem geplanten Standort für eines der vier Windräder und dem Kinderdorf St. Josef am südwestlichen Ortsrand von Dalheim-Rödgen beträgt die Entfernung weniger als 800 Meter. „Die CDU Wegberg wird alles unternehmen, um dieses Projekt zu verhindern und hofft dabei auf größtmögliche Unterstützung“, kündigte Petra Otten unter lautem Beifall der 50 Zuhörer im Sitzungssaal des Wegberger Rathauses an. Über den Antrag ihrer Fraktion, wonach die Stadt Wegberg den Klageweg zu beschreiten und dafür Geld im Haushaltsplan 2020 bereitzustellen habe, sollte das Projekt genehmigt werden, wird in der Ratssitzung am 17. Dezember entschieden.

Die ablehnende Stellungnahme der Stadt Wegberg zu den Wassenberger Windrad-Plänen wurde fraktionsübergreifend begrüßt – mit Ausnahme der Grünen, die sich enthielten: Man erkenne einen Konflikt zwischen notwendigem Klimaschutz auf der einen Seite und den berechtigten Interessen der Menschen vor Ort auf der anderen Seite, erklärte Ratsherr Tobias Arndt die Haltung der Wegberger Grünen.

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