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Wegberg: Spieglein vorgehalten

Wegberg : Spieglein vorgehalten

"Weibsbilder" treten in ausverkaufter Wegberger Mühle auf.

Es wurde herzhaft gelacht in der Wegberger Mühle. Die "Weibsbilder" aus der Eifel sorgten mit ihrem humoristischen Programm "Botox to go" für viel Vergnügen beim Publikum. Anke Brausch und Claudia Thiel hielten nicht nur gelegentlich ein Spieglein in der Hand, das sie befragten. Sie hielten auch dem Publikum, und dabei vornehmlich dem weiblichen, einen Spiegel vor, der die kuriosen, absurden und humoristischen Dinge im Alltag zeigte und der vor allen eines bewies: Das Leben geht immer weiter, mit oder ohne Mann, mit oder ohne Botox, mit oder ohne Freundin.

Das Leben in der Wellnessoase wurde ebenso aufs Korn genommen wie das ewige, vergebliche Streben nach permanenter Schönheit und Jugend. "Über 30 muss jede Frau für sich entscheiden, ob sie zur Speck- oder Faltenfraktion gehören will", meinte die eher derb daherkommende Claudia Thiel, derweil Anke Brausch im Kontrast den Part der angeblich jungen, schönen, auf der Sonnenseite des Lebens stehenden Frau übernahm. Bauernschläue kontra Naivität, Ehrlichkeit kontra Tücke, Offenheit kontra Hinterlist, mit viel Wortwitz und schlagfertigen Antworten "attackierten" sich die beiden Frauen, um zu grundlegenden Erkenntnissen zu gelangen: "Was Douglas für die Frauen ist, ist der Obi für die Männer: Da gibt es alles zum Kleistern und Spachteln."

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Ihr Solo als Klein-Trieneke aus der Eifel, die Promi-Kid werden will, nutzte Brausch zum Rundumschlag gegen den Modell-Wahn und die zunehmende Verdummung. "Als Modell bringe ich Eifel-Glamour nach Wegberg." Der Weg zum Schönheitschirurgen ist dann nicht mehr fern. "Da lasse ich mir meine Lebenslinie verlängern wie Jopi Heesters."

"Wer ist heute noch echt?", fragte daraufhin Thiel in ihrem Lied vom Leben mit Botox, Silikon und Collagen. Wenn sie mit ihrem Traktor auf Weltreise von der Eifel nach Trier ist, fallen ihr so manche Dinge über ihr Single-Dasein ein. Sie sei das, was man in der Eifel "stierig" nenne. Und auch ihre "Freundin" Anke ist solo: "Ich liebe Männer. Die Betonung liegt auf Mehrzahl."

Viele Themen, "über die in dieser Form öffentlich so nicht nie in Wegberg gesprochen wurde", kamen bei den Weibsbildern auf den Tisch, von der Enthaarungsaktion bis zur Gurkenpackung für die Hüften, vom Casting-Wahn bis zur Erkenntnis: "Lieber natürliche Dummheit als künstliche Hüften." Und auch der liebe Gott bekam sein Fett weg: "Wenn der zuerst die Chinesen geschaffen hätte, würden wir alle noch im Paradies leben. Die hätten die Schlange gegessen und nicht den Apfel." Das Publikum dankte dem Duo mit viel Lachern und herzlichem Applaus.

(kule)